Review | Marvel’s Wolverine

Viel Blut, wenig Substanz

Nach Hits wie Marvel’s Spider-Man inklusive Spin-off und Sequel waren Fans ganz aus dem Häuschen, als Insomniac Games ankündigten, sich nun einem weiteren, hochkarätigen Comic-Charakter annehmen zu wollen – nämlich niemand geringerem als Wolverine! Nun ist das gleichnamige Spiel endlich fertig und hat während unseres Tests regelmäßig für offene Münder gesorgt…nur abseits der Prachtoptik leider nie aus Begeisterung. Was ist passiert?

Entwickler: Insomniac Games

Publisher: Sony Computer Entertainment

Plattform: PlayStation 5

Veröffentlichungsdatum: 15. September 2026

Preis: ab 79,99€*

Altersfreigabe: ab 18 Jahren

Metacritic | OpenCritic | IMDB


Kostenpflichtige Zusatzinhalte
Ungeschnitten


Hinweis: Entsprechende Rezensionsexemplare sind von uns auf eigene Kosten gestellt worden. Die akut armutsbedrohten Verlagsmagazine und Influencer waren auf den offiziellen Support wohl eher angewiesen als wir.

Ein Freund in Not

Kenner wissen natürlich um die Ursprungsgeschichte von Wolverine alias Logan, einem der wohl bekanntesten Comic-Antihelden überhaupt. Als einer von vielen Mutaten, die je nach Fähigkeit und Aussehen oft im Verborgenen unter Menschen leben, verfügt er über unglaubliche Selbstheilungskräfte, kann selbst tödliche Verletzungen binnen weniger Sekunden regenerieren und altert auch wesentlich langsamer. Missbraucht für ein Militärexperiment, bei dem sein komplettes Skelett mit der unzerstörbaren Legierung Adamantit überzogen und in dessen Folge sein Gedächtnis vollständig ausgelöscht wurde, durchkämmt er die Welt seitdem auf der Suche nach seiner eigenen Vergangenheit.

Reize nie ein wildes Tier – vor allem nicht, indem du seine Freunde entführst! | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Eine Prämisse, die auch hier grundlegend aufgegriffen wird, das Geschehen allerdings in ein alternatives Universum verfrachtet, in welchem Professor X nie existiert hat. Stattdessen hat ein gewisser Nathaniel Essex die väterliche Rolle für Logan übernommen und diesen einst in der Wildnis von Kanada aufgelesen, ehe beide gemeinsam später mit Gleichgesinnten die X-Force gründeten. 

Marvel’s Wolverine scheint neben der Standard Edition auch als zehn Euro teurere Deluxe Edition, die neben einigen exklusiven Skins und Avataren vier zusätzliche Technikpunkte für Upgrades beinhaltet. Da man aber auch über reguläres Spielen ausreichend dieser Punkte erhält und die Spielbalance dadurch nicht beeinflusst wird, verzichten wir im Rahmen unserer Statuten auf eine zusätzliche Abwertung.

Seitdem ist einiges an Zeit vergangen. Mittlerweile hat Logan die Truppe verlassen und führt ein unauffälliges Leben im Untergrund. Doch als Essex und zahllose andere Mutaten von der kybernetisch verbesserten Privatmiliz des Großindustriellen Bolivar Trask entführt werden, streift sich Logan einmal mehr sein Kostüm über, um seinen alten Freund vor einem schrecklichen Schicksal zu retten. 

Bolivar Trask hat Übles mit der Mutantengemeinschaft im Sinn. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Dabei stehen uns die verbliebenen Mitglieder der X-Force – darunter Sabretooth und Mystique – glücklicherweise erneut zur Seite, auch wenn Logans Rückkehr nicht von allen gleichermaßen wohlwollend aufgenommen wird. Und obwohl Essex erfolgreich gerettet werden kann, hat der irre Human-Rights-Supremacist Trask längst viele weitere Mutaten ins Visier genommen – darunter die begabte Telepathin Jean Grey. Dabei tüftelt der Oberschurke insgeheim an einem gefährlichen Plan, der die Existenz sämtlicher Mutanten bedrohen könnte. Und um den zu vereiteln, muss der wieder aktiv gewordene Wolverine einmal um den ganzen Globus reisen. Dabei werden immer mehr Fragmente aus einer längst verloren geglaubten Vergangenheit an die Oberfläche gebracht, die alles in Frage stellen, woran der notorische Einzelgänger bisher geglaubt hat…

Heldendemontierung für Fortgeschrittene

Dass sich Wolverine anders als sein nicht minder bekannter Heldenkollege nicht durch eine offene Welt schwingen kann, ist natürlich klar. Man musste zwangsläufig einen lineareren Ansatz wählen, das ist erstmal nichts, was man dem Spiel groß ankreiden muss. Andere Helden – andere Bedürfnisse. Entsprechend gradlinig ist der Spielverlauf hier ausgefallen. Das klappt aber nur dann, wenn man dazu in der Lage ist, das Ganze in eine motivierende und vor allem abwechslungsreiche Geschichte zu verpacken. Und daran ist das Team leider vollumfänglich gescheitert. Wo Insomniac Games bei Marvel’s Spider-Man und Miles Morales noch eng mit namhaften Comicautoren zusammengearbeitet haben, hat man sich schon beim Sequel dafür entschieden, lieber die narrativen Katastrophengaranten von Sweet Baby Inc. mit an Bord zu holen. Die arbeiten im Kern nach dem Motto “Hauptsache Diversität, alles andere ist egal” und gerieten dadurch in den letzten Jahren regelmäßig massiv in die Kritik.

In Comics und Co. gilt Jean Grey als eine atemberaubende Schönheit. Davon ist im Spiel leider nicht mehr viel zu sehen. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Und genau diese Leute haben nun auch bei Marvel’s Wolverine wieder in konsultierender Position mitgearbeitet. Dadurch alleine entsteht natürlich noch kein ausgemachter Erzählflop, aber wenn man sich dann noch ein paar linke Aktivisten im Autorenkostüm ins Boot holt, die von der Materie prinzipiell keine Ahnung haben und eher daran interessiert sind, dem Spiel ihre persönliche Agenda aufzudrücken, sieht es langfristig schon ganz anders aus. Wolverine wird sowohl in den Comics als auch den Filmadaptionen seit jeher als versoffenes Raubein mit gravierenden Erinnerungslücken beschrieben, der lieber seine Klauen sprechen lässt, weniger seinen Mund. Die hier dargebotene Interpretation hat zwar immer noch den ein oder anderen flotten Spruch anzubieten, präsentiert sich sonst aber als überwiegend netter Kuschelbär, der mit seinen großen Kulleraugen fast einem Anime entsprungen sein könnte. 

Nicht nur Wolverine selbst, sondern auch dessen Kleidung verändert sich mit zunehmenden Schaden sichtbar. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Wenn man schon beim Protagonisten den Eindruck vermittelt, dass die Autoren noch nie ein X-Men-Comic gelesen haben, sollte man auch bei der restlichen Charakterriege nicht viel erwarten. Angefangen bei Wolverines großer Liebe Jean Grey, die nicht nur komplett außerhalb jedweder etablierter Tatsachen in die Handlung geschrieben wurde, sondern auch gleich die Mary-Jane-Behandlung erfahren hat und komplett um ihre ikonische Attraktivität beraubt worden ist. Das schöne Frauen bei Insomniac Games zuletzt unerwünscht gewesen sind, weiß man ja. Hier wollte man aber offenbar nochmal auf Nummer Sicher gehen und hat für das Designteam ausgerechnet die Person engagiert, die bereits einen Teil der lächerlich unansehnlichen Modelle des völlig zurecht geschassten Concord verbrochen hat. Nimmt man all das zusammen, drängt sich zwangsläufig der Eindruck auf, dass die Macher weder an einer authentischen Umsetzung interessiert waren, noch je über ein halbwegs brauchbares Konzept dafür verfügt haben. Und wenn doch, muss es irgendwo auf der Strecke verlorengegangen sein. Das tut ziemlich weh – nicht nur als Fan der X-Men, sondern auch als Fan von Insomniac Games.

Selbst einzigartige Passagen wie die Verfolgungsjagd über den kanadischen Highway leidet unter ihrer chronischen Linearität. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Als wäre das nicht schon schlimm genug, müssen wir uns im Rahmen dieser lächerlichen Charakterverzerrung auch noch durch eine weitestgehend uninspirierte Story ohne glaubhafte emotionale Höhepunkte schlachten, die bereits nach maximal vierzehn Stunden Spielzeit ihr Ende findet. Und das ist angesichts der Tatsache, dass der Spaß bereits weit vor der Mitte flöten geht, sogar fast noch zu viel. Literweise Blut und tonnenweise abgetrennter Gliedmaßen können diesen Umstand nicht kaschieren. Die schlauchartigen Areale bieten nur wenig Raum für Erkundungsfreiheit, so dass man selten mehr tun kann und darf, als einfach geradeaus zu laufen und ab und zu irgendwo am Rande ein Collectible einzusammeln. Dass man trotzdem noch einen penetranten Wegmarker implementiert hat, lässt vermuten, dass man die Intelligenz seiner Kundschaft nicht gerade hoch bemisst, jedenfalls ist das Ding in meinen Augen so überflüssig wie Obst in einem Geflügelsalat. Hier und da gibt’s zwar ein wenig Abwechslung, zum Beispiel in Form einer Motorradverfolgungsjagd, aber die leidet unter derselben strikten Linearität wie alles andere auch.

Blut und Spiele

Das alles könnte man selbst dann kaum ignorieren, wenn das Spiel wenigstens mit gutem Gameplay aufwarten würde. Wo wir nämlich bei Marvel’s Spider-Man noch mit zahlreichen spaßigen Gadgets experimentieren und unsere Gegner wahlweise auch aus der Luft und von Wänden ausschalten konnten, ist der gelb-schwarze Ledernacken mehr der bodenständige Typ, der sich im Kampf ausschließlich auf seine Adamantium-Klauen verlässt. Damit vollzieht sich ein weiterer Bruch zur Vorlage, wo Wolverine stets als Experte im Umgang mit zahllosen Waffengattungen dargestellt wird. Und ja, anfangs macht es noch eine Menge Spaß, sich im völlig überzogen inszenierten Blutrausch durch allerlei Gegner zu schneiden. Sobald die Begeisterung über die effektvolle und toll animierte Schlachtplatte aber verflogen ist – was übrigens nicht allzu lange dauert -, stellt sich schnell Ernüchterung ein.

Je wütender Wolverine wird, desto gefährlicher wird er für seine Feinde. Im maximalen Wutmodus kann er innerhalb weniger Sekunden problemlos ganze Gegnergruppen niedermetzeln. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Mächtige Kombos entfesseln, dazwischen ein paar wuchtige Spezialattacken aktivieren…all das, was man sich unter anderem problemlos beim Freeflow-System der Kollegen von Rocksteady Games hätte abgucken können, weicht hier einem weitestgehend abwechslungsbefreiten, fast schon generischen System, welches einem als Spieler nie das Gefühl vermittelt, dass klug abgepasste Eingaben auch angemessen belohnt werden. Kombiniert mit den uninspirierten und weitestgehend überflüssigen Upgrades sinkt der anfängliche Spielspaß in Windeseile Richtung Keller. Lediglich bei den Kostümen schöpft man aus der vollen Fanservice-Tonne, sogar das legendäre Outfit aus der allseits beliebten Trickserie von ’97 lässt sich inklusive passendem Look freischalten. Gelegentlich darf es Wolverine neben einer überschaubaren Riege aus gegnerischen Söldnern und Co. auch mit ein paar Bossen aufnehmen. Eine wirkliche Herausforderung stellen die mit epischen Skriptsequenzen versehenen Begegnungen aber auch nicht dar, zudem gibt es keinerlei Konsequenzen, wenn man die eingeblendeten QTEs einfach ignoriert oder komplett andere Tasten drückt – das Spielgeschehen läuft tatsächlich unverblümt weiter. Uff.

An Kostümen mangelt es dem Spiel absolut nicht. Wer fleißig die Kleiderkammer füllt, darf sich außerdem über einen Lebenskraftbonus freuen. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Etwas mehr Vielfalt gibt’s beim Leveldesign. Dabei dürfen wir uns nicht nur durch die verschneite Wildnis Kanadas kämpfen, sondern besuchen auch die fiktiven Inselstaaten Madripoor und Telambang. Mein persönliches Highlight ist aber die japanische Unterhaltungsblase Shinjuku, in der ich mich als eingefleischter Yakuza-Ultra zwischen dichten Menschenmassen und einem unendlichen Meer aus Neonreklamen sofort heimisch gefühlt habe. Großartig umsehen dürfen wir uns angesichts der anhaltend streng linearen und in ihrem Umfang entsprechend begrenzten Gebiete anhaltend nicht. Am Ende ist Marvel’s Wolverine kein völlig schlechtes Spiel, aber dennoch weit entfernt von der sprühenden Kreativität und dem Spielwitz, für den Insomniac Games normalerweise stehen. Wiederspielwert gibt es jedenfalls keinen. Und man kommt am Ende nicht umher, sich zu fragen, was man mit den mehr als 300 Millionen Dollar Produktionsbudget eigentlich angestellt hat, wenn sich das Ergebnis so vorhersehbar und spielerisch dröge präsentiert.

Die Ästhetik der Zerstörung

Wenn es einen Aspekt bei Marvel’s Wolverine gibt, den man kompromisslos loben kann, dann ist es wohl die Technik. Die Macher beweisen hier einmal mehr, dass sie die Hardware der PlayStation 5 bestmöglich auszunutzen verstehen. Durch den Verzicht auf eine offene Welt, bzw. weitläufigere Areale, wird einiges an Rechenleistung frei, wodurch man selbst im Leistungsmodus des Basismodells nicht mehr auf Raytracing verzichten muss. Dieser liefert durchgehend geschmeidige 60 Bilder pro Sekunde und löst im Schnitt bei 1296p auf. Das mag aus der Nähe ein wenig matschig aussehen, ist in meinen Augen aber die bestmögliche Wahl. Der alternative Grafikmodus liefert bei 1800p zwar ein sehr viel klareres Bild, limitiert das Geschehen jedoch auf 30 Bilder pro Sekunde, was für so ein Spiel mit Fokus auf schnellen Kämpfen einfach nicht genug ist.

Dank Motion Capturing warten sämtliche Charaktere mit lebensechten Mimiken auf. Auch die Haare samt Physik sehen fantastisch aus. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Die PlayStation 5 Pro nutzt PSSR2 und liefert damit auch im Leistungsmodus ein messerscharfes Erlebnis, dass sich vom Grafikmodus nahezu nicht unterscheidet. Der kommt dafür exklusiv mit verbessertem Raytracing, was in realistischeren Schatten und detaillierten Reflektionen resultiert. Beide Konsolen verfügen zudem über einen alternativen 40-Hertz-Modus für VRR-taugliche Displays, der ebenfalls gut spielbar ist. Und wer will, kann dabei die Bildrate sogar komplett entsperren, was auf der PlayStation 5 Pro fast jeden notwendigen Kompromiss der übrigen Modi negiert. Zumindest im technischen Bereich haben die Entwickler ihre Hausaufgaben also mehr als zufriedenstellend erledigt und decken jedwedes Bedürfnis optimal ab. Lediglich bei den hässlichen Charakterspiegelungen, die selbst unter Verwendung von erweitertem Raytracing extrem unschön ins Auge fallen, könnte man vielleicht nochmal ran. 

Wunderschöne, detailverliebte Kulissen und Charaktere, dazu eine stimmige Beleuchtung und das gegenwärtig schönste Raytracing, dass es auf Konsolen gibt – Marvel’s Wolverine ist ein visuelles Showcase erster Güteklasse. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Wendet man das Auge einmal von den eindrucksvollen Blutfontänen und anderen Gewaltspitzen ab, bleibt immer noch ein verdammt schönes Spiel, dem man die gestalterische Liebe zum Detail in jeder Szene anmerken kann. Umso mehr, wenn man statt ausufernder Großstädte eher auf kleinere Areale fokussiert ist. Beleuchtung und Partikelkulissen wirken wie aus einem Guss, die mit Motion Capturing animierten Charaktere verfügen über eine glaubwürdige Mimik. Selbst über längst etablierte Kleinigkeiten wie realistische Spuren im Schnee freue ich mich immer noch wie am ersten Tag. Der großzügig in der Gegend verteilte Lebenssaft bleibt physikalisch korrekt an der Umgebung haften und verteilt sich sogar langsam, wenn er auf Wasser trifft. Abstürze gab es während des gesamten Rezensionszeitraums keine, auch größere Fehler sind uns keine untergekommen. Schade nur, dass man in allen anderen Aspekten nicht dieselbe Sorgfalt hat einfließen lassen.

Die durchgehend filmreife Inszenierung kann über die zahllosen Schwächen beim Leveldesign nicht hinwegtrösten. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus, erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildrate

Exzellente deutsche Sprecher versüßen das Geschehen, wer lieber in einer anderen Sprache spielen will, kann das problemlos tun. Auswahl ist mehr als genug vorhanden, passende Untertitel liegen natürlich ebenfalls bereit. Dazu gibt’s einen gewohnt stimmigen Soundtrack aus der Feder von David Fleming, der eher auf düstere und animalische Leitmotive setzt und gleichzeitig auch die dramatischen Aspekte der Titelfigur bestens betont. Sämtliche Tracks sind bereits auf allen namhaften Streamingdiensten verfügbar und laden zum Hören ein. Gleiches gilt für die wuchtige Effektkulisse, welche vor allem mit einem guten Heimkinosystem ordentlich zulangt. Die Bedienung geht problemlos von der Hand, auch die haptischen Features des DualSense wurden ausgezeichnet eingebunden. Und damit fahren wir unsere Klauen dann auch abschließend ein.

“Nach dem grandiosen Spider-Man, seinem Spin-off und dem abseits der schwachen Geschichte immer noch soliden Sequel war meine Erwartungshaltung in Bezug auf Marvel’s Wolverine extrem hoch. Vor allem, weil von Anfang an klar war, dass man hier wie auch die legendäre Vorlage beim Gewaltgrad keine Kompromisse eingehen würde. Am Ende braucht es leider mehr als das, denn hinter der absolut eindrucksvollen visuellen Inszenierung hat mich das Spiel durchgehend enttäuscht. Die Story ist langweilig und überraschungsarm, die Charaktere werden ihren Comic- und Filmvorbildern zu keinem Zeitpunkt gerecht und den Kämpfen geht mangels spielerischer Vielfalt rasant die Luft aus. Auch an den extrem linearen Arealen hat man sich schnell sattgesehen. Für den Preis bekommt man mit Onimusha: Way of the Sword und The Blood of Dawnwalker wesentlich durchdachtere Spiele. Im Angesicht einer zunehmend verbraucherfeindlichen Politik auf Seiten von Sony kommt ein exklusiver Reinfall wie dieser wahrscheinlich zum ungünstigsten Zeitpunkt. Aber er ist da und wir müssen damit leben. Kaufen müssen wir ihn allerdings nicht.”

  • Visuell detailverliebte Inszenierung
  • Nahezu makellose Technik
  • Schicke Licht- und Partikelkulissen
  • Herrlich überzogener Gewaltgrad
  • Hervorragende Animationen
  • Filmreife Zwischensequenzen
  • Angenehm temporeiche Kämpfe
  • Mehrere Schwierigkeitsgrade
  • Tonnenweise freischaltbare Kostüme
  • Professionelle, passende Sprecher
  • Stimmiger Soundtrack
  • Funktioneller Fotomodus
  • Zugängliche Bedienung
  • DualSense-Features werden optimal ausgenutzt
  • Teils abstruse Abweichungen von den über Jahrzehnte in Comics und Co. etablierten Charaktere
  • … mit stellenweise unschön-ideologischem Einschlag
  • Uninspirierte Geschichte ohne nennenswerte Highlights
  • Streng lineares Level- und Missionsdesign
  • Mit vierzehn Stunden Spielzeit arg kurz
  • Keinerlei Wiederspielwert
  • Spielerisch auch auf höhen Stufen nie fordernd
  • Repetitives und überschaubares Kampfsystem
  • Aufwertungssystem wirkt aufgesetzt und weitestgehend nutzlos
  • Außerhalb der Klauen keine nutzbaren Waffen
  • Überschaubare Gegnervielfalt
  • QTEs können komplett ignoriert werden
  • Plattformübergrefend unansehnliche Charakterspiegelungen

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