Nach dem auch im Westen überaus populären Black Myth: Wukong dürfte den chinesischen Entwicklern rasch klargeworden sein, dass man mit der eigenen Folklore auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen gutes Geld verdienen kann – man muss sie nur gut genug inszenieren. Genau dieses Kunststück ist nun auch den Machern hinter Phantom Blade Zero gelungen. Das Action-RPG verspricht temporeiche Kämpfe und eine spannende Geschichte vor den Kulissen eines unverbrauchten Fantasy-Settings – und entpuppt sich im Test als eine ähnlich gelungene Überraschung wie dereinst Clair Obscure: Expedition 33.


Entwickler: S-GAME
Publisher: S-GAME
Plattform: PC | PlayStation 5
Veröffentlichungsdatum: 29. Oktober 2026
Preis: ab 59,99€*
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Metacritic | OpenCritic | IMDB


Entsprechende Rezensionsmuster sind von uns auf eigene Kosten gestellt worden.
Dieses bescheuerte Herz
China, zu Zeiten der Ming-Dynastie: Nachdem der Elitekämpfer Soul beschuldigt wird, den Meister seines Ordens ermordet zu haben, sinnt der Rest des Clans auf blutige Rache. Während einem erbittert geführten Duell mit seinem Jugendfreund Zuo Shang verwunden sich die beiden Kontrahenten gegenseitig tödlich, indem sie sich die Schwerter gegenseitig durchs Herz rammen. Was normalerweise das Ende einer jeden Geschichte wäre, ist hier jedoch erst der Anfang. Denn ein mystischer Heiler stellt den sterbenden Soul vor die Wahl zwischen zwei künstlichen Herzen. Das eine ohne Verfallsdatum, dafür beraubt es seinen Wirt jedweder Gefühle und Emotionen. Das andere erhält dagegen die Menschlichkeit, bringt einen aber nach sechsundsechzig Tagen endgültig um.

Um einen langfristigen Ersatz für die giftbetriebene Schmodderpumpe zu finden, muss Soul in die weit entfernte Stadt Pangzhen reisen. Keine leichte Aufgabe, denn unter den verbliebenen Ordensmitgliedern spricht sich rasch herum, dass der angebliche Verräter immer noch unter den Lebenden weilt und die machen sich umgehend an die Verfolgung. Gleichzeitig ist Soul fest entschlossen, die Hintergründe der Verschwörung aufzudecken, der er zum Opfer gefallen ist und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Ein ziemlich tollkühnes Vorhaben, wenn einem die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes durch die Finger rinnt – selbst, wenn man zu den größten Kämpfern seiner Generation zählt. Nicht gerade einfacher wird das Unterfangen dadurch, dass im ganzen Land eine geheimnisvolle Seuche wütet und auch noch jede Menge gruselige Kreaturen durch die Gegend streifen…an Nebenbeschäftigungen herrscht auf der langen Reise in die Stadt also wirklich kein Mangel!

Und damit lässt sich die Handlung von Phantom Blade Zero tatsächlich kurz und knapp zusammenfassen. Ein bisschen mehr als das hat das Spiel zwar schon noch zu bieten, aber eben nicht viel mehr, zumal sich manche Aspekte wirklich so lesen, als wären sie direkt aus der erstbesten Klischeeschublade entnommen worden – angefangen bei der geheimnisvollen Vergangenheit des Helden, die im Verlauf des Spiels natürlich noch eine wichtige Rolle spielt. In der Praxis verstehen es die Macher jedoch überraschend geschickt, daraus eine knapp dreißig bis vierzig Stunden umfassende Hauptgeschichte zu stricken, die einen bis zum epischen Finale bestens bei Laune hält. Das liegt vor allem an den hervorragend geschriebenen Nebencharakteren, von denen es so einige gibt. Die braucht es tatsächlich auch, da Soul als chronisch wortkarger Protagonist eher blass bleibt und nur gerade so viel spricht, wie er unbedingt muss. Das geschieht übrigens wahlweise in Form von professionell eingesprochenem Englisch oder Chinesisch mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln.

Anders als die meisten Soulslikes müsst ihr die Handlung hier nicht auf Basis von zig überall in der Welt versteckten Dokumenten und Gesprächsfetzen selbst zusammensetzen, sondern werdet dank regelmäßiger, teils wunderbar filmreif inszenierter Zwischensequenzen konsequent im Geschehen gehalten. Die zahllosen Sammelobjekte sind hier also eher optional und vermitteln euch lediglich zusätzliches Hintergrundwissen. Da einen das Aufsammeln allerdings mit zusätzlichen Ressourcen belohnt und ein Großteil der Schriftstücke zumeist unmittelbar in eurem direkten Weg liegt, schadet es natürlich nicht, all das auch dann mitzunehmen, wenn man nur an der Hauptgeschichte interessiert ist. Obendrauf gibt es jede Menge Nebenmissionen, die sich oft über mehrere Gebiete – von denen es insgesamt acht im Spiel gibt – erstrecken und sogar dauerhaft fehlschlagen können, wenn man bestimmte Zwischenschritte nicht zeitnahe absolviert. Es lohnt sich also, sich in den semi-linearen Arealen gründlich umzusehen und mit allen Charakteren zu reden, denen ihr auf eurer Reise begegnet.
(K)ein klassisches Soulslike
Im Mittelpunkt des Geschehens stehen aber natürlich die Kämpfe. An Abwechslung herrscht dabei keinerlei Mangel. Jedes Areal verfügt über eigene Gegnertypen, denen auf ganz unterschiedliche Weise beizukommen ist. Dazwischen warten jede Menge besonders herausfordernder Bosse darauf, Soul das letzte bisschen Leben aus dem Leib zu prügeln. Und wo der Protagonist schon den passenden Namen trägt, könnte man eigentlich davon ausgehen, dass man es hier mit einem waschechten Soulslike zu tun hat, dass jeden noch so kleinen Fehler drakonisch bestraft und euch im Ernstfall dazu zwingt, stundenlang stetig wiederkehrende Standardgegner umzuhauen, um es eher mit den größeren Kalibern aufnehmen zu können. Aber: Dem ist nicht so. Denn obwohl Phantom Blade Zero wie ein Soulslike aussieht, ist es im Kern eigentlich keines. Hier gibt es weder ein Level- oder ein Klassensystem, noch muss man sich stundenlang mit irgendwelchen Statuswerten und Rüstungssets auseinandersetzen.

Und auch das Ableben wird hier nicht geahndet, im Gegenteil: Wer stirbt, wird ohne Ressourcenabzüge an einer der vielen und fair platzierten Glocken wiederbelebt und kann sich ohne Umwege an den nächsten Versuch wagen. Mit jedem neu entdeckten Klangkörper wird außerdem ein Stück der hübsch gestalteten Karte enthüllt und ermöglichen uns außerdem, bequem zwischen bereits entdeckten Punkten zu reisen.
Phantom Blade Zero erscheint neben der regulären Standard Edition auch als höherpreisige Deluxe Edition mit zusätzlichen Items. Vorbesteller bekommen außerdem zwei exklusive Talismane, mit denen ihr geringfügig mehr Schaden verursacht und zusätzlichen Reliktstaub – die Hauptwährung im Spiel – aus allen Quellen erlangt. Nichts davon wirkt sich negativ auf die Spielbalance aus, da ihr auch auf regulärem Wege mehr als genug Ressourcen und Ausrüstung erhaltet. Wir werten daher nicht zusätzlich ab.
Ein willkommenes Feature, da sich viele Areale bei unserem ersten Besuch noch nicht betreten lassen, weil beispielsweise ein passender Schlüssel oder eine Phantomwaffe (dazu gleich mehr) fehlt, ohne die sich versperrte Bereiche nicht erreichen lassen. Auch Upgrades aller Art lassen sich über die Ruhezonen bequem durchführen, ohne dass wir dafür jedes Mal wieder zurück zum dazugehörigen Schmied reisen müssen. Und auch unsere Lebensenergie samt Heilitems werden ohne Aufpreis bei jeder Interaktion vollständig wieder aufgefüllt.

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist, dass besiegte Gegner beim Schnellreisen oder im Falle einer Wiederbelebung nicht auf wundersame Weise ebenfalls ins Leben zurückkehren. Was einmal weg ist, bleibt also auch weg – und zwar ausnahmslos. Das macht das Erkunden umso angenehmer, begrenzt aber andererseits auch die Menge an Ressourcen, die ihr einsacken könnt. Wer es doch etwas herausfordernder mag, kann jederzeit bequem zwischen einer von insgesamt vier Schwierigkeitsstufen wählen, wobei die Kämpfe auch auf der einfachsten Stufe immer noch eine ordentliche Herausforderung darstellen. Mir gefällt der frische Ansatz, den die Entwickler hier wagen. Phantom Blade Zero versteht sich primär als Action-RPG und richtet sich hauptsächlich an Spieler, die sich von einem eher klassisch gestrickten Soulslike bisher abgeschreckt gefühlt haben. Aly Hybrid funktioniert das im Ergebnis großartig, wer allerdings eine durch und durch gnadenlose Erfahrung á la Sekiro: Shadows Die Twice erwartet, könnte hier am Ende etwas enttäuscht zurückbleiben.
Die Waffe meiner Wahl
Und trotzdem sollte man dem Spiel selbst als eingefleischter Genreveteran mindestens eine Chance geben, denn auch wenn die Kämpfe insgesamt etwas einfacher geraten sind, als man es gewohnt sein mag, machen die unzähligen Auseinandersetzungen auf dem Weg zum Abspann unglaublich viel Spaß. Hauptsächlich deswegen, weil uns das Spiel stetig mit immer neuen Hauptwaffen und Phantomklingen versorgt, mit denen sich nicht nur ganz neue Wege eröffnen, sondern eben aufgrund mehrerer Kombinationsmöglichkeiten auch ganz verschiedene Spielstile. Während wir Standardangriffe in unbegrenzter Menge ausführen können, ohne dabei permanent auf eine Ausdauerleiste blicken zu müssen, verbrauchen die besonders mächtigen Phantomklingen mindestens eine Aufladung eures Sha-Chi, sind zwischen zwei Kontrollpunkten also nur begrenzt einsetzbar. Man sollte sich also gut überlegen, wann man davon Gebrauch machen will, auch weil immer wieder auf Gegner trifft, die sich hinter mächtigen Schilden verstecken, von denen manche sogar verheerenden Blutungsschaden verursachen können, wenn wir sie nicht schnell zerstören.

Das umfangreiche Arsenal ist allerdings nicht nur in Kämpfen nützlich, sondern auch bei der Freischaltung neuer Areale. So können wir Abgründe erst dann passieren, wenn wir einem Boss zuvor seinen Kletterhaken abgenommen haben. Und Vorratstaschen geben ihre Beute erst Preis, wenn wir sie mit dem Bogen aus den Baumwipfeln geschossen haben. Dass die dazugehörigen Waffen dafür nicht extra ausgerüstet werden müssen, ist ein netter Bonus, der einem viel nerviges Mikromanagement erspart. Soul kann jeweils zwei beliebige Waffen pro Kategorie gleichzeitig ausrüsten, so dass man im Kampf via einfachem Tastendruck bequem hin- und herschalten könnt. Mit zunehmenden Upgrades werden außerdem einzigartige Perks freischaltet, mit denen ihr die dazugehörigen Angriffe weiter verstärken könnt. Obendrauf verfügt jede Waffe über einzigartige Exekutionsanimationen und eine eigene Spezialfertigkeit, die sich während des Kampfes langsam wieder auflädt. In Sachen spielerischer Abwechslung wird also einiges geboten.

Die Kriegsklinge des Gesetzlosen stellt beispielsweise mit jedem erfolgreichen Treffer ein bisschen verlorene Gesundheit wieder her, richtet aber nur geringen Initialschaden an und funktioniert außerdem nur bei Gegnern, die auch bluten können. Der dazugehörige Spezialangriff stellt mit einem Angriff dramatisch mehr Gesundheit wieder her und eignet sich deshalb besonders gut gegen längere Bossbegegnungen. Haben wir die durch geschicktes Parieren oder Beharken – das ist je nach Boss ganz unterschiedlich – kurzzeitig ins Straucheln gebracht, wechseln wir im Idealfall auf eine schnellere Waffe, mit denen wir im verfügbaren Zeitfenster möglichst viele Lebenspunkte runterkloppen können und die im Idealfall sogar noch zusätzliche Schadenseffekte aufbaut. Spätestens hier sollte man aber die Energieleiste im Auge behalten, da manche Angriffe explizit darauf abzielen, diese zu dezimieren und wir dann extrem anfällig für verheerende Greifangriffe sind. Manchmal ist eine Ausweichrolle einfach klüger, als jeden Angriff parieren zu wollen.

In der Summe entsteht so eine fantastische Dynamik, die sich aufgrund fluider Bewegungen – die unter anderem unter Mitwirkung von niemand geringerem als Donnie Yen und seinem Stuntteam via Motion Capturing ins Spiel gebracht worden sind – wirklich so anfühlen, als wäre man mittendrin in einem klassisch-chinesischen Kampfkunstepos der Extraklasse. Der rote Lebenssaft spritzt mit jedem Schlag literweise durch die Gegend, mit abgetrennten Gliedmaßen wird ebenfalls nicht gegeizt. Damit fühlen sich auch kleinere Auseinandersetzungen episch und brachial an. Mithilfe verschiedener Talismane können wir uns mit zusätzlichen Perks ausrüsten, neue Plätze und Fähigkeiten schalten wir dagegen über drei übersichtliche und gut ausgestaltete Talentbäume frei. Die lassen sich aber erst voll ausfüllen, wenn wir bestimmte Objekte in der Spielwelt sammeln. Die verleihen uns übrigens passiv mehr Leben oder höhere Angriffskraft, sollten also keinesfalls links liegen gelassen werden! All das lässt sich nach einmaligen Abschluss des Spiels in ein Neues Spiel Plus mitnehmen, was optimal für alle ist, die wirklich alle Enden sehen möchten.
Phantomschmerzen
Viel zu beanstanden gibt es bei Phantom Blade Zero eigentlich nicht. Besonders, weil die Entwickler in knapp zwanzig Jahren Firmengeschichte hauptsächlich das Free-2-Play- und Gacha-Genre bedient haben. Dass nun quasi aus dem Nichts ein Spiel erscheint, welches sich so rund anfühlt wie dieses, nötigt einem einigen Respekt ab und erinnert entfernt an Clair Obscure: Expedition 33, dass nicht nur von uns damals zum Spiel des Jahres gekürt worden ist. Das Wuxia-Spektakel dürfte es im Angesicht des kommenden Giganten mit Namen Grand Theft Auto VI da ein wenig schwerer haben, wird sich aber trotzdem mit ziemlicher Sicherheit weit oben auf den Bestenlisten 2026 wiederfinden. Hier hat es sich in jedem Fall ausgezahlt, dass man mit bisherigen Titeln genug Geld verdient hat, um ganz in Ruhe und ohne Druck von Seiten eines Publishers an seiner Vision zu arbeiten. Ein bisschen was muss man dabei aber trotzdem kritisieren.

Zum Beispiel die nicht immer präzise agierende Kameraführung. In engen Korridoren funktioniert die zwar überraschend gut, weil eventuell sperrige Wände in einem gewissen Radius einfach transparent geschaltet werden, kommt es aber zum gleichzeitigen Kampf gegen Nah- und Fernkampfgegner, kann es schnell unübersichtlich werden, da die Kamera nicht weit genug herauszoomt und man deswegen oft aus dem toten Winkel heraus getroffen wird. Die Zielaufschaltung gestaltet sich dabei ebenfalls etwas hakelig, so dass man regelmäßig auf Feinde einprügelt, die man eigentlich gar nicht treffen wollte…oder eher gesagt, noch nicht! Ebenso frustanfällig gestaltet sich der Einsatz der Phantomklingen bei Objekten in der Welt. Die dazugehörigen Ankerpunkte sind furchtbar klein, nicht selten muss man die Kamera präzise darauf ausrichten, um sie nutzen zu können.

Das sind überwiegend Kleinigkeiten in Rahmen einer sonst überwältigen positiven Spielerfahrung, können aber trotzdem nicht ignoriert werden und kratzen letztendlich an der Wertung. Bemängeln muss man außerdem, dass sich Begleittexte in unschöner Regelmäßigkeit wiederholen. Mit der Konsequenz, dass unter anderem gefühlt jede Leiche, die wir in einem Areal finden, mit exakt demselben Beschreibung versehen worden ist. Da hätte man auf jeden Fall ein bisschen mehr Abwechslung reinbringen können. Gleiches gilt abschließend für die Bosse, die oft ziemlich sang- und klanglos aus dem Leben scheiden, wo man sich nach einem langen und zähen Überlebenskampf wenigstens einen epischen Finisher gewünscht hätte. Aber das ist nur eine persönliche Note am Rande, da man durch die oft toll eingeleiteten Mehrphasenkämpfe dafür mehr als angemessen entschädigt wird und die Bosse sogar in dieser Phase verbleiben, wenn man zwischendurch mal stirbt. Und manche Standardgegner haben für meinen Geschmack einen lächerlich großen Lebenspool, den man eventuell nachträglich etwas reduzieren sollte.
Ming-Anatomie
Unter der Haube des Spiels werkelt die Unreal Engine 5, die gerade bei Titeln wie Black Myth: Wukong massig Probleme erzeugt hat. Entsprechend nervös war ich vorab, wie nun Phantom Blade Zero performen wird – und war auch hier absolut positiv überrascht. Schon auf dem Basismodell der PlayStation 5 werden im Leistungsmodus fast durchgehend geschmeidige 60 Bilder pro Sekunde bei dynamischen 1440p erreicht, lediglich bei extrem effektlastigen Bosskämpfen kam es dort mal zu ganz kurzen Rucklern. Der Qualitätsmodus peilt dynamisches 4K an und offeriert bei maximal 30 Bildern pro Sekunde unter anderem eine verbesserte Renderdistanz sowie etwas dichtere Partikelkulissen. Alles in allem ist der Mehrwert viel zu gering für ein Spiel, wo Präzision und Tempo im Vordergrund des Gameplays stehen. Der Leistungsmodus ist hier also mit Abstand erste Wahl und sieht kaum schlechter aus.
Auf PlayStation 5 Pro profitiert der Titel maßgeblich von der zusätzlichen Rechenleistung der Konsole, denn nur dort steht exklusiv die Möglichkeit zur Verfügung, modus-unabhängig Raytracing für Beleuchtung und Reflexionen zuschalten zu können, ohne dass die jeweilige Bildrate, bzw. die Auflösung darunter leidet. Und das kann durchaus zu sichtbaren Unterschieden führen, wie unser Bildvergleich eindrucksvoll beweist. Dank PSSR2 darf man sich auch im Leistungsmodus über ein gestochen scharfes Bild mit verbesserter Laufruhe freuen, der die Unterschiede zum Grafikmodus weiter aufweicht. Alternativ könnt ihr auf der PlayStation 5 Pro einen ausbalancierten Modus mit 40 Bildern pro Sekunde wählen, der angesichts der exzellenten technischen Optimierung des Leistungsmodus allerdings komplett obsolet erscheint.
Die PC-Version nutzt den umstrittenen Kopierschutz Denuvo, der seit geraumer Zeit im Verdacht steht, merklichen Einfluss auf die Gesamtleistung von Spielen zu nehmen. Als leidenschaftliche Gegner aggressiver DRM-Maßnahmen möchten wir darauf am Rande hinweisen.
Eine Version für XBOX gibt es dagegen ausnahmsweise nicht und ist nach aktuellem Stand auch nicht geplant. Es bleibt also nur der Gang zum PC, die dazugehörige Portierung entpuppt sich jedoch ebenfalls als sehr gelungen und lässt keine Wünsche offen – außer vielleicht einen etwas nutzerfreundlicheren Kopierschutz, aber die Diskussion will ich hier gar nicht erst aufbrechen, sonst sitzt ihr morgen noch über dem Artikel. Egal, auf welcher Plattform ihr letztendlich spielt: Mit Phantom Blade Zero erwartet euch eine hochatmosphärische und vor allem für westliches Empfinden unverbrauchtes Setting, mit fantastischen Panoramen, detailverliebten Animationen und viel optischer Abwechslung, welches bereits innerhalb der ersten Stunden eine fantastische Sogwirkung erzeugt, der man sich auch dann nicht entziehen kann, wenn man mit chinesischer Low-Fantasy nicht viel am Hut hat. Chapeau, wie der Franzose so schön sagt.

Die Bedienung mag anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig sein, weil unsereins es eher gewohnt ist, mit den Schultertasten anzugreifen, wenn man den Zeigefinger aber ein wenig verlagert, hat man das Layout des Gamepads schnell im Griff. Mit Maus und Tastatur sollte man tunlichst nicht spielen, da dort einfach nicht die nötige Präzision vorhanden ist, die ein Spiel wie dieses zwingend erfordert. Der DualSense nutzt nicht nur das haptische Feedback toll aus, sondern auch das verbaute Mikrofon. So entsteht in Verbindung mit dem tollen Soundtrack und den wuchtigen Klangeffekten ein tolles Mittendrin-Gefühl, auf welches man in dieser Form auch am PC nicht verzichten sollte. Natürlich wird auch eine Vielzahl anderer Gamepads unterstützt, aber mit dem DualSense erhaltet ihr hier mit Abstand die beste Spielerfahrung.

“Phantom Blade Zero hat mich komplett überrascht. Denn hinter dem klassischen Look eines Soulslike verbirgt sich ein rasantes und trotz relativ banaler Geschichte überwiegend gut erzähltes Action-RPG, dass sich vor allem an jene richtet, die sich auch ohne minutiös abgepasstes Timing, Mikromanagement und drakonisch geahndete Fehler mal so richtig mächtig fühlen wollen. Verpackt in einem fantastischen und vor allem atmosphärisch sehr dichten Setting und angetrieben von einer nahezu fehlerfreien Technik, haben S-Game hier einen extrem unterhaltsamen Hybriden abgeliefert, der langfristig das Zeug dazu hat, ein ganz eigenständiges Subgenre zu etablieren. Und dagegen ist trotz kleinerer Schwächen überhaupt nichts einzuwenden, wenn es im Ergebnis so viel Spaß macht! Den gibt’s momentan allerdings ausschließlich in digitaler Form, der physische Release erfolgt nämlich erst Anfang nächstens Jahres.”


- Unverbrauchtes Setting
- Visuell abwechslungsreiche Schauplätze
- Teils wunderschöne Panoramen
- Schicke Licht- und Partikelkulissen
- Ansehnliche Wettereffekte
- Flüssige Bewegungsanimationen
- Glaubwürdige Mimiken
- Detailverliebte Modell- und Umgebungsgrafiken
- Interessante Nebencharaktere
- Toll inszenierte Zwischensequenzen
- Mindestens 40 Stunden umfassende Hauptgeschichte
- Motivierend erzählte Nebenmissionen
- Epische Kämpfe, auch dank vielseitiger Bossgegner
- Vielfältiger Gegnerpool
- Hohe taktische Freiheit dank umfangreichem Waffenarsenal mitsamt Kombinationsmöglichkeiten
- Intuitives Ausweich- und Kontersystem
- Drei sinnvoll ausgestaltete Talentbäume
- Ausreichende, sinnvoll platzierte Rücksetzpunkte
- Unkomplizierte Schnellreise, mit passendem Item sogar von jedem Punkt aus
- Stimmige Vertonung, wahlweise auf Englisch oder Chinesisch
- Sauber übersetzte Untertitel
- Facettenreicher Soundtrack mit einigen absoluten Highlights
- Angenehm übersichtliche Menüs
- Neues Spiel Plus
- Cooler 66-Tage-Modus inkl. Permadeath
- Haptisches Feedback des DualSense wird bestens ausgenutzt

- Geschichte insgesamt belanglos und teils klischeehaft inszeniert
- Soul bleibt als Protagonist eher blass
- Gelegentliche Aussetzer bei Kameraführung und Zielaufschaltung
- Im späteren Spielverlauf viel Backtracking
- Einige Gegner verfügen über unangemessen viele Lebenspunkte
- Fummelige Maus- und Tastatursteuerung am PC
- Etwas gewöhnungsbedürftiges Eingabeschema am Controller



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