Die gleichnamige Adaption zu Dan Browns millionenfach verkauftem Bestseller The Da Vinci Code spaltete seinerzeit nicht nur die Gemüter von Fans und Kritikern, sondern rief auch zahllose Proteste aus den Kreisen der Katholischen Kirche hervor. Erfolgreich genug, um noch zwei weitere Bücher mit ähnlich brisanter Thematik zu verfilmen, war der von Ron Howard inszenierte Film aber allemal. Knapp zehn Jahre nach der Erstauflage als 4K UHD wurde nun zum 20. Jubiläum eine weitere Edition veröffentlicht – abermals mit neuem Master und erstmals auch dem Extended Cut. Es gibt also einiges zu besprechen!


Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment im Vertrieb von PLAION Pictures
Erstveröffentlichung: 2006






Der Film
Unter den Augen einiger der größten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte flieht Jacques Saunière in Panik durch die Korridore des Louvre vor seinem vermummten Angreifer. Nur wenige Minuten später liegt der Kurator entkleidet und tot auf einem Pentagramm aus Blut, welches er unmittelbar vor seinem Ableben selbst gezeichnet hat. Die ratlose Pariser Polizei bittet den international anerkannten Symbologen Robert Langdon (Tom Hanks), der sich zur gleichen Zeit aufgrund einer Vortragsreise ebenfalls in der Stadt aufhält, um dessen Mithilfe. Diesen Eindruck will der eisenharte Inspektor Fache (Jean Reno) zumindest erwecken, denn am Tatort gefundene Hinweise deuten darauf, dass Langdon selbst der Mörder sein könnte. Nur durch die subtile Intervention der Kryptologin Sophie Neveu (Audrey Tautou) gelingt es gerade noch, dem völlig überrumpelten Harvard-Professor zur Flucht vom Tatort zu verhelfen.

Tatsächlich handelt es sich bei Sophie um die entfremdete Nichte des Opfers, der als Großmeister der Prieuré de Sion zu Lebzeiten mindestens so viele Geheimnisse hatte, wie er im Tode hinterließ. Mit seinen Botschaften wollte er nicht nur sicherstellen, dass Sophie diese aufdeckt, sondern auch die Mitwirkung von Langdon erzwingen. Währenddessen ermordet der bleiche Mönch Silas (Paul Bettany) im Auftrag des erzkatholischen Ordens Opus Dei immer mehr Mitglieder des Geheimzirkels. Nach einer haarsträubenden Flucht und noch mehr offenen Fragen im Gepäck, strandet das ungleiche Duo schließlich vor dem Anwesen des britischen Gralsexperten Sir Leigh Teabing (Ian McKellen). Der offenbart, dass es sich bei dem heiligen Gefäß nicht etwa um einen Becher oder etwas ähnliches handelt, sondern um ein Synonym für den Schoß von Maria Magdalena. Und mehr noch, Jesus Christus soll zu Lebzeiten sogar ein Kind mit der in den offiziellen Lehren der Kirche als Prostituierte verschrienen Frau gehabt haben!

Nunmehr wird klar, warum die Fanatiker mit allen Mitteln jeden Beweis, der diese Theorie untermauern könnte, vernichten wollen. Denn sollte sich herausstellen, dass die Legenden wahr sind, würde das gesamte Glaubensfundament der Katholischen Kirche über Nacht vollständig zusammenbrechen. Unerbittlich gejagt von Inspektor Fache und den Agenten von Opus Dei reisen Langdon, Sophie und Teabing nach London, um weiteren Hinweisen nachzugehen. Doch je näher sie dem wohl bestgehüteten Geheimnis der Menschheitsgeschichte kommen, desto zahlreicher werden die offenen Fragen. Und der geheimnisvolle Strippenzieher, der im Hintergrund von Opus Dei die Fäden zieht, scheint den Wahrheitssuchern immer einen Schritt voraus zu sein…
Die Rezension
Der im deutschsprachigen Raum unter dem Titel Sakrileg vertriebene Roman aus der Feder von Dan Brown ging weltweit über 80 Millionen Mal über die Ladentische und zählt damit zu den erfolgreichsten Werken der modernen Literatur. Dabei griff der gebürtige Amerikaner einige Theorien auf, die bereits seit langer Zeit im Kreis theologischer Wissenschaftler diskutiert werden. Was Wahrheit und was pure Fiktion ist, darüber bildet sich das Werk am Ende keinerlei Urteil. Spannung und Unterhaltung sind aber von der der ersten bis zur letzten Seite garantiert. Und bei einem derart erfolgreichen Buch dauert es natürlich erfahrungsgemäß nicht lange, bis Hollywood an die Tür klopft. Gerade einmal drei Jahre nach der Veröffentlichung von Sakrileg wurde mit The Da Vinci Code – so der ursprüngliche Name des Buches – eine Adaption mit hochkarätiger Besetzung in die Kinos gebracht. Den hiesigen Titel hängte man einfach hintendran, damit wirklich jeder weiß, worum es geht.

Bei Kosten von 125 Millionen Dollar spielte der Film weltweit beinahe das Sechsfache seiner Kosten wieder ein und begeisterte auch hierzulande ein Millionenpublikum – obwohl das Presseecho weitestgehend negativ war. Tatsächlich leidet The Da Vinci Code unter zahllosen Schwächen, die man jetzt nach zwanzig Jahren, wo sich der Hype um die Vorlage längst verflüchtigt hat, nur noch deutlicher wahrnehmen kann. Die Handlung zieht sich über weite Strecken wie Kaugummi und wird durch die zahllosen erklärenden Rückblenden immer wieder zusätzlich ausgebremst. Bereits die Kinofassung fühlt sich mit ihren knapp zweieinhalb Stunden Laufzeit um eine gute Dreiviertelstunde zu lang an, zumal es keine größeren Actionsequenzen gibt. Im Ergebnis wirkt das so, als hätte man Indiana Jones Peitsche und Pistole weggenommen. Das Momentum der Buchvorlage fehlt dem Film vollständig. Man merkt einfach zu jedem Zeitpunkt, wie uninspiriert und überhastet die Produktion gewesen ist. Immer so, als hätte man die Kuh schnell melken wollen, solange noch möglichst viel Milch herauszuholen ist.

Getragen wird das Ganze von einem komplett komatös agierenden Tom Hanks, der zumindest im ersten seiner insgesamt drei Auftritte in der Rolle des Robert Langdon komplett fehlbesetzt wirkt. Noch unglaubwürdiger wirkt Audrey Tautou als Kryptologin mit geheimnisvollem Familienhintergrund und Paul Bettany bleibt als Killermönch so blass wie die Haut seiner Figur. Für Lichtblicke sorgt lediglich Ian McKellen, der gleichermaßen herrlich verschroben wie überzeichnet aufspielt. Der wahre Star des Films ist allerdings der Score aus der Feder von Hans Zimmer, welcher einen von Anfang bis Ende in seinen Bann zieht. Aber selbst der kann nicht davon ablenken, dass zwischen Hanks und Tautou zu keinem Zeitpunkt irgendeine Form von Chemie herrscht. Das macht es einem als Zuschauer umso schwerer, mit den beiden Wahrheitssuchern mitzufiebern – umso mehr, wenn man das Buch zuvor gelesen hat.

Ron Howard hat hier kaum mehr abgeliefert, als Langeweile in Hochglanzoptik. Überlang, monoton inszeniert und fast völlig befreit von darstellerischen wie inszenatorischen Höhepunkten. Nicht jedes erfolgreiche Buch gibt zwangsläufig einen guten Film ab, und The Da Vinci Code – Sakrileg zählt eindeutig dazu. Das in allen Belangen bessere Sequel ist dem ersten Teil daher absolut vorzuziehen und kann komplett unabhängig von den hier dargestellten Ereignissen genossen werden. Es liegt schon einige Ironie darin, dass wütende Fundamentalisten seinerzeit in Scharen versucht haben, die Veröffentlichung des Films zu verhindern. Wären diese nämlich mit ihrem Unterfangen erfolgreich gewesen, dann wäre uns zumindest ein langweiliger Film erspart geblieben.
Das Bild
Wenngleich die digitale Filmherstellung zum Produktionszeitpunkt bereits kräftig Fahrt aufgenommen hatte, entschied sich Ron Howard gemeinsam mit seinem Kameramann Salvatore Totino seinerzeit dafür, komplett analog zu drehen. Zum Einsatz kamen dabei primär Kameramodelle vom Typ ARRI Arricam LT und Arricam ST, anteilig außerdem die Arriflex 235 sowie die Cine SL 35. Gefinisht wurde in der Postproduktion dann als 4K Digital Intermediate, was zu der Zeit tatsächlich noch eher selten war, sich aber im Angesicht überschaubarer Computertricks problemlos realisieren ließ. Die erste Blu-Ray zum Film auf Basis des gleichen Masters wurden ab 2009 veröffentlicht, wobei neben der Kinofassung auch der sogenannte Extended Cut mit nochmal dreißig Minuten mehr Material nachgereicht wurde. Über dessen Wert kann man streiten, wer sich aber für die Änderungen im Detail interessiert, ist bei unseren lieben Freunden von Schnittberichte.com wie immer hervorragend aufgehoben.
Die erste 4K UHD schlug dagegen erstmals 2016 bei uns auf, als tatsächlich eher in der Frühzeit des neuen Mediums und noch komplett eigenverantwortlich unter dem Banner von Sony Pictures Home Entertainment. Dabei nutzte man abermals den bestehenden Transfer als Basis, dementsprechend blieb es bei der Kinofassung. Einen erweiterten Farbraum nach Rec.2020 hatte die Scheibe bereits an Bord, musste sich aber mit HDR10 begnügen. Grundsätzlich gibt es auch zehn Jahre später nur wenig an dieser Umsetzung zu bemängeln. Verglichen mit der bestehenden Blu-Ray überragt die 4K UHD vor allem bei der Auflösung und liefert ein deutlich schärferes wie detaillierteres Bild – mit Ausnahmen wohlgemerkt, denn stellenweise präsentiert sich der Film intendiert eher soft. Gleichzeitig beseitigt die Veröffentlichung den unappetitlichen Gelbstich, unter dem vor allem die Darstellergesichter arg zu leiden hatten. Generell zählt die Blu-Ray eher zu den schwächeren Vertretern ihrer Zunft und wirkt über weite Strecken wie eine hochskalierte DVD.
The Da Vinci Code – Sakrileg ist ein bewusst dunkel gehaltener Film, der über weite Strecken mit möglichst wenigen künstlichen Lichtquellen auskommen muss. Kein Wunder also, dass man auf Kodak Vision 2383 gedreht hat, denn das Filmmaterial eignet sich besonders gut für eine realitätsnahe und kraftvolle Abbildung von Schwarz, was die 4K UHD auch sehr gut stemmt, während sich die analoge Körnung nie aggressiv in den Vordergrund drängt. Zum 20. Jubiläum hat man nun nochmal einen komplett neuen Scan vom ursprünglichen 35mm-Material anfertigen lassen und dieses nun erstmals mit Dolby Vision versehen, was im Angesicht der damit verbundenen dynamischen Metadaten in jedem Fall nochmal einen erneuten Blick rechtfertigt. Während sich bei Detailwiedergabe und Farbgebung verglichen mit der Erstauflage nichts geändert hat, darf man sich dank Dolby Vision über nochmals kräftigere Schwarzanteile bei einer insgesamt hauchfein besseren Differenzierung freuen. Wie gut das im Ergebnis tatsächlich aussieht, ist allerdings sehr abhängig vom heimischen Wiedergabegerät samt dessen Kalibrierung.
Auch die Körnung wird von der Neuauflage nochmals besser gehändelt. Wer allerdings nur an der Kinofassung interessiert ist, bzw. diese bereits besitzt, kann sich das Upgrade sparen. Hier geht es wirklich nur um Nuancen, die allenfalls interessant für Enthusiasten sind, die aus ihrer Spitzenausstattung wirklich das absolute Maximum herauskitzeln wollen. Als regulärer Zuschauer muss man schon ganz genau wissen, nach welchen Anhaltspunkten man suchen muss, um Erst- und Neuauflage voneinander unterscheiden zu können. Interessanter ist da schon der Extended Cut, der auf einer eigenständigen Scheibe veröffentlicht worden ist, was im Angesicht von knapp drei Stunden Laufzeit auch ganz vernünftig erscheint. Zu viel darf man hier aber nicht erwarten, denn die betreffenden Szenen wurden damals nicht in echtem 4K abgetastet, sondern erst nachträglich für DVD und Blu-Ray in das bestehende Material eingefügt.
Was innerhalb dieser Formate nur bedingt auffällt, lässt sich gemessen an der Neuauflage jedoch sehr eindeutig erkennen. Hierfür hat man die betreffenden Szenen nämlich lediglich hochskaliert, was im laufenden Bild durchgehend sichtbar ist. Schärfe, Körnung und Farben harmonieren dann nämlich nicht mehr mit der Kinofassung. Nicht so brutal, dass es einen furchtbar stört, aber verbergen kann es die Fassung eben zu keinem Zeitpunkt. Alles in allem ist die Gesamtqualität jener der Blu-Ray zum Extended Cut immer noch überlegen, so wirkt die Fassung am Ende aber eher wie ein Bonus und nicht wie ein vollwertiges Pendant.
Der Ton
Das wird umso deutlich, wenn man einen Blick auf die Klangbestückung wirft. Zunächst einmal erfreulich ist die Tatsache, dass die Kinoversion im Rahmen der 20th Anniversary Edition für die deutsche Tonspur ein Upgrade auf eine verlustfreie Masterspur im Format DTS-HD MA 5.1 an Bord hat. Der Vorgänger hatte hier nämlich nur veraltetes Dolby Digital 5.1 zu bieten, während die Blu-Ray wenigstens noch in Dolby TrueHD 5.1 kodiert wurde. Der Extended Cut wird davon nicht begünstigt, hier wird anhaltend die Tonspur aus dem DVD-Zeitalter wiederverwertet. The Da Vinci Code – Sakrileg ist ein extrem dialoglastiger Film, dessen Räumlichkeit sich nicht aus großem Effektkino speist, sondern aus dem Ambiente der jeweiligen Umgebung.

Den Hall der Schritte während der anfänglichen Flucht des Kurators zum Beispiel. Gleiches gilt für den nächtlichen Besuch von Silas im Kloster. Es sind diese kleinen Momente, die den Film atmosphärisch sinnvoll erweitern. In Form der neu abgemischten Kinofassung klingt das allenfalls hauchfein dynamischer, ist aber kaum der Rede wert. Ganz anders beim Score, der hörbar kraftvoller und vor allem klarer ans Werk gehen darf. Fast schon wie ein kleiner Konzertfilm dominieren die Kompositionen deren dazugehörige Sequenzen, was im Heimkino dank toller Platzierung genau so klasse rüberkommt, wie es auf dem Papier klingt.

Die Dialoge bleiben dabei durchgehend gut verständlich, auch wenn es im Rahmen der Synchronfassung gelegentlich etwas an Kraft zu mangeln scheint. Da ist Illuminati weitaus problematischer, weil Hanks langjähriger Stammsprecher Arne Elsholtz dort krankheitsbedingt bereits sehr stark genuschelt hat. Die englische Dolby Atmos der 4K-Erstveröffentlichung ist in identischer Form ebenfalls mit am Start, klingt auf der regulären Ebene ähnlich gut, bekommt die Dialogwiedergabe dafür noch etwas besser hin, während die Höhenebene primär dazu genutzt wird, den Score noch präsanter und differenzierter in den Raum zu tragen.
Die Extras
Schon die bisherigen Veröffentlichungen hatten genug Bonusmaterial im Gepäck, dass man darüber locker eine eigene Besprechung schreiben könnte. Für die 20th Anniversary Edition wurde das komplette Material lediglich übernommen, neue Featurettes gibt es nicht. Die Kinofassung hat Trailer und Teaser an Bord, außerdem gibt es eine Vorschau zum damals brandneuen Inferno, bei der es sich aber um kaum mehr handelt, als einen fünfminüten XL-Trailer mit exklusivem Voiceover. Der Extended Cut offeriert optional zuschaltbare Szenenkommentare von Regisseur Ron Howard mit passenden deutschen Untertiteln.

Den Löwenanteil des Materials hat man auf einer eigenständigen Blu-Ray untergebracht. Satte siebzehn Featurettes decken nahezu jeden Aspekt der Adaption mitsamt Herstellung ab, dabei wird auch Komponist Hans Zimmer umfangreich bedacht. Grundsätzlich eine extrem spannende Sammlung, die für jeden interessant sein dürfte, der sich schon immer die Frage gestellt hat, welch langen Pfade beschritten werden müssen, bis ein Buch wie dieses als fertiger Film vorliegt. Mit knapp zweieinhalb Stunden Gesamtlaufzeit wird hier einiges geboten – übrigens vollständig in High Definition und sammlertauglich versenkt im edlen Steelbook.

“Während ich die Buchvorlage damals innerhalb eines Tages geistesabwesend verschlungen habe, bin ich während des Films damals beinahe eingeschlafen. The Da Vinci Code – Sakrileg ist eine derart uninspirierte und schlicht langweilige Verfilmung, deren Erfolg im Kern im damaligen Hype um Dan Brown und seine kontrovers diskutierten Werke zu finden ist. Die mit zweieinhalb Stunden bereits viel zu lange Kinofassung ist kaum mehr als eine dröge Aneinanderreihung von Dialogen, echtes Tempo nimmt der Film gefühlt nie auf. Wäre da nicht der fantastische Score von Hans Zimmer, würde man sich an diesen durchgehend unmotiviert umgesetzten Film wahrscheinlich keiner mehr erinnern. Die Neuauflage der Kinofassung mit nochmals frischem 4K-Master ist überwiegend für Enthusiasten mit hochwertiger Heimtechnik interessant, während der erstmals in 4K aufgelegte Extended Cut qualitativ einiges zu wünschen übrig lässt. Die schöne Aufmachung und tonnenweise Extras machen die Veröffentlichung sicher trotzdem für den ein oder anderen Fan interessant.”

Quelle Bildmaterial: ©Sony Pictures Entertainment Gmbh. Im Vertrieb von PLAION Pictures. All rights reserved.
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