Meine Damen und Herren, hier kommt die Maus! Mit Mouse: P.I. for Hire hat das noch junge polnische Entwicklerstudio Fumi Games im April diesen Jahres ein bei Fans und Kritikern gleichermaßen wohlwollend aufgenommenes Debut abgeliefert. Der klassische Shooter mit dem fantastischen Zeichentricklook hat stellt sich nun bei uns zum Kurztest.


Entwickler: Fumi Games
Publisher: PlaySide Studios
Plattform: PC | PS5 | XBS | NS2
Veröffentlichungsdatum: 16. April 2026
Preis: ab 29,99€*
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Metacritic | OpenCritic | IMDB


Hinweis: Ein kostenloses Rezensionsexeplar für PlayStation 5 ist uns vorab freundlicherweise von Fumi Games zur Verfügung gestellt worden.
Mäusejagd
Jack Pepper hat in seiner illustren Laufbahn schon so ziemlich alles gesehen. Der abgekochte Kriegsveteran hat seinen ursprünglichen Job als Polizist an den Nagel gehängt und betätigt sich im Jahr 1934 mehr schlecht als recht als Privatdetektiv. Schulden zwingen den chronischen Spieler dazu, jeden noch so belanglosen Job anzunehmen. Und an Arbeit mangelt es in diesen düsteren Zeiten nun wirklich nicht. Was man am Rande vielleicht noch erwähnen sollte: Jack Pepper ist eine Maus, und all die anderen Bewohner von Mouseburg sind es – das verrät der Name bereits ganz entfernt am Rande – ebenso. So richtig grün sind sich die verschiedenen Gattungen untereinander jedoch nicht, da haben sie viel mit den Menschen gemein.

Das gilt auch für den Hang zur Kriminalität, denn das organisierte Verbrechen schläft auch in Mouseburg nicht. Kein Wunder, schließlich wirkt Blauschimmelkäse auf die Mäusemenschen wie Crystal Meth und unterliegt deshalb ebenso der Prohibition wie der gern geschnupfte Pulverkäse. Dass sich mit diesen illegalen Substanzen gutes Geld verdienen lässt, ist natürlich klar. Und dann gibt es da noch die gesellschaftlich am unteren Rand angesiedelten Spitzmäuse, die vor einer Weile gewaltsam aus ihrer eigenen Stadt vertrieben worden sind und seitdem immer wieder für Ärger sorgen. Keine Frage: Diese Welt kann ein Raubein wie Jack Pepper verdammt gut gebrauchen.

Als wir im Auftrag der befreundeten Enthüllungsreporterin Wanda dem Verschwinden des Bühnenmagiers Steve nachgehen sollen, mit dem uns eine schwierige Vergangenheit verbindet, geraten wir nach und nach auf die Spuren einer handfesten Verschwörung, die bis in die obersten Kreise der Stadt reicht. Gute sieben bis neun Stunden dauert es bis zum Abspann, bis dahin erwartet euch jedoch ein toll erzählter Film-Noir-Shooter mit einzigartiger Atmosphäre und einem Protagonisten, der es in Sachen Coolness locker mit dem von Humprey Bogart so unvergesslich verkörperten Sam Spade aufnehmen kann – und so ganz zufällig sind die Gemeinsamkeiten sicher nicht.
Unter Ratten
Und es ist eben auch genau das, was Mouse: P.I. for Hire so effektiv von Anfang bis Ende trägt. Denn blickt man einmal über die fantastische Atmosphäre inklusive des brillant adaptierten Zeichentricklooks der Dreißigerjahre hinweg, muss man leider sagen, dass man es hier spielerisch mit einem eher generischen und repetitiven Shooter zu tun hat, was durch die gelegentlich eingestreuten Umgebungsrätsel nicht versteckt werden kann – dafür wirken die schlicht zu aufgesetzt. Ebenso bescheiden wie vorhersehbar ist das Gegnerverhalten, denn die Mäuseschurken laufen in der Regel blind auf uns zu und lassen sich entsprechend problemlos über den Haufen ballern.

Dafür steht uns ein buntes Arsenal an Schießprügeln zur Verfügung, welches neben klassischen Ausführungen wie Pistole, Schrotflinte oder Tommy Gun auch etwas experimentellere Varianten wie eine waschechte Kanone offeriert. Dazu gibt’s eine Handvoll Gadgets, die ebenso wie das reguläre Angebot im weiteren Spielverlauf mit zusätzlichen Upgrades versehen werden können. Das aber auch nur, wenn ihr über ausreichend Geld verfügt. Einsammeln lässt sich das fast überall, aber die größten Summen findet ihr ausschließlich in den oft gut versteckten Tresoren, die ihr erst erfolgreich knacken müsst. Auch an optionalen Sammelobjekten herrscht kein Mangel, wobei mir besonders gut gefallen hat, dass Comics und Co. oftmals ganz eigene Geschichten am Rande der zentralen Handlung erzählen und die Welt sinnvoll vertiefen, anstatt lediglich als Beschäftigungstherapie ins Spiel implementiert worden zu sein.

Etwas taktischer müsst ihr dagegen bei den Bossen vorgehen, die sich nicht immer mit reiner Feuerkraft niedermähen lassen und gegen manche Waffen sogar vollständig immun sind. Schade, dass diese Mechaniken nicht auch ihren Weg in das reguläre Gameplay gefunden haben. Atmosphäre ist eben nicht alles.
Die Liebe steckt im Detail
Über 54.000 handgezeichnete 2D-Sprites haben die Polen für das Spiel erstellt, dazu kamen aufwändige Techniken, ohne die der authentische und detailverliebte Look des Spiels kaum möglich gewesen wäre. All das übrigens auf Basis der Unity Engine, die in der Regel außerordentlich genügsam ist, was die Leistungsanforderungen angeht. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass bereits der Grafikmodus auf PlayStation 5 und XBOX Series X natives 4K bei gleichzeitig durchgehend flüssigen 60 Bildern pro Sekunde anbietet. Der alternative Leistungsmodus peilt dagegen eher 1600p an, ermöglich dafür aber Bildraten von bis zu 120 Hertz für noch schnelleres Gameplay. Eine gesonderte Unterstützung für PlayStation 5 Pro gibt es nicht, aber die vermisst man angesichts der grundsoliden Ausgangssituation zu keinem Zeitpunkt. Zudem läuft das Spiel angenehm fehlerfrei. Abstürze oder andere Ärgernisse sind uns während des Testzeitraums keine begegnet.

Allerdings möchte ich euch an dieser Stelle eher davon abraten, den Leistungsmodus auszuprobieren, da der zu sichtbaren Unruhen im laufenden Bild neigt und auch durchgehend ausgefranste Ränder produziert, was die Atmosphäre stark negativ beeinträchtigt. Das komplett in Schwarz-Weiß gehaltene Spiel lebt maßgeblich von seinem hochgradig stilisierten Look und leidet unter diesen Problemen viel massiver als es die meisten anderen Spiele tun würden. Die ausschließlich englischen Sprecher – darunter ein routiniert überzeugender Troy Baker in der Hauptrolle – leisten hervorragende Arbeit, dazu gibt es sauber lokalisierte deutsche Untertitel. Der grandiose Soundtrack untermalt das Geschehen in jeder Situation stimmig. Wer hätte gedacht, dass ein flotter Jazz derart gut zu Schießereien passt? Und auch die Bedienung geht plattformunabhängig problemlos von der Hand.

“Schon seit den ersten Bewegtbildern zu Mouse: P.I. for Hire war mir klar: Das Ding muss ich haben! Der fantastische Look, dazu eine waschechte Story in bester Film-Noir-Manier…und all das mit Mäusen statt Menschen. All diese Elemente sind es am Ende auch, die das Spiel maßgeblich definieren. Dazwischen – das muss man leider sagen – wartet ein eher einfallsloser und gradliniger Shooter mit nur wenigen spielerischen Highlights. Dafür punkten die Umgebungen mit viel Abwechslung und schönere Sprites hat es in einem Videospiel wahrscheinlich nie gegeben. Wenn das eher langweilige Ballern nicht so sehr stört, wird mit dem Spiel definitiv Spaß haben. Immerhin: Für den kleinen Preis kann man auf jeden Fall nicht viel falsch machen.”


- Unverbrauchtes Setting…
- …mit einzigartigem Look
- Tolle Atmosphäre mit bestem Film-Noir-Feeling
- Abwechslungsreiche Schauplätze
- Coole Charaktere
- Angemessener Umfang
- Exzellente Vertonung
- Sauber lokalisierte Untertite
- Fair ausbalancierte Schwierigkeitsgrade
- Schnörkellose Bedienung
- Fairer Preis

- Überwiegend generisches, repetitives Shooter-Gameplay
- Strohdoofes Gegnerverhalten
- Umgebungsrätsel wirken bisweilen etwas aufgesetzt
- Fehleranfälliger Leistungsmodus


Entsprechende Rezensionsmuster sind uns freundlicherweise von Fumi Games zur Verfügung gestellt worden.
*Unsere Links werden nicht mit einer Monetarisierung versehen.
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