4K UHD | Blu-Ray Remastered | Manche mögen’s heiß

"Nobody is perfect!"

Heute haben wir das große Vergnügen, uns der Neuauflage einer der wohl besten – wenn nicht sogar DER besten – amerikanischen Filmkomödien aller Zeiten widmen zu dürfen. Manche mögen’s heiß ist ein wunderbar zeitloser Spaß mit legendärer Besetzung, der auch heute noch regelmäßig ein treues Publikum begeistert. Und dank Capelight wird das Meisterwerk nun in Form von 4K UHD und Blu-Ray auch für die nächsten Generationen konserviert. 

Vertrieb: Capelight Pictures

Erstveröffentlichung: 1959

Veröffentlichungstermin: 30. April 2026

Darsteller: Jack Lemmon, Tony Curtis, Marilyn Monroe, Nehemiah Persoff und andere

Format: 4K UHD | Blu-Ray

Preis: 39,99€*

Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

IMDB | Metacritic




Der Film

Im Jahr 1929 befinden sich die Vereinigten Staaten von Amerika fest im Würgegriff der Prohibition. Moralinsaure Sittenwächter haben im Alkohol die Ursache jedweden sittlichen Verfalls ausgemacht, weshalb Herstellung, Vertrieb und Co. landesweit für illegal erklärt worden sind. Dankbar ist dafür vor allem das Organisierte Verbrechen, welches in sämtlichen Großstädten überall illegale Ausschankbetriebe – die sogenannten Flüsterkneipen – betreibt und heimlich über die Landesgrenzen geschmuggelten Fusel an die durstigen Bürger verkauft. Und wo könnte es mehr dieser wunderbaren Orte geben, als in Chicago als Zentrum der damaligen Bandenkriminalität? 

Die Musiker Joe und Jerry geraten von einem Ärgernis ins nächste. | 4K UHD

Als ein Spitzel dafür sorgt, dass die Polizei das Etablissement von Mobster Gamaschen-Colombo (George Raft) stürmt, gelingt den dort angestellten Musikern Joe (Tony Curtis) und Jerry (Jack Lemmon) gerade so die Flucht. Wenig später werden beide zufällig Zeuge, wie der Spitzel und seine Kumpanen von dem rachsüchtigen Gangsterboss in einer Garage erschossen werden. Nunmehr selbst auf der Todesliste und gezwungen, aus der Stadt zu fliehen, sind beide gezwungen, mangels Alternative in einer Damenkapelle unterzutauchen. Verkleidet als Josephine und Daphne inklusive passenden Kleidern, Schminke und Perücken, geht es unter Leitung der strengen Sweet Sue sowie dem unfähigen Manager Bienstock via Zug ins sonnige Miami, wo die Gruppe in einem Strandhotel auftreten soll.

Die bildschöne Sängerin UND Ukulelespielerin der Musikgruppe hat es Joe und Jerry vom ersten Moment an angetan. | 4K UHD

Bereits während der Fahrt verlieben sich die beiden schlagartig in die wunderschöne Sängerin Sugar “Kane” Kowalczyk (Marilyn Monroe). Die zudem gar nicht unbegabte Ukulelespielerin hat allerdings ein kleines Alkoholproblemchen und wird nur dank der Hilfe von Jerry | Daphne nicht heimlich beim Trinken erwischt, wodurch man sich tatsächlich schnell näher kommt. Aber eben auch nur so nahe, wie es die Aufrechterhaltung ihrer Tarnung zulässt. Denn die Untergetauchten wissen nur zu gut, welche Katastrophe losbrechen würde, wenn man sie enttarnt. Vor Ort mehren sich die Probleme immer weiter: Während Jerry sich den permanenten Avancen des greisen Millionärs Osgood Fielding III. erwehren muss, schmeißt sich ein spätpubertärer Hotelpage hemmungslos an Joe | Josephine heran. 

Verkleidet als Josephine und Daphne würden die beiden auf dem Parteitag der Linken kaum noch auffallen. In dem Fall geht’s aber darum, das nackte Leben vor den Mobstern zu retten! | 4K UHD

Der wiederum verkleidet sich als Millionenerbe, um bei seiner Angebeteten Sugar landen zu können, die sich nach zahllosen Enttäuschungen nur noch mit reichen Männern einlassen möchte. Gefangen in einem immer chaotischeren Verwirrspiel, bei dem sich Joe und Jerry zusehends in einem unüberschaubaren Verwirrspiel der Identitäten wiederfinden, taucht dann auch noch Gamaschen-Colombo im Hotel auf, um an einer Mafia-Tagung teilzunehmen…

Die Rezension

Die Geschichte um einen unfreiwilligen Rollentausch, auf dessen Basis sich immer mehr komödiantische Verwirrungen ergeben, ist keineswegs neu. Schon 1935 erschien in Frankreich mit Fandare d’Amour ein sehr identisch gestrickter Film, welcher Anfang der Fünfziger Jahre zunächst in Deutschland neu adaptiert wurde, ehe sich der legendäre Regisseur Billy Wilder und sein langjähriger Kollaborateur I.A.L. Diamond erneut dem Stoff annahmen. Dabei bewies das Duo trotz zahlloser Warnungen des damals extrem konservativen Medienestablishments ein gutes Näschen für einen potenziellen Welthit. Tatsächlich wurde später so manch zu freche Doppeldeutigkeit aus dem Skript gestrichen, gleichzeitig gelang es den Autoren, zahllose sexuelle Anspielungen geschickt in den Dialogen zu verbergen, wo sie von den oberflächlichen Zensoren nicht gefunden werden konnten.

Geld wie Heu und ein Gesicht wie Knetmasse: Osgood Fielding III. ist vom verkleideten Jerry hingerissen. | 4K UHD

Dabei vertraute Wilder auch der Intelligenz seines Publikums, gewisse Zusammenhänge selbst erkennen zu können. In heutigen Zeiten, wo Dinge so erklärt werden, dass sie selbst Amöben verstehen, wird dieser Umstand fürwahr schmerhaft vermisst. Die zeitlosen, vor Komik nur so sprühenden Dialoge machen einen wichtigen Teil der Gesamtqualität von Manche mögen’s heiß aus. Und doch nützt das beste Drehbuch nichts, wenn man nicht über einen Cast verfügt, der dieses auch gekonnt umzusetzen versteht. Billy Wilder hatte mit Marilyn Monroe bereits zehn Jahre zuvor den überaus erfolgreichen Das verflixte 7. Jahr abgedreht. Der Film wurde nicht nur zum Hit, sondern machte die Hauptdarstellerin auch aufgrund der unvergesslichen Szene mit dem Flatterrock weltweit zur Kultikone. Und obwohl die Monroe sich mittlerweile seriöseren Projekten verschrieben hatte, konnte sich der erneuten Zusammenarbeit nicht widerstehen – 100.000 Dollar Gage und 10% Beteiligung am Gesamtgewinn dürften diese Entscheidung am Rande brauchbar unterstützt haben.

Mr. Bienstock und Sweet Sue achten penibel darauf, dass die Mädchen Anstand und Moral wahren. Klappt trotz Riesenokular natürlich nur bedingt. | 4K UHD

Dass die platinblonde Aktrice zu diesem Zeitpunkt bereits stark tablettenabhängig und auch psychisch nicht mehr allzu sehr auf der Höhe war, sollte die anstehenden Dreharbeiten in Los Angeles sehr strapazieren. Als Wunschkandidat für die Rolle von Jerry | Daphne wurde zunächst Frank Sinatra angefragt, der es aber vorzog, zu dem vereinbarten Vorsprechen gar nicht erst aufzutauchen. Ob Sinatra nachträglich um seinen Ruf fürchtete oder ihn seine damals bereits wohlbekannten Verbindungen zum Organisierten Verbrechen vom Erscheinen abhielten, darüber lässt sich heute lediglich mutmaßen. Für Jack Lemmon war das in jedem Fall Glück, denn obwohl der bereits 1955 einen Oscar© für Keine Zeit für Heldentum einheimsen konnte, war es um seinen Wiedererkennungswert als Darsteller nicht allzu gut bestimmt. Die Besetzung von Tony Curtis stand dagegen relativ schnell fest, was gerade für den so peniblen Wilder einen kleinen Wunder glich. 

Joe gibt sich nicht nur als Frau aus, sondern spielt auch den englischen Millionenerben, um Sugar zu erobern. | 4K UHD

Aber auch die Nebenrollen wurden bis in den letzten Winkel mit hochkaratigen Stars der damaligen Zeit besetzt, die mit ganz viel Freude oft jene Rollen persiflieren, die sie über Jahrzehnte durchgehend mit bitterem Ernst verkörperten. Bei den Dreharbeiten selbst kam es immer wieder zu Problemen, da die außerdem auch noch schwangere Monroe selbst kürzeste Sätze zuverlässig vergaß, was die beiden anderen Hauptdarsteller soweit trieb, dass sie sogar Wetten darüber abschlossen, wie viele Takes es benötigen würde, bis eine Szene endlich im Kasten wäre. Hinzu kam die Entourage rund um Monroe, die sich in schöner Regelmäßigkeit in die Produktion einmischte und Wilder soweit trieb, dass dieser unmittelbar nach vollendeten Arbeiten in einem Interview auf die Frage nach einer weiteren Zusammenarbeit antwortete: „Ich habe darüber mit meinem Arzt und meinem Psychiater gesprochen, und beide meinten, ich sei zu alt und zu reich, um das noch einmal durchzumachen.“ Erst im Angesicht des gewaltigen Erfolg des fertigen Films revidierte er seine Meinung.

Jerry fällt es zunehmend schwerer, sich den Avancen des chronischen Schürzenjägers Fielding zu erwehren. Der will seine neue Angebetete am liebsten sofort vor den Altar zerren. | 4K UHD

Im erzählerischen Aufbau folgt Manche mögen’s heiß als klassischer Dreiakter nach den Richtlinie von Einleitung, Entwicklung und Entscheidung. Weil es dabei eher dramatisch beginnt, lässt einen zunächst kaum vermuten, dass man es hier mit einer Komödie zu tun hat. Ein für damalige Verhältnisse völlig unbekannter Schritt, der jedoch absolut notwendig ist um die Charaktere von Curtis und Lemmon glaubwürdig einzuführen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Tatsache, dass das Publikum die Männer ausreichend kennenlernt, ehe sie in Frauenkleidung schlüpfen. Nur so würde die einfache aber essentielle Tatsache, dass die Kostümierten in der Realität problemlos als solche identifiziert werden würden, eher zu einem Detail am Rande und der filmische Genuss weit weniger geschmälert. In der Praxis funktioniert das heute umso besser. Man gewöhnt sich einfach sehr leicht an schlecht rasierte Transvestiten, wenn man mal ein wenig Zeit in Berlin verbracht hat. 

Der Mafia zu entkommen, um danach an einem weit entfernten Ort mitten in einer Mafiatagung zu landen, ist schon ein selten dämliches Unglück. | 4K UHD

Damals revolutionäre Schnitttechniken sorgten für wunderschöne Szenenübergänge, zudem wir das Tempo konsequent hochgehalten, was ebenfalls zur Zeitlosigkeit des Films beiträgt. Wilder konzentriert sich stets auf das Wesentliche und lässt dazwischen stets genug Raum, den man als Zuschauer mit eigenen Ideen füllen kann. Gleiches gilt dann auch für das Ende, welches mit den ikonischen Worten “Niemand ist perfekt” kaum besser hätte ausfallen können und in der Folge nicht nur Einzug in die Alltagssprache gefunden hat, sondern letztendlich auch auf dem Grabstein des 2002 verstorbenen Regisseurs verewigt wurde. Manche mögen’s heiß ist eine klassische Screwball-Komödie, die immer dann am besten funktioniert, wenn man sie nicht chronisch hinterfragt. Meisterhaft getragen von den drei Hauptdarstellern, die sich gegenseitig zu absoluten Höchstleistungen anspornen, gilt der Film berechtigt als einer der besten seiner Art. Im prüden Deutschland der damaligen Zeit wurde der Film aufgrund der vielen Trinkerei und der Burleske erst ab 18 Jahren freigegeben und später ein wenig heruntergestuft, obwohl die aktuell bestehende Freigabe ab 16 Jahren in meinen Augen immer noch viel zu hoch ist. 

Gamaschen-Colombo und seine Bande wollen die ungewollten Zeugen um jeden Preis loswerden. | 4K UHD

Begleitet von einem fantastischen Soundtrack und einem durchgehend hervorragenden Bühnenbild kann sich der Film im Gesamtergebnis immer noch sehen lassen. Dass man letztendlich in Schwarz-Weiß gedreht hat, obwohl der Vertrag der Monroe eigentlich eine Farbproduktion vorsah, war übrigens dem Umstand geschuldet, dass die Schminktests von Lemmon und Curtis in Farbe einfach nicht gut aussahen und beiden ein extrem kränklich anmutendes Äußeres beschert hätte. Kritisieren muss man anhaltend die deutsche Vertonung. Damals wurden Originaldialoge oftmals stark verfremdet, was überdeutlich wird, wenn man die Synchronfassung einmal simultan zu den englischen Untertiteln laufen lässt. Wer also die Gelegenheit hat, sollte den Film unbedingt einmal in der ursprünglichen Fassung ansehen. 

4K und Blu-Ray Remastered: Das Bild

Die Herstellung von Schwarz-Weiß-Filmen ist auf ihre Weise unglaublich interessant. Gedreht wurde damals mit einer Mitchell BNC, die über Jahrzehnte hinweg als Standard einer jeden Filmproduktion in Hollywood genutzt wurde und vor allem den Vorteil hatte, dass sie neben einer verbauten Geräuschdämmung bei Tonaufnahmen auch einfacher in der Bedienung war. Als Filmmaterial entschied man sich für das von Kodak angefertigte EASTMAN Plus-X 5231, ein klassisches 35mm-Material mit guter Eignung für den Dreh bei mittlerer bis mäßig hoher Lichteinwirkung, wobei das immer sehr abhängig von der Art der Beleuchtung ist. Gleichzeitig offeriert das Material eine sehr ausgeglichene Feinkörnung, was natürlich gerade in dem Segment von außerordentlicher Wichtigkeit ist, da Schwarz und Weiß prinzipiell sehr rauschanfällig sind. 

Man beachte anhand der feinen Verzierungen der Kleider, was die 4K UHD (Slider ←) im Vergleich zu der schon sehr guten Blu-Ray Remastered (Slider →) an zusätzlicher Detailwiedergabe herauskitzelt.

Das hier vorliegende Master hat bereits gute acht Jahre auf dem Buckel und entstammt einer Gemeinschaftskooperation von Rechteinhaber MGM – heute natürlich Teil von Amazon -, dem amerikanischen Sammlerlabel Criterion und dem zu Disney gehörenden englischen Verleiher Park Circus. Als Basis zog man das Originalnegativ heran, fehlendes Material wurde unter anderem mit einem Feinkornpositiv ergänzt, welches sich durch eine extrem hohe Qualität auszeichnet und daher ideal für einen Wiederherstellungsprozess geeignet ist. Im Anschluss wurde das Material rigoros von den zahllosen strukturellen Unruhen sowie sichtbaren Verschmutzungen bereinigt, die unter anderem noch die Blu-Ray aus dem Jahre 2011 plagten – wobei die auch anderweitig nicht gerade einen tollen Eindruck hinterlässt. 

Die Blu-Ray Remastered (Slider →) tendiert grundsätzlich etwas mehr ins Gräuliche, sieht aber trotzdem um Welten besser aus als die Erstauflage. Die 4K UHD (Slider ←) kitzelt auflösungsbedingt nochmal mehr aus dem Material heraus und liefert dynamischere Kontraste.

Schärfe und damit verbunden auch die Detailwiedergabe sind unterdurchschnittlich, außerdem kam hier wie bei so vielen anderen Filmen das europäische Bildformat 1,66:1 zum Einsatz, wodurch man am linken und rechten Bildrand mit schwarzen Balken leben musste. Auf welchem Master diese Veröffentlichung basiert, ließ sich leider nicht genau klären, ein sonderlich gutes war es jedenfalls nicht, das zeigt sich schon im Kontrastbereich. Die Blu-Ray versumpft viel zu oft im Schwarz, wodurch sich je nach Einstellung mitunter kaum noch etwas erkennen lässt. Die Weißanteile werden insgesamt einfach zu sehr in den Hintergrund gedrängt, was im Ergebnis alles andere als harmonisch aussieht. Und auch die analoge Körnung bekommt die Scheibe mangels gutem Encoding schlicht nicht besonders gut dargestellt, so dass es hier häufig zu weiteren Unruhen kommt. Leider stand uns diese Fassung für einen Vergleich nicht zur Verfügung, das Wissen darüber rekonstruiere ich aus einer früheren Sichtung, die allerdings schon einige Jahre zurückliegt. 

Übersehene Verschmutzungen oder nicht? Angesichts der Tatsache, dass das Teleskop definitiv nach draußen ragt und hier wohl kein schlecht sichtbares Fenster im Bild ist, tippe ich eher auf ersteres. Abseits davon lassen sich die Unterschiede zwischen Blu-Ray Remastered (Slider →) und 4K UHD (Slider ←) bei der Dynamik auch hier nochmal sehr gut erkennen. Beide Veröffentlichungen händeln die Körnung hervorragend.

Was uns aber zur dank unserer lieben Freunde bei Capelight Pictures zur Verfügung steht, ist neben der taufrischen 4K UHD auch eine frisch auf Basis des bestehenden Masters angefertigte Blu-Ray Remastered. Letztere präsentiert sich bereits in einer sehr viel besseren Qualität als die alte Scheibe von MGM und besticht mit dramatisch besser ausbalancierten Kontrasten, sehr guter Differenzierung sowie einer durchgehend stabilen wie natürlichen Analogkörnung bei gleichzeitig kräftigen Schwarzanteilen. Auch das ursprüngliche amerikanische Bildformat von 1,85:1 wurde wiederhergestellt. Merklich überlegen ist die Neuauflage außerdem bei der Detailwiedergabe, die nahezu in jeder Einstellung sichtbar ist. Feinere Texturen werden dabei ebenso gut zur Geltung gebracht, wie Feinheiten auf Kleidungsstücken.  Viel besser wird der Film langfristig wohl nicht aussehen und wer die alte Blu-Ray noch im Regal stehen hat, wird damit spätestens nach Sichtung der Neuauflage Frisbee spielen gehen. Allenfalls kleinere Softshots verbleiben, bei denen man aber gerne ein Auge zudrückt, da hier wahrscheinlich einfach kein besseres Material vorgelegen hat. 

Die 4K UHD (Slider ←) überragt bei der Sättigung im Schwarz und punktet mit mehr Leuchtkraft im Weißbereich. Hier gilt weiterhin: Die Blu-Ray Remastered (Slider →) sieht in der selben Einstellung schon richtig gut aus.

Die nochmals etwas bessere 4K UHD löst nativ auf und wurde mit HDR10 gemastert. Im Weißbereich entfaltet sie mehr Leuchtkraft, während auch beim Schwarz mehr Kraft vorhanden ist, was den Film im Gesamtergebnis nochmal auf eine etwas höhere Stufe hievt. Gleiches gilt für den Bereich der Detailwiedergabe, wo die 4K UHD wirklich das letzte bisschen Qualität aus dem vorhandenen Material herauskitzelt. Besonders in Nahaufnahmen sieht das atemberaubend gut aus, wenngleich daraus andererseits der Nachteil entsteht, dass man die Schminktricks der damaligen Zeit dann doch nicht mehr verbergen kann. Für Enthusiasten lohnt sich das Upgrade absolut, gerade auf Beamern oder Großbildschirmen ist der Mehrwert unverkennbar. Wie praktisch, dass es beides zusammen in einem Set gibt.

4K UHD und Blu-Ray Remastered: Der Ton 

Typisch MGM wurde die alte Blu-Ray mit einer deutschen Tonspur im Format DTS 5.1 bestückt, die mit einer leichten Kompression versehen war. Die ist natürlich nachträglich erstellt worden, denn an digitale Tonspuren war zum Entstehungszeitpunkt längst nicht zu denken. Gearbeitet wurde hier wahrscheinlich auf Basis alter Monospuren, die man für so ein Vorhaben natürlich ziemlich aufblasen musste, was man im Ergebnis auch gut hören kann, denn sowohl Dialoge als auch Musik klingen gemessen am Alter der Produktion unnatürlich blankgefiltert. Gleichzeitig mangelt es hintenraus an Dynamik, wenn es mal etwas chaotischer zugeht. Die englische Masterspur klingt identisch bescheiden. 

Wenn Gamaschen-Colombo nur wüsste, wie nahe ihm die unliebsamen Kronzeugen gerade sind… | 4K UHD

Capelight Entertainment übernimmt diese Spuren unverändert, was gar nicht mal so gut wäre, wenn das Label da nicht noch eine liebevoll restaurierte Monospur im Angebot hätte. Und die klingt so genial, dass man gar nichts anderes mehr hören möchte. Primär deswegen, weil es den Tontechnikern gelungen ist, sämtliche akustischen Elemente bis hin zu den Dialogen mit einer natürlich anmutenden Klarheit zu versehen, die nie krampfhaft versucht, das ursprüngliche Alter zu verbergen. Der dumpfe Beigeschmack der alten Spuren verschwindet dabei vollständig. So und nicht anders muss eine perfekte Restaurierung klingen. Sowas ist mir tausendmal lieber als jede artifiziell auf Räumlichkeit aufgepumpte Konserve. 

Die Extras

Auf den jeweiligen Filmscheiben findet sich erstmal nur der Audiokommentar, der sich aus diversem Interviewmaterialien mit den männlichen Hauptdarstellern zusammensetzt (Stimmen aus dem Jenseits sind irgendwie immer gruselig), zu Wort kommen außerdem Paul Diamond als Sohn des Autors, ergänzende Kommentare werden von dem nicht unbekannten Autorenduo Mandel und Ganz begeistert. Dazu gesellen sich noch zwei Trailer. Den Löwenanteil gibt’s ausgelagert auf eine zusätzliche Blu-Ray. Enthalten sind dort ein Making-of und vier sehr sehenswerten Featurettes, welche eine Art Retrospektive darstellen. Eine Bildergalerie so wie ein ein altes Interview mit Tony Curtis runden das Material gelungen ab.

“Es ist immer spannend, wie sehr sich die Wahrnehmung eines Films mit der Zeit verändern kann. Worüber man bei Manche mögen’s heiß früher noch ordentlich gelacht hat, würden heute sicher nicht wenige laut Sexismus brüllen und ein Verbot fordern. Man kann aber auch einfach mal das Maul halten und diesen wunderbaren Klassiker als das genießen, was er ist: Ein zeitlos komisches Verwechslungsspektakel mit grandiosem Tempo und viel Wortwitz, welcher zu jedem Zeitpunkt vollständig von seinen drei Hauptdarstellern getragen wird. Zwar geht in der deutschen Synchronfassung viel von der Qualität der Ursprungsdialoge verloren, dem Genuss tut das insgesamt aber kaum Abbruch. Die Neuauflage als Blu-Ray Remastered und 4K UHD ist absolut überfällig gewesen und älteren Veröffentlichungen in allen Belangen haushoch überlegen. Kombiniert mit der liebevoll aufbereiteten Monospur und mit guten Extras bestückt, gehört dieses Meisterwerk der Screwball-Comedy in jede gut sortierte Filmsammlung.”


Quelle Bildmaterial: ©Capelight Pictures. All rights reserved.

Entsprechende Testexemplare sind uns freundlicherweise von Capelight Pictures zur Verfügung gestellt worden.

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