Zwei Jahre nach dem überraschenden Erfolg von Twins arbeiteten Regisseur Ivan Reitman und Actionstar Arnold Schwarzenegger erneut bei einer Komödie zusammen. Herausgekommen ist Kindergarten Cop, der bis heute zu den beliebtesten Filmen der Steirischen Eiche und auch zu dessen persönlichen Favoriten zählt. Nach langer Wartezeit haben sich nur PLAION Pictures dem Film angenommen und den Film als 4K UHD und Blu-Ray Remastered neu aufgelegt – mit teils atemberaubenden Resultaten!


Vertrieb: Universal Pictures im Vertrieb von PLAION Pictures
Erstveröffentlichung: 1990






Der Film
Schon seit Jahren versucht der knallharte, aber mental abgewrackte Cop John Kimble (Arnold Schwarzenegger), den Drogendealer Cullen Crisp (Richard Tyson) dingfest zu machen. Nachdem der Edelgangster von einem rauschgiftsüchtigen Freudenmädchen dabei beobachtet wird, wie er einen seiner eigenen Informanten umlegt, wittert Kimble endlich die Chance und nimmt Crisp wegen Mordes fest. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch davon überzeugt, dass eine Verurteilung nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn dessen Ex-Frau Rachel ebenfalls vor Gericht aussagt. Die hatte sich einst mit dem gemeinsamen Sohn und mehreren Millionen Drogengeldern abgesetzt und wird seitdem unerbittlich von Crisp und seiner herrisch-dominanten Mutter gejagt. Die letzte Spur des Informanten führt in das lauschige Küstenörtchen Astoria im weit entfernten Oregon.

Um die beiden identifizieren zu können, tut sich Kimble zwangsweise mit seiner resoluten Kollegin O’Hara (Pamela Reed) zusammen. Die ehemalige Kindergärtnerin soll sich vor Ort unter falscher Identität in den Schulbetrieb einschleusen, erleidet aber aufgrund ihrer unkontrollierbaren Leidenschaft für Essen aller Art bereits auf der Fahrt eine akute Lebensmittelvergiftung und schaut erstmal nur noch in den Eimer. Jetzt liegt es ausgerechnet an dem mürrischen Kimble, den Job zu übernehmen. Gestriegelt und gebügelt wird er im lokalen Kindergarten vorstellig und sorgt dort durch sein durchtrainiertes Erscheinungsbild schnell für Schnappatmung unter den zahllosen Müttern. Doch während der Cop mit Mördern, Dealern und Co. problemlos umzugehen weiß, entpuppen sich die Kinder anfänglich als absoluter Albtraum, der sich Kommandos nicht so leicht beugen will.

Mit Ruhe und Geduld lernt Kimble die Kinder – darunter auch den schüchternen Dominic – mit der Zeit besser kennen und entdeckt Mittel und Wege, den Nachwuchs durch Disziplin und ein offenes Ohr für sich zu gewinnen. Dadurch erlangt er nicht nur den Respekt der argwöhnischen Kindergartenchefin Ms. Schlowski (Linda Hunt), sondern auch die Zuneigung seiner attraktiven Kollegin Joyce (Penelope Ann Miller), die sich rasch als Dominics Mutter entpuppt. Doch während Kimble immer mehr in seiner Tarnidentität aufgeht, sorgt Crisps Mutter dafür, dass ihr verkommene Spross nach dem Ableben der einzigen Zeugin wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Und der weiß längst genau, wo sich die Ex mitsamt Sohn und Barschaft aufhalten…
Die Rezension
Obwohl Arnold Schwarzenegger zu Beginn der Neunzigerjahre als Actionstar weiterhin größte Popularität genoss, wollte der gebürtige Österreicher sein Portfolio gerne erweitern und sich auch in anderen Genres versuchen. Nach der bereits überaus erfolgreichen Zusammenarbeit mit Komödienspezialist Ivan Reitman zwei Jahre zuvor wurde Kindergarten Cop zum zweiten und letzten gemeinsamen Projekt der beiden Hollywoodgrößen. Dabei spielt der Film zunächst geschickt mit Schwarzeneggers damaligem Image und zeigt dessen Rolle anfänglich noch von der harten und dreckigen Seite, was den allmählichen inneren und äußeren Wandel der Figur später umso nachvollziehbarer macht. Dabei mag man stellenweise ein wenig über das Ziel hinausgeschossen sein, denn vor allem der Einstieg ist für ein junges Publikum dann doch eher ungeeignet.

Gedreht wurde überwiegend vor Ort in einer tatsächlichen Schule, die dem Filmteam nach Schulschluss vollumfänglich für den Dreh zur Verfügung stand. Einige Lehrer und Schüler wurden kurzerhand als Statisten verpflichtet, was die Atmosphäre des Films zusätzlich bereichert. Als Dank spendierte man dem Gelände unter anderem einen neuen Spielplatz und frisch aufbereitete Grünflächen. Für Schwarzenegger selbst richtete man ein privates Fitnessstudio ein, damit der sich vor und nach getaner Arbeit weiterhin seiner Lieblingsbeschäftigung widmen konnte. Bei den zentralen Kindergartenkinder musste man sich dann aber doch auf echte Darsteller verlassen. Über zweitausend Kinder sprachen für die Rollen vor, darunter sogar ein blutjunger Elijah Wood.

Entstanden ist ein insgesamt etwas unausgeglichener Film, der sich nicht immer ganz entscheiden kann, ob er Komödie oder Thriller sein will. Die spaßigsten Momente sind eindeutig die, in denen Schwarzenegger in seiner Verzweiflung über die altklugen und aufmüpfigen Kids kurz davor zu stehen scheint, dem Wahnsinn anheim zu fallen. Davon hätte es für meinen Geschmack gerne mehr geben dürfen. Der Rest wirkt stellenweise eher generisch, spätestens wenn der Fokus auf die sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen Kimble und Joyce umschwenkt. Der damit verbundene Twist ist sofort durchschaubar, so dass man sich als Zuschauer noch vor der Mitte ausmalen kann, wie das Ganze enden wird – was dann letztendlich auch exakt so eintrifft. Auch die etwas dramatischeren Momente wirken eher aufgesetzt und werden in Teilen groß aufgebaut, aber dann doch stellenweise gar nicht mehr verfolgt.

Trotzdem war der Film ein großer Erfolg und konnte bei schon damals nur gemischten Kritiken weltweit beinahe das Zehnfache seiner Kosten einspielen. Damit schnitt der Film das Kinojahr 1991 als zweiterfolgreichster Release ab, der sich lediglich Kevin – Allein zu Haus geschlagen geben musste. Durchgehend gut aufgelegte (Jung-)Darsteller, lauschige Bilder und der charmante Score von Alan Silvestri machen Kindergarten Cop trotzdem zu einem kurzweiligen Spaß. Zitate wie Jungs haben einen Penis, Mädchen haben eine Vagina sind auch heute noch in der Internetkultur populär und dürften seinerzeit entscheidend zur sexuellen Aufklärung einer ganzen Generation beigetragen haben. Und das ist doch an sich schon eine Menge wert, oder?
4K UHD und Blu-Ray Remastered: Das Bild
Die deutsche Blu-Ray erschien erst im Spätsommer 2017 unter lizensiertem Vertrieb von Pandastorm Entertainment. Eher späte Veröffentlichungen wie diese basieren in der Regel auf frischen Mastern und heben sich qualitativ nicht selten dramatisch von frühen Katalogtiteln ab. Nicht so Kindergarten Cop, denn die dazugehörige Blu-Ray kann man nur als absolute Katastrophe bezeichnen und ist dementsprechend identisch zu der von Universal Pictures veröffentlichten Fassung in den Vereinigten Staaten, welche dort bereits drei Jahre zuvor erschien.
Beide Scheiben lösen derart miserabel auf, dass man mit ziemlicher Sicherheit problemlos DVDs finden wird, die über eine bessere Bildqualität verfügen. Eine derart definitionsbefreite Veröffentlichung ist mir in über zehn Jahren M-Reviews noch nicht untergekommen. Selbst größere Beschriftungen im Vordergrund versinken komplett im Matsch. Stellenweise hat man das Gefühl, ein bewegtes Aquarell vor den Augen zu haben. Während der ersten Viertelstunde in Los Angeles liegen außerdem komplett enthemmte Rauschmuster auf dem Bild, was durch das veraltete MPEG-4/AVC – Encoding nicht gerade verbessert wird. Gleichzeitig wird man das Gefühl nicht los, dass hier im Vorfeld auch noch künstlich nachgeschärft hat, was häufig in unnatürlich dramatischen Konturen resultiert. Der permanente Rotstich der Gesichter lässt die Darsteller so wirken, als hätten die sich vor den Dreharbeiten allesamt für mehrere Stunden ohne Sonnenschutz an den Strand gelegt, während die Differenzierung abseits davon überraschend gut gelingt. Der Rest der Farbgebung wirkt meist kraftlos und blass, satte Kontraste darf man außerdem zu keinem Zeitpunkt erwarten.
In den Vereinigten Staaten hatte sich zuletzt das für seine hochwertigen Neuauflagen bekannte Label Kino Lorber der Sache angenommen und einen neuen Scan in 4K vom ursprünglichen 35mm-Analogmaterial anfertigen lassen, der nachträglich umfassend remastert worden ist. Doch richtig überzeugend ausgefallen sind die Ergebnisse auch dort nicht. Zwar wischt die Fassung schon im Auflösungsbereich hemmungslos den Boden mit den bestehenden Fassungen auf, driftet bei der Farbgebung aber zu sehr ins Gelb ab und ist schlicht viel zu hell eingestellt. Eine dramatische Verbesserung, aber eben nicht der große Wurf und zudem weit entfernt von dem, was das Label normalerweise abliefert. Kein Wunder also, dass sich PLAION Pictures für den Release im deutschsprachigen Raum dazu entschieden haben, nochmal ein komplett neues Master anzufertigen und mit einem frischen Grading zu versehen. Das Ergebnis dürfen wir uns nicht nur als 4K UHD ansehen, sondern auch als Blu-Ray Remastered, welche dem Set praktischerweise beiliegt.
Und bereits die stellt den ursprünglich auf Natürlichkeit bedachten Look mehr als gelungen wieder her. Statt kränklichem Gelb wirken die Gesichter nun wunderbar gesund, Primärtöne erhalten wieder Raum zur Entfaltung und auch bei der Differenzierung gibt’s nichts zu beanstanden. Der klassisch-analoge Look wird durch die hier schon angenehm unaufdringliche Körnung optimal begleitet und auch die übertriebene Helligkeit der ersten Neuabtastung wurde zugunsten eines ausgeglichenen Gesamterlebnisses angepasst, während die Scheibe in dunkleren Einstellungen über eine anhaltend gute Durchzeichnung verfügt und dort außerdem sattes Schwarz offeriert. Der Star der Manege bleibt jedoch die Auflösung, denn wo vorher kaum mehr zu sehen war als ein hässlicher Pixelsumpf, wirkt die zweite Neuauflage wie ein komplett neuer Film. Und bevor wir die Unterschiede hier nun über mehrere Absätze erläutern, wofür es definitiv ausreichend Möglichkeiten gäbe, lassen wir doch lieber die Bilder für sich sprechen.
Das alleine ist für sich bereits ein gewaltiges Upgrade, aber die 4K UHD kitzelt aus dem Material dann doch noch ein bisschen mehr heraus. Ausgestattet mit einem erweiterten Farbraum nach Rec.2020 sowie Support für HDR10 und Dolby Vision, bekommen wir hier zunächst eine nativ auflösende Scheibe von PLAION Pictures geliefert. Feinere Details wie zum Beispiel Kleidungstexturen werden von der 4K UHD besser herausgearbeitet. Sehr kleine Schriften, wie man sich in der Apothekenszene zum Ende hin zuhauf finden kann, lassen sich problemlos erkennen, wo die bereits hervorragende Blu-Ray Remastered nicht mehr mithalten kann. Die Farben kommen noch eine Ecke kraftvoller rüber, während das insgesamt etwas dunklere Mastering mehr Plastizität in die Gesichter bringt. All das bei einer anhaltend vorbildlichen Differenzierung. Die feiner aufgelöste Körnung bringt zudem mehr Ruhe in den Film, im Kontrastbereich darf man sich auf kräftigere Schwarzanteile freuen, während neutrale Flächen korrekt dargestellt werden, was aber schon über die frische Blu-Ray sehr gut gelingt. In der Summe ein sensationelles Upgrade, was im Angesicht der extrem miesen Erstauflage aber auch zu erwarten war.
4K UHD und Blu-Ray Remastered: Der Ton
Bei der Audioausstattung bleibt dagegen alles wie gehabt, es gibt verlustfreie Masterspuren im Format DTS-HD MA 5.1 für die deutsche und englische Fassung. Beide Abmischungen sind schnöder Durchschnitt und bleiben weitestgehend frontlastig. Die Dialoge stehen klar im Vordergrund und sind durchgehend problemlos verständlich. Ein Gefühl von Räumlichkeit bleibt weitestgehend aus, obwohl zum Beispiel der typische Trubel auf den Gängen nach der Schulglocke hier durchaus was hätte reißen können. Auch im Finale, wenn es zur Auseinandersetzung in der Schultoilette kommt, verschenkt der jeweilige Mix viel Potenzial für eine passende Akustik. Man hat hier leider zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, lustlos aufgepumpte Stereospuren serviert zu bekommen. Umso mehr, weil im vorderen Bereich durchaus solide differenziert, bzw. platziert wird. Und damit kann man im Endeffekt auch halbwegs gut leben.

Umso schöner, dass PLAION Pictures als alternative Fassung erstmals die originale Stereospur aus dem Kino beilegt. 1990 gab es noch kein Dolby Digital, das wurde erst zwei Jahre später mit Batman etabliert. Mir persönlich ist so eine ursprüngliche Abmischung viel lieber, wenn man nicht wie zum Beispiel Capelight Pictures nochmal Zeit und Geld investiert, von professioneller Hand einen völlig neuen Mix aus den Originalspuren zu erstellen. Die Stereospur klingt dynamischer, klarer und ist für mich die definitive Option, den Film zusätzlich zum hervorragend erneuerten Bild bestmöglich zu genießen.
Die Extras
Die Erstauflage wird zunächst ausschließlich im streng limitierten Mediabook ausgeliefert – mit der Konsequenz, dass dafür auf gängigen Plattformen im Netz bereits wenige Tage nach Veröffentlichung Höchstpreise abgerufen werden, die man natürlich unter keinen Umständen bezahlen sollte. Wer das große Glück hatte, ein Exemplar zum regulären Preis zu ergattern, darf sich auf eine gewohnt hochwertige und stabile Verarbeitung freuen, der als physische Beigabe ein begleitendes Booklet mit Text aus der Feder von Tobias Hohmann beiliegt. Hier wird man zusätzlich zu den beiden Audiokommentaren – zum einen von den Filmhistorikern Alexandra Heller-Nicholas und Josh Nelson sowie separat dem ebenfalls als Filmhistoriker tätigem Samm Deighan – mit vielen interessanten Informationen rund um die Produktion gefüttert, optionale deutsche Untertitel lassen sich auf Wunsch jederzeit zuschalten.

Der Rest setzt sich überwiegend aus bekanntem und leider auch uraltem Material zusammen, was durch die extrem bescheidene Bildqualität leider nochmal unterstrichen wird. Bei den Trailern findet man teilweise noch das damalige RTL-Logo in der Bildecke. Auch der viel zu kurze Blick hinter die Kulissen hinterlässt keinen guten Eindruck. Das restliche Material setzt sich ausschließlich aus weiteren Spots zusammen, außerdem gibt’s noch eine überschaubare Bildergalerie. Nichts, womit man sich mit großem Interesse widmen müsste. Aufmachung und Audiokommentare sind zusammen mit dem Begleittext aber wirklich schöne Extras und es ist schön, dass man wenigstens versucht hat, überhaupt etwas zusammenzutragen. Man kann ja auch nicht herzaubern, was nicht existiert.

“Kindergarten Cop ist so ein typischer Guilty-Pleasure-Film, den man sich einmal im Jahr in den Player schiebt, ohne genau zu wissen, warum. Denn ich kenne kaum einen Film, der sich so schwer damit tut, zwischen Thriller und Komödie einen klaren Konsens zu finden. Die obligatorische Romanze trägt dazu nicht gerade hilfreich bei. Ein paar gute Sprüche, spielfreudige Darsteller und die schöne Präsentation machen den Film dennoch sehenswert. Trotzdem vielleicht nicht ganz verkehrt, dass sich Arnie danach wieder der Action zugewandt hat – und natürlich der Politik. Dass sich PLAION Pictures trotzdem mit solcher Sorgfalt um eine angemessene Neuauflage bemüht haben, freut mich dagegen sehr. Das verglichen mit der Fassung aus den Vereinigten Staaten nochmals bessere Bild macht diese Fassung zur weltweit besten, der ursprüngliche Stereoton kann sich ebenfalls hören lassen und die Aufmachung ist wie immer exzellent. Die Qualität der Extras schwankt dagegen sehr.”

Quelle Bildmaterial: ©2026 Universal Pictures.. Im Vertrieb von PLAION Pictures. All rights reserved.”
Entsprechende Testmuster wurden von uns auf eigene Kosten gestellt.
*Unsere Links werden nicht mit einer Monetarisierung versehen
Hinterlasse jetzt einen Kommentar