Über das beste Spiel aller Zeiten wird häufig und gerne gestritten. The Legend of Zelda: Ocarina of Time gehört – zumindest darin sind sich alle einig – in jedem Fall dazu und heimst in entsprechenden Votings regelmäßig den ersten Platz ein. Keine schlechte Leistung für einen Titel, der alsbald sein 30. Jubiläum feiert. Umso riskanter kann es sein, sich an ein Remake zu wagen, bei dem die Erwartungen gerade auf Seiten von Kennern des Originals utopisch hoch sind. Nintendo hat es trotzdem gewagt und bringt den Kultklassiker jetzt in generalüberholter Form exklusiv auf die Nintendo Switch 2.


Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
Plattform: Nintendo Switch 2
Veröffentlichungsdatum: 05. November 2026
Preis: ab 59,99€*
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Metacritic | OpenCritic | IMDB


Entsprechende Rezensionsmuster sind uns freundlicherweise vorab kostenlos zur Verfügung gestellt worden.
A Link to the Past
Ich glaube, Weihnachten `98 stand kaum ein Spiel öfter auf den weltweiten Wunschlisten als The Legend of Zelda: Ocarina of Time. So auch bei mir und meinem Bruder. Ein Wunsch, der gar nicht leicht zu erfüllen war. Nicht etwa, weil damals dafür unerhörte 134,99 DM verlangt wurden, sondern weil der knapp zwei Wochen vor Heiligabend veröffentlichte Titel wirklich überall ausverkauft war. Gleiches galt für den Spieleberater, der in Zeiten ohne Internet quasi verpflichtend war, wenn man wirklich jedes Geheimnis ausfindig machen wollte – und davon verstecken sich im Spiel ja so einige! Die über Tage gehegte Anspannung wich schließlich, als unter dem Geschenkpapier der verdächtig nach einem Nintendo-64-Modul ausschauenden Kartonverpackung das legendär-minimalistische, schwarz-goldene Cover durchblitzte und die Freude darüber keine Grenzen zu kennen schien.

Ein Ereignis, welches sich zum gleichen Zeitpunkt in vielen Teilen der Welt ganz ähnlich abgespielt haben dürfte. The Legend of Zelda: Ocarina of Time war endlich da! Und es war besser als alles, was man sich im Vorfeld davon erhofft hatte. Schließlich wurde jeder Artikel – damals hauptsächlich noch in der N-Zone – akribisch studiert, jeder neue Screenshot wurde penibel analysiert. Das dazugehörige Poster hing über Jahre in meinem Kinderzimmer und die nicht mehr entfernbaren Kleberückstände des ebenfalls von der N-Zone als Extra herausgegebenen Konsolenstickers blieben gar für immer am Kunststoffchassis des Nintendo 64 hängen. Wochen später sahen mein Bruder und ich dann zum ersten Mal den Abspann über den Bildschirm laufen. Es hatte uns einige Zeit gekostet und wahrscheinlich haben wir altersbedingt nur die Hälfte dessen verstanden, was wir da eigentlich hinter uns gebracht haben. Und doch war das ein gewisses Gefühl von Leere, da man sich fragen musste: Was in aller Welt könnte jemals besser sein als das?

Ich sage immer gerne, dass es für jede Generation mindestens ein prägendes The Legend of Zelda gibt und Ocarina of Time war in jedem Fall meines. Die Erinnerungen an diesen ersten Durchgang zwischen Weihnachten und Neujahr sind mir in wertvoller Erinnerung geblieben, auch weil sich alle weiteren Durchgänge über die Folgejahre nie wieder gleichermaßen packend angefühlt haben. Spätestens heute wird einem klar, dass das Original längst nicht mehr so gut aussieht, wie man es im Gedächtnis hat. Es spielt sich teilweise auch nicht mehr ganz so gut, während es in vielen anderen Belangen überraschend zeitlos geblieben ist. Und wenngleich die Erinnerung nie ganz von der Erfahrung verdrängt werden kann, ist doch längst klar: Dieses Spiel hat ein Remake mehr als verdient.
Der Junge ohne Fee
Wie so eine Neuauflage aussehen könnte, hat der ein oder andere Fan über die Jahre öfter mal in Eigenarbeit zu zeigen versucht. Nicht allzu lange zwar, da die Anwälte von Nintendo in Sachen Markenschutz aggressiver zu Werke gehen als ein Rudel Piranhas beim Anblick einer schönen Schinkenkeule, aber die Sehnsucht nach einer offiziellen Umsetzung wuchs dadurch trotzdem umso mehr. Diese jetzt erstmals in den Händen zu halten, fühlt sich fast so ähnlich an, wie es damals beim Original gewesen ist: Irgendwie ein bisschen magisch, irgendwie ein bisschen surreal. Sämtliche Bedenken, dass das Action-Adventure mich nach fast dreißig Jahren nicht mehr auf dieselbe Weise abholen könnte, verflogen spätestens beim Titelbildschirm.

Denn wenn Link auf dem Rücken von Epona durch die Steppe von Hyrule reitet und dazu die fantastische Neuorchestrierung der melancholischen Titelmelodie aus der Feder von Koji Kondo erklingt, sitze ich vor meinem inneren Auge wieder in einem kunterbunten Schlafanzug vor einem kleinen Röhrenfernseher im elterlichen Schlafzimmer und freue mich darauf, meine epische Reise fortzusetzen. Und die beginnt im Remake nahezu identisch: Als junger Hylianer Link wachsen wir als einer von vielen Waisenkindern im Dorf Kokiri auf – wohlbehütet von dem uralten Deku-Baum, dessen Macht ewige Jugend gewährt, solange man sich innerhalb der Dorfgrenzen aufhält. Mit ein Grund, warum die Außenwelt samt Bewohnern außerhalb des Dorfes nach Kräften gemieden wird. Entsprechend unbeliebt sind wir als Hylianer bei den restlichen Kindern, zumal wir anders als die immer noch keine Fee an die Seite gestellt bekommen haben.

Das ändert sich pünktlich zu Links neuntem Geburtstag, an dem ihn die Fee Navi mit der Bitte aufsucht, sich schleunigst zum Deku-Baum zu begeben. Der offenbart uns, dass wir dazu auserwählt worden sind, Hyrule vor dem drohenden Untergang durch den bösen Zauber Ganondorf zu bewahren, ehe er an den Folgen seines Fluches stirbt. Und so zieht Link bewaffnet mit Kurzschwert, Holzschild und der Okarina (das schreibt man im Deutschen so!) seiner Freundin Salia an der Seite von Navi entschlossen in eine unbekannte Welt hinaus, um genau jenes Übel abzuwenden, welches ihn zuletzt immer wieder prophetisch in seinen Albträumen heimgesucht hat. In Prinzessin Zelda finden wir schon bald eine wertvolle Verbündete im Kampf gegen den hinterlistigen Ganondorf, der sich mithilfe des legendären Triforce zum unangefochtenen Herrscher der Welt aufschwingen will. Doch wie soll ein Kind gegen diese Macht auch nur ansatzweise etwas ausrichten können?

Zum Glück erzählen Legenden von einem geheimnisvollen Schwert, dass einem die Macht über Raum und Zeit verleihen soll, aber um das zu bekommen, muss Link zunächst drei heilige Steine in seinen Besitz bringen. Und das ist erst der Anfang einer epischen Reise durch ein magisches Reich voller Herausforderungen, an deren Ende sich das Schicksal einer ganzen Welt entscheiden wird. Wenn euch das alles entfernt vertraut vorkommt, dann wisst ihr wahrscheinlich auch ziemlich genau, was euch erzählerisch innerhalb des Remakes erwarten wird.
Von sinnvollen Neuerungen und verpassten Gelegenheiten
Die Entwickler haben hier wirklich akribisch nahe an der Vorlage gearbeitet, neue Inhalte gibt es allenfalls in Form von kleinen Erweiterungen im Rahmen der Dialoge, um manche Ereignisse etwas besser verständlich zu machen. Alles darüber hinaus hätte bei Fans des Originals wahrscheinlich einen Tumult verursacht und die will das Remake schließlich genauso abholen, wie neue Fans. Das will man gar nicht groß kritisieren, da die bestehende Handlung – wenngleich selbst nach damaligen Verhältnissen doch recht vorhersehbar – immer noch gleichermaßen stimmig wie abwechslungsreich inszeniert wird.

Gerade die erwachsenen Untertöne kann man erst richtig verstehen, wenn man selbst langsam in die Jahre kommt. Als Kind fehlt einem schlicht das Verständnis für die Botschaft, die sich hinter dem Spiel versteckt, nämlich die einem gegebene Zeit so gut es nur möglich ist zu nutzen. Und es erinnert uns daran, wie unbeschwert die Kindheit im Vergleich zu den späteren Jahren doch gewesen ist. Zumindest möchte ich das für mich so interpretieren. Die Projektionsfläche bleibt jedoch anhaltend begrenzt, da Link auch im Remake abseits der gewohnten Laute anhaltend stumm bleibt, was innerhalb der zahllosen Dialoge mittlerweile doch einen ziemlich seltsamen Eindruck hinterlässt. Erst Recht, da die Charaktere in den wichtigsten Zwischensequenzen nun eine vollständige und sehr gelungene Sprechausgabe spendiert bekommen haben, welche allerdings auch den Nachteil hat, dass die immer noch überwältigende Menge an Volltextpassagen umso dröger rüberkommt. Dafür nervt unsere Feenbegleiterin nun nicht mehr so penetrant. Und das ist doch schon was!

Gute fünfunddreißig Stunden benötigt ihr für einen Durchgang und das auch nur, wenn ihr das Original wie eure Westentasche kennt. Wer sämtliche versteckten Geheimnisse offenlegen und wirklich jeden Winkel von Hyrule erkunden möchte, kann locker nochmal gute fünfzehn Stunden obendrauf rechnen. Aber auch, wer sich zum allerersten Mal ins Abenteuer stürzt, muss nicht zwangsläufig auf eine Komplettlösung warten, denn die Charaktere im Spiel geben uns nun aktiv Hinweise auf wichtige Orte und Ereignisse, nach denen man früher noch akribisch suchen musste. Selbst die Suche nach den hundert goldenen Skulltulas wird durch ein neues Hilfsmittel deutlich erleichtert. Dafür scheinen die Feen mit den Jahren gierig geworden zu sein, denn anders als früher verlangen die für das Erlernen magischer Fertigkeiten neuerdings einen ganzen Batzen Rubine! Was aber klar geht, da man jetzt auch endlich was mit seiner Barschaft anfangen kann.

Übrigens könnt ihr jetzt jederzeit euer Spiel speichern und laden, ohne dabei jedes Mal wieder an den Anfang des aktuellen Gebiets zurückgesetzt zu werden. Damit einher gehen ein paar sinnvolle Tweaks an den größeren Dungeons, da größere Abkürzungen nun obsolet sind und nicht mehr gebraucht werden. Und wem im Vorfeld schon der Angstschweiß beim bloßen Gedanken an den gefürchteten Wassertempel den Rücken hinunterläuft, kann ebenfalls beruhigt aufatmen: Der Dungeon bleibt zwar fordernd, lässt euch dank mehr Transparenz im Design jetzt deutlich besser vorausahnen, wo es vielleicht noch einen Silberschlüssel einzusacken gibt. Das stundenlange und verzweifelte Herumlaufen im Kreis hat jetzt also endlich ein Ende und wird außerdem massiv durch die Tatsache erleichtert, dass sich die für die Erkundung so wichtigen Eisenstiefel jetzt bequem per Schnellauswahl an- und wieder ausziehen lassen.


Die Zeiten, in denen man sich im Minutentakt durch umständliche Menüs fummeln musste, sind also endgültig vorbei, was für mich selbst dann einen Kaufgrund darstellen würde, wenn alles andere unangetastet geblieben wäre. Man hat das Gameplay hier wirklich an den richtigen Stellen optimiert und dabei gleichzeitig den ursprünglichen Spiel- und Erzählablauf konserviert. Und das ist in meinen Augen genau der richtige Weg. Hätte man hier und da vielleicht noch ein bisschen mutiger sein können? Vielleicht, aber eben nicht viel mutiger. Was mir auf jeden Fall fehlt, ist die Möglichkeit, zwischen aufgeschalteten Zielen hin- und herwechseln zu können. Ocarina of Time hat die Zielaufschaltung innerhalb des Genres praktisch erfunden, aber selbst die hat sich mit der Zeit weiterentwickelt und fühlt sich in ihrer ursprünglichen Form – wie sie eben auch das Remake übernimmt – nicht mehr zeitgemäß an. Kleinkram am Rande eines sonst in vielen wichtigen Belangen gut modernisierten Remakes, aber auch eine verpasste Gelegenheit, die man mit gutem Grund kritisieren darf.
Ein zeitlos grandioses Abenteuer
Wie bereits erwähnt, bleibt das Remake der bestehenden Geschichte treu. Ihr besucht also dieselben Orte inklusive Dungeons, erlernt dieselben Melodien auf eurer Ocarina und auch die verschiedenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die ihr zum Fortschreiten zwangsläufig benötigt, finden sich dort, wo ihr sie im Original ergattert habt. All das wohlverteilt innerhalb einer angemessen großen Welt, die mit ungebrochen hoher spielerischer und visueller Abwechslung aufwartet – besonders deswegen, weil die bestehende Welt mit dem Zeitsprung nochmal komplett umgestaltet wird und wieder ganz neu entdeckt werden muss. Wo vorher eine idyllischer See war, ist dann nur noch eine armselige Pfütze. In der Schlossstadt tummeln sich plötzlich Untote vor ausladenden Kulissen und in den einst idyllischen Wäldern lauern Geister und andere Schauergestalten auf unvorbereitete Abenteurer. Um all das erfolgreich zu bewältigen, müssen wir regelmäßig zwischen den beiden Zeitebenen wechseln und uns gleichzeitig die Kräfte der titelgebenden Okarina zunutze machen, mit der wir nicht nur bequem von Ort zu Ort reisen können, sondern unter anderem sogar Wetter und Tageszeit beeinflussen können.

Was 1998 revolutionär war und Videospiele als Medium auf ein komplett neues Niveau gehoben hat, fühlt sich knapp drei Jahrzehnte später immer noch unglaublich frisch an. Besonders auch deswegen, weil kaum ein anderes, ähnlich gestricktes Spiel außerhalb der Reihe es bis heute geschafft hat, mit einem ähnlichen Spielwitz aufzuwarten. Genau das ist es, was The Legend of Zelda: Ocarina of Time seit jeher so zeitlos macht. Selbst, wenn man jetzt zum allerersten Mal das Original spielen würde, kommen diese Qualitäten überdeutlich zum Vorschein. Da spielt die visuelle Präsentation nur noch eine eher untergeordnete Rolle. Dazu trägt auch das immer noch sehr kreative Kampfsystem bei, dessen Grundmechaniken zwar simpel sind, in der Tiefe aber umso mehr überzeugen, was sich im Verlauf des Spiels eben nicht mehr jeder Gegner mit Schild und Schwert zur Strecke bringen lässt. Erst recht nicht die Bosse, die allesamt eine eigene Taktik benötigen, um am Ende ihrer Existenz den obligatorischen Herzcontainer herauszurücken. Vieles von dem, was das Original erstmals eingeführt hat, findet heute noch Verwendung und kommt doch selten an die ursprüngliche Brillanz heran. Und ich glaube, das ist am Ende, was einen wahren Kultklassiker definiert.

Das Remake mag zwar nicht mehr diesen ganz besonderen Aha-Effekt innehaben, weil man sich an vieles längst gewöhnt hat, in der grundlegenden Umsetzung bleibt es dagegen ungetrübt grandios, so dass man bis zum bittersüßen Ende motiviert dranbleibt – selbst dann, wenn man das Original in sämtlichen Versionen und Portierungen bereits x-fach durchgespielt hat. Die vielen kleinen Anpassungen und Erweiterungen tragen einiges dazu bei, dass sich die Formel nach all der Zeit immer noch frisch genug anfühlt und einfach unfassbar viel Spaß macht. Egal, ob zu Fuß oder auf dem Rücken unseres treuen Pferdes. Egal, ob in der offenen Welt oder in einem düsteren Dungeon. Egal, ob beim Maskentausch oder dem Schänden zahlloser Gräber. Mehr habe ich mir von der Rückkehr nach Hyrule gar nicht erhofft. Und doch am Ende so viel mehr bekommen. Allem voran das Gefühl, für einige Stunden wieder acht Jahre alt sein zu dürfen.
Streiten um den richtigen Stil
Wenn man wirklich über eine Sache zwiespältiger Meinung sein darf, dann ist das die gewöhnungsbedürftige Optik. Schon der Enthüllungstrailer entzweite die Community über Wochen, der nun bevorstehende Release dürfte nochmal neues Öl ins Feuer gießen. Dabei stehen vor allem die neuen Charaktermodelle im Vordergrund, welche sich insgesamt doch recht weit von den Vorlagen entfernen. Der junge Link wirkt mit seinen Pausbacken tatsächlich ein wenig befremdlich, gleiches gilt für einige NPCs. Im Vergleich dazu fällt der Wiedererkennungswert der einzelnen Lokalitäten deutlich höher aus. Auch die teils extrem hohe Effektdichte kann Kenner des Originals anfänglich überfordern, so schön die tatsächlich auch aussehen. Auch die Beleuchtung wirkt wunderbar stimmig und lässt Hyrule im wahrsten Sinne des Wortes in einem ganz anderen Licht erscheinen. Technisch basiert das Remake übrigens auf einer weiterentwickelten Version derselben hauseigenen Engine, die auch Breath of the Wild und Tears of the Kingdom antreibt.

Als alter Hase finde ich, dass das Remake tatsächlich in manchen Momenten kurz vor dem visuellen Overkill steht, aber das ist wohl mehr der Gewohnheit geschuldet und dürfte von einem jüngeren Publikum gänzlich anders aufgenommen werden. Dafür gefallen mir die flüssigen Animationen richtig gut und die Tatsache, dass wir die Kamera nun komplett frei um Link herum bewegen können, stellt einen massiven Mehrwert dar, den man gar nicht positiv genug hervorheben kann. Ebenso ist ein Großteil der bestehenden Gebietsübergänge weggefallen, so dass es unter anderem beim Betreten der Lon-Lon-Farm nun keine Unterbrechung mehr gibt. Bei all dem, was hier visuell zusammenkommt, könnte man vermuten, dass das mit entsprechenden Kompromissen bei Auflösung und Bildrate verbunden ist. Dem ist jedoch nicht so, denn sowohl im Dock, als auch unterwegs werden 60 Bilder pro Sekunde angepeilt und mit ganz wenigen Ausnahmen auch zuverlässig erreicht.

Dabei greift in beiden Modi eine dynamische Auflösung, die jeweils zwischen 1080p und 1440p, bzw. 720p und 1080p erzielt, was im Ergebnis auch auf großen Bildschirmen sehr gut aussieht. Allerdings nur solange, wie man sich in einiger Entfernung dazu aufhält, da der Titel leider komplett auf den Einsatz von Kantenglättung verzichtet, wodurch es regelmäßig zu Unruhen im laufenden Bild kommt, die alles andere als schön aussehen. Ich verstehe, dass die Leistungsfähigkeit der Nintendo Switch 2 begrenzt ist, wenigstens verglichen mit den anderen Plattformen auf dem Markt. Dann aber doch lieber eine etwas geringere Effektdichte oder dergleichen und dafür ein sauberes Bild. Die Abwesenheit von letzterem ist für mich am Ende der größte Kritikpunkt der Neuauflage, zumal gleichzeitig keinerlei Optionen angeboten werden, mit denen sich die Präsentation dahingehend beeinflussen ließe.

Der fantastische Soundtrack wurde gelungen aufbereitet, während die Klangkulisse gerade in Dungeons wie dem Waldtempel immer noch eine tolle Atmosphäre zaubert, die unter Verwendung eines Heimkinosystems wesentlich besser klingt als auf Stereoton begrenzten Original. Die Bedienung wurde prima modernisiert und geht sowohl mit Joy-Cons, als auch mit Pro Controller bestens von der Hand. Dafür bin ich persönlich sehr dankbar, denn wenn man so langsam auf die Vierzig zugeht, merkt man bei den gelegentlichen Sessions auf dem alten Nintendo 64 durchaus, dass die Handgelenke sich mit dem dazugehörigen, damals ja ebenfalls sehr revolutionären Gamepad, langfristig nicht mehr so gut vertragen.

“Als großer Fan des Originals, der damit sprichwörtlich großgeworden ist und viele kostbare Erinnerungen mit dem Spiel verbindet, bin ich dem Remake besonders kritisch gegenübergestanden. Gute fünfzig Stunden später lässt mich der Abspann mit demselben Gefühl zurück, welches ich damals bereits als Achtjähriger verspürt habe – nämlich die Erkenntnis, dass ich gerade eines der besten Spiele aller Zeiten erlebt habe. Hier eben mit einigen sinnvollen Komfortverbesserungen und einer völlig neuen Grafik. Letztere mag mich gerade in Punkto Charaktergestaltung nicht immer überzeugt haben und stellenweise wäre weniger einfach mehr gewesen, das ungebrochen geniale Gameplay mit all seiner unsterblichen Kreativität und spielerischen Abwechslung bleiben jedoch anhaltend über sämtliche Zweifel erhaben. Egal, ob ihr die Welt von Hyrule erneut oder zum ersten Mal betretet: Wer bisher noch keinen Grund für den Kauf einer Nintendo Switch 2 hatte, hat ihn spätestens mit The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Das große Problem ist nur, dass ihr danach nie wieder mit demselben Gefühl zum Original zurückkehren könnt.”


- Immer noch ein zeitloses Meisterwerk voller genialer Ideen
- Stimmige Beleuchtung
- Ansehnliche Effekt- und Partikelkulissen
- Detailverliebte, abwechslungsreiche Umgebungen
- Gebiete können ohne Unterbrechungen bereist werden
- Ungebrochen motivierendes Gameplay mit grandiosem Spielwitz
- Epische Geschichte voller interessanter Charaktere…
- …und typischem Serienhumor
- Ungebrochen gutes Kampfsystem
- Mindestens 35 Stunden umfassende Hauptgeschichte
- Viel zu entdecken, darunter gelegentlich auch ganz neues
- Sinnvolle Komfortverbesserungen, unter anderem durch Questlog, Hinweisgeber und Schnellzugriff
- Der Wassertempel macht jetzt Spaß
- Freies Speichern und Laden jederzeit möglich
- Einer der besten Videospielsoundtracks aller Zeiten, toll aufbereitet
- Exzellente deutsche Sprecher
- Sauber lokalisierte Texte
- Schnörkellose Bedienung

- Verglichen mit dem Original einige gewöhnungsbedürftige Charakterdesigns
- Gelegentlich an der Grenze zum visuellen Overkill
- Link bleibt anhaltend stumm…
- …was im Angesicht der neuen Sprechpassagen nur noch seltsamer anmutet
- Dynamischer Zielwechsel fehlt weiterhin
- Stetige Unruhen durch fehlende Kantenglättung
- Spielerisch kaum fordernd

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