Vergessen wir einfach, was im letzten Jahr passiert ist. Es ist passiert, es war furchtbar und wir alle wissen das. Umso besser, dass das Szepter für den diesjährigen Beitrag zum zuverlässig anwachsenden Franchise mit Namen Call of Duty nun wieder an Infinity Ward übergegangen ist. Die verabschieden sich vom futuristischen Mumpitz und kehren mit Call of Duty: Modern Warfare 4 zurück zu einem gegenwärtigen Militärkonflikt, der ganz nebenbei das Finale der mit dem Reboot stetig fortgesetzten Geschichte darstellt. Ein gewohnt fettes Mehrspielerpaket gibt’s ganz nebenbei natürlich auch noch. Aber reicht das, um die zuletzt strauchelnde Reihe wieder auf Kurs zu bringen?


Entwickler: Infinity Ward
Publisher: Activision Blizzard
Plattform: PC | PS5 | XBS | NS2
Veröffentlichungsdatum: 23. Oktober 2026
Preis: ab 79,99€*
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Metacritic | OpenCritic | IMDB


Zweifrontenkrieg
Nach dem Ableben des Nordkoreanischen Führers hat dessen junger Sohn Ri Seung-Ho die Herrschernachfolge in der komplett von der Außenwelt abgeschotteten Diktatur angetreten. Für den Süden des Landes, der seit jeher von den Vereinigten Staaten militärisch gegen den kommunistischen Nachbarn unterstützt wird, bedeutet so ein Ereignis traditionell nichts Gutes. Entsprechend nervös blickt die kleine Truppe koreanischer Soldaten der anstehenden Patrouille entgehen – besonders, weil ein Großteil der Männer über keinerlei Kampferfahrung verfügt. Als das Undenkbare eintritt und die Nordkoreaner tatsächlich mit einer großangelegten Invasion des Festlands beginnen, finden sich die völlig überrumpelten Überlebenden schnell in einer aussichtslosen Situation gegen einen zahlenmäßig weit überlegenden Feind wieder, der schnell große Gebietsgewinne verzeichnet.

Wenige Tage zuvor wird der nach dem Rachemord an General Shepherd untergetauchte Captain Price von seiner alten CIA-Freundin Kate Laswell kontaktiert. Die enthüllt, dass kürzlich russische Ultranationalisten in den Mittleren Osten eingefallen sind und die dort stationierten U.S.-Streitkräfte zum Rückzug gezwungen haben. Hinter der Aktion steht ein geheimnisvoller Mann, der lediglich als “The Archer” bekannt ist und neuerdings den Posten des russischen Verteidigungsministers besetzt. Weil man dem Phantom auf regulärem Wege kaum nahekommen kann, verfolgt Price zunächst dessen Financier in einen hippen Nachtclub mitten in New York City. Dabei kommt es zu einer überraschenden Begegnung mit Erzfeind Makarov, der nach einer halsbrecherischen Jagd über Dächer und Straßen erfolgreich gestellt werden kann.

Doch bevor enthüllt werden kann, was sich in dem mysteriösen Paket befindet, welches der Schurke mit aller Macht beschützen wollte, wird Price von der überraschend auftauchenden Kartellchefin Valeria eingesackt, die ganz eigene Gründe hat, um “The Archer” aus dem Weg zu räumen und anbietet, den Kriegstreiber bei der Übergabe des Paketes gemeinsam auszuschalten. Entgegen aller Warnungen von Laswell entschließt sich Price zur Kooperation mit dem Kartell, wodurch sich ihm neben der Polizei nun auch seine alten Freunde von der Taskforce 141 an die Fersen heften. Währenddessen rumort es im luxuriösen Marmorpalast des nordkoreanischen Herrschers, denn der frisch gekürte Diktator will anders als seine absolut gnadenlose ältere Schwester Ri Ju-Young einen neuen Regierungskurs einschlagen, der nicht wie bisher auf Angst und Terror fußt und steht steht der geplanten Invasion extrem skeptisch gegenüber…

Mit der im Schnitt sechs Stunden umfassenden Kampagne kehren Infinity Ward endlich zu den Stärken der Reihe zurück: Ein im Kern fiktiver, aber gar nicht mal so unrealistischer Konflikt, kombiniert mit einer ordentlichen Portion Pathos und präzise getakteten Skriptsequenzen im Minutentakt, die auch ein Michael Bay nicht besser hätte inszenieren können. Logik spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, das Spektakel steht im Mittelpunkt. Und genau dafür kauft man sich Call of Duty schließlich. Kann man diese und andere typischen Schwächen ignorieren, präsentiert Modern Warfare 4 die mit Abstand beste Kampagne dieser Generation. Und das liegt nicht nur an der lange herbeigesehnten Rückkehr in ein glaubwürdiges Gegenwartsszenario, sondern gleich an mehreren positiven Änderungen, welche die verkrusteten und festgefahrenen Strukturen der letzten Ableger erfolgreich durchbrechen.
Mads und Moritz
Statt wie zuletzt stundenlang entnervt durch spannungsbefreite XXL-Maps zu schleichen, inszeniert Modern Warfare 4 seine Kampagne wieder gradliniger und wesentlich strukturierter. Bei abwechslungsreichen Schauplätzen rund um den gesamten Globus – so dürfen wir in wechselnden Charakteren unter anderem ein Pariser Transportareal mit zahllosen fahrenden Zügen sowie eine Wohnsiedlung in Mumbai unsicher machen – liegt der Fokus jedoch primär auf Südkorea als angenehm unverbrauchtem Setting und hat mir als solches besonders gut gefallen. Die Missionsstrukturen sind nicht nur um optische, sondern auch um spielerische Varianz bemüht. Für Kenner der Reihe wird zwar wenig neues geboten, dank der temporeichen Inszenierung inklusive fast fotorealistisch anmutender Zwischensequenzen wird das Geschehen bis zu seinem hochdramatischen Ende optimal vorangetrieben und lässt zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen.

Ebenso lobenswert ist, dass man als Teil der koreanischen Verteidiger ein glaubwürdiges Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Wachstums erfährt, während die Rolle des Captain Price vor allem dessen moralische Grauzonen weiter ausleuchtet und man sich erstmals wirklich den Konsequenzen bisheriger Entscheidungen stellen muss, in deren Folge sogar manch altbekannter Charakter das Zeitliche segnen wird. Umso enttäuschender ist, dass ausgerechnet der hochprominent besetzte Mads Mikkelsen als Superschurke kaum Präsenz zeigt und einen am Ende trotz aller Bemühungen, die mit dem Reboot von 2019 eingeläutete Geschichte zu einem runden Abschluss zu bringen, mit vielen offenen Fragen zurücklässt. Die zweite Gegenspielerin im Bunde hat es auch nicht besser getroffen, denn die agiert überwiegend nach der Devise “Was kann ich heute besonders abstoßendes tun?” und hat davon abgesehen im Grunde nichts anzubieten.

Nicht ganz klar ist mir außerdem, warum man hier statt den tatsächlichen nordkoreanischen Herrschern auf fiktive Charaktere gesetzt hat, schließlich hat die Reihe in der Vergangenheit bereits regelmäßig echt historische Gestalten adaptiert, wo sie hier lediglich imitiert werden – wenngleich das mit einer extremen Akribie geschehen ist, die gewohnt werbewirksam auch dazu genutzt wird, die alltäglichen Gräuel dieses Schreckensreiches explizit in den Vordergrund zu rücken. Wo wir in der Vergangenheit einen Flughafen zusammengeschossen oder ein Flugzeugattentat aus der Egoperspektive durchführen mussten, terrorisieren wir dieses Mal die arme Bevölkerung eines Dorfes, was in einigen ziemlich verstörenden Szenen resultiert, die manch einer durchaus gerechtfertigt als geschmacklos empfinden könnte.

Sei es drum, denn auch das gehört zu Call of Duty ja mittlerweile irgendwie wie die Butter zum Brot. Abseits der in der Regel kurz und knackig inszenierten Missionen dürfen wir auch dieses Mal in einer weitläufigen Karte auf die Suche nach Ausrüstung und Ressourcen gehen, während wir in beliebiger Reihenfolge drei zentrale Missionsziele erreichen müssen. Und obwohl ich davon bisher absolut kein Fan gewesen bin, hat mir der Ausflug in das nordkoreanische Grenzgebiet dieses Mal überraschend viel Spaß bereitet! Das Gebiet punktet mit gutem Design, belohnt Erkundigung und motiviert mit einem fair strukturierten Aufrüstungssystem. Wer all das nicht will, kann aber auch direkt zu den Primärzielen springen und die sonst mehrstündige Mission in einem Bruchteil der Zeit abschließen. Lust auf die neue DMZ macht dieser Zwischenstopp auf dem Weg zum Finale aber allemal. Nur auf die beiden Fahrsequenzen hätte man gerne verzichten dürfen, denn die dazugehörigen Vehikel lenken sich wie Blei!

Was mir im Zwischenfazit ganz wichtig ist, ist zu betonen, dass Modern Warfare 4 das Rad weder neu erfindet, noch in irgendeiner Form ansatzweise in den Referenzbereich des Genres vordringt. Dafür wirft es alles in einen Topf, was die besseren Ableger der letzten zwanzig Jahre so kurzweilig unterhaltsam gemacht hat und variiert das Ergebnis gerade soweit, dass man gerade als langjähriger Veteran zum ersten Mal wieder richtig Spaß an der Kampagne hat. Der Ausgang lässt zudem keinerlei Zweifel daran, dass man sich in Zukunft einem neuen Setting samt Charakteren zuwenden will. Beidem blicke ich nach langer Zeit wieder mit Neugierde und Vorfreude entgegen. Und das ist möglicherweise das größte Achievement von Infinity Ward, denen es erfolgreich gelungen ist, die Reihe erfolgreich zurück auf Kurs zu bringen.
Die geballte Ladung Multiplayer
Möglicherweise zählt ihr aber auch zu denen, die das alles gar nicht interessiert. Denn für viele ist die Kampagne ohnehin nur eine Art Beiwerk, welches maximal dazu genutzt wird, sich mit Waffen und Bewegungsmechaniken vertraut zu machen, ehe man sich in den Mehrspielermodus stürzt. Der verzichtet passend zum Setting dankbarerweise auf Nanotechnik, Wandläufe und Co., sondern verlagert die Action wieder auf den Boden der Tatsachen. Mit insgesamt zwölf brandneuen Karten, die sich je nach gewähltem Modus nochmal in mehrere angepasste Varianten aufteilen, steht direkt zum Launch ein angenehm umfangreiches Angebot zur Verfügung, über das man sich in den gewohnt umfangreichen Modi von klassischem Team Deathmatch bis zu Ground War mit Unterstützung für insgesamt 64 Spieler optimal austoben kann. Sämtliche Klassiker sind also wieder mit an Bord – viele davon natürlich auch als Hardcore-Variante.


Hier baut man klar auf Bewährtes, denn im grundlegenden Ablauf hat sich nichts geändert. Komplett neu ist lediglich Kill Block, wobei es sich um einen experimentellen Modus handelt, bei dem sich der Kartenaufbau mit jeder Runde völlig neu generiert. Bis zu fünfhundert Variationen sind laut den Entwicklern möglich, gespielt wird rundenbasiert ohne Möglichkeit zum Wiedereinstieg. Eine schöne Alternative für alle, die nach ein-zwei Tagen bereits chronisch monieren, bereits alles gesehen zu haben.
Call of Duty: Modern Warfare 4 verfügt zum Launch über eine recht überschaubare Echtgeldkomponente, was sich über die kommenden Monate allerdings dramatisch in Form von kosmetischen Inhalten ändern dürfte. Der reguläre Season Pass ist für alle Spieler verfügbar, bestimmte freischaltbare Inhalte erfordern jedoch eine kostenpflichtige Premiumvariante. Zudem wird mit dem Start der ersten Season auch der zusätzlich nur gegen Echtgeld verfügbare Blackcell-Pass wieder seinen Weg finden. Beides liegt der knapp einhundertzehn Euro teuren Vault Edition bei. Da wir gegenwärtig nicht abschätzen können, wie sehr sich diese Inhalte auf die Spielbalance auswirken, verzichten wir momentan auf eine zusätzliche Abwertung.
Obendrauf gibt es eine ganze Palette neuer Operatoren, von denen einige über die Kampagne freigeschaltet werden können, während andere über besondere Herausforderungen nutzbar gemacht werden. Leider hat man auch in diesem Jahr einen kleinen Teil der bunten Riege wieder hinter eine Paywall gepackt, die dazugehörigen Akteure gibt es entsprechend nur mit dem Kauf der hochpreisigen Vault Edition. Hoffen wir wenigstens, dass alle kommenden Inhalte dem Setting treu bleiben und nicht bald wieder die Turtles über die Maps sprinten.

Ganz schlimm ist diese Praktik aber nicht, da es sich bei den Operatoren ausschließlich um kosmetische Aspekte handelt. Etwaige spielerische Vorteile in Form exklusiver Perks, Killstreaks und Co. bieten diese also nicht. Diese schaltet ihr stattdessen nach und nach genau wie Waffen, Aufsätze und Designs über das reguläre Spielen frei und lassen sich dann sämtlichen Charakteren frei zuordnen. Für den unkomplizierten Einstieg stehen außerdem vorkonfigurierte Charaktere zur Verfügung, die bereits über ein absolut konkurrenzfähiges Arsenal verfügen und die wenigen Stunden, bis ihr euer Loadout inklusive Gunsmith selbst zusammenstellen dürft, problemlos überbrücken. Der gesamte Prozess bleibt anhaltend motivierend, Langzeitherausforderungen gibt`s ebenfalls mehr als genug, für Beschäftigung ist also schon jetzt hinreichend gesorgt. Über das chronische Bunnyhopping und das wieder alternativlose SBMM kann weiterhin gestritten werden. Aber das ist ja mittlerweile Tradition.

Dafür ist das Gunplay so gut wie eh und je. Jede Waffe fühlt sich anders an und kann durch die enorme Anzahl freischaltbarer Aufsätze perfekt an jede Situation angepasst werden. Nach der anfangs eher ernüchternden Beta haben die Macher außerdem effektiv an der TTK geschraubt, was absolut notwendig war. Ganz neu sind die sogenannten Apex-Komponenten: Habt ihr die Maximalstufe einer Waffe erreicht, könnt ihr diese auf Wunsch einer kompletten Transformation unterziehen. Schrotflinten etwa können explosive Munition verschießen, während andere Blaupausen Gegner automatisch markieren. Mit den einzelnen Möglichkeiten zu experimentieren, hat mir viel Spaß gemacht, zumal die beim Wechsel auf Prestige nicht verlorengehen und insgesamt auch nicht übermächtig sind. Als frischer Twist definitiv eine willkommene Ergänzung im sonst eher vorhersehbaren, aber immer noch exzellenten Mehrspieleraufgebot.
Auch Zombies brauchen mal Urlaub
Und weil das so ist, verabschieden die sich dieses Jahr in die wohlverdiente Pause, stattdessen gibt es eine brandneue DMZ, in der es abermals darum geht, sich mit möglichst vielen Ressourcen erfolgreich aus der neuen Karte Hajin mit über sechzig benannten Orten evakuieren zu lassen, bevor man von den computergesteuerten Gegnern oder – möglicherweise noch viel riskanter – den gegnerischen Mitspielern aus dem Leben gepustet wird. Die Ressourcen könnt ihr anschließend dazu nutzen, euer Basislager dauerhaft um neue Funktionen und Ausrüstung zu erweitern, mit dem Ziel, nach und nach besser gerüstet in die Zone zurückzukehren. Wer Spaß an solchen Komponenten hat, dürfte alleine damit wochenlang beschäftigt werden. Vor allem im Team mit Freunden ist der Modus eine echte Alternative zu anderen Mitbewerbern im Genre, alleine sind die Überlebenschancen leider deutlich geringer.

Das große Problem ist nämlich auch dieses Mal, dass man allzu oft an feindliche Spieler gerät, die mit ihrer Gruppe bestimmte Punkte besetzen und dort nichtsahnenden Beutegeiern auflauern. Als Solist, bzw. Teil einer zufällig zusammengewürfelten Truppe mit akuter Kommunikationsunlust hat man dagegen absolut keine Chance. Es mangelt einfach an der Möglichkeit, den kompletten Modus im PvE spielen zu können, um solche Frustmomente effektiv zu reduzieren. Davon abgesehen zählt die neue DMZ ebenfalls mit zum Besten, was die Reihe in Sachen Design über die letzten Jahre aufgefahren hat. Die spielerische Freiheit bleibt ungebrochen hoch, gleiches gilt für das Belohnungsgefühl nach einer erfolgreichen Extraktion mit jeder Menge Beute im Gepäck. Aber wie gesagt: Das volle Potenzial entfaltet sich nur im Team mit Freunden.
Schall und Rauch
Call of Duty: Modern Warfare 4 markiert in vielerlei Hinsicht das Ende einer Ära – nicht nur in Hinblick auf die Story, sondern auch deswegen, weil es sich dabei um den ersten Ableger handelt, der nicht mehr für die Konsolen der letzten Jahre erschienen ist. Lange Jahre hat sich die Reihe wacker auf PlayStation 4 und XBOX One gehalten, damit ist jetzt Schluss. Dafür markiert der Titel nach langer Pause mit der Veröffentlichung auf Nintendo Switch 2 nach langer Zeit die Rückkehr auf eine Konsole außerhalb von Sony und Microsoft. Verantwortlich für den gestrichenen Support der alten Hardwaregeneration dürften überwiegend die prominente Einbindung von Raytracing-gestützter Beleuchtung und Reflektionen sowie das neue Wettersystem sein. Außerdem haben die Macher dem Grafikgerüst komplett neue Raucheffekte verpasst, die sich auf Basis von Voxeltechnik nicht nur physikalisch korrekt in, bzw. um Objekte ausbreiten, sondern auch kurzzeitig auf Einschüsse reagieren und sogar Lichtberechnung beinhalten.

Die Summe dieser Bemühungen resultiert in dem bisher schönsten Ableger der Reihe seit dem Reboot von 2019. Seitdem hat sich die Optik in den Augen vieler Spieler nach und nach eher wieder verschlechtert. Zwar ist das insgesamt nicht genug, um visuell mit dem immer noch deutlich schöneren Mitbewerber Battlefield 6 gleichzuziehen, einen Schritt in die richtige Richtung stellen diese Verbesserungen aber allemal dar. Zusätzlich zu der stimmigen und realitätsnahen Beleuchtung punktet das Spiel außerdem mit flüssigen Animationen, dichten Effekten und weitestgehend detaillierten Texturen. Was mich anhaltend stört, ist der insgesamt immer noch chronisch softe Look. Daran ändert sich auch auf PlayStation 5 Pro inklusive neuestem PSSR nichts, auch die zusätzliche Aktivierung von FidelityFX erzielt nicht die erhofften Ergebnisse. Auf dem Basismodell sowie XBOX Series X ist dieser Eindruck aufgrund der dynamischen Auflösung von circa 1260p und dem zur Hochskalierung genutzten FSR3 nochmal ein gutes Stück auffälliger. Der 120-Hertz-Modus löst häufig sogar unter 900p auf, was dann wirklich nicht mehr toll aussieht.

Stabile 60 Bilder pro Sekunde werden unabhängig vom gewählten Modus grundsätzlich erreicht, die mit Abstand beste Erfahrung gibt es gegenwärtig aufgrund nur weniger Kompromisse lediglich auf PlayStation 5 Pro. Und das bringt uns zur Nintendo Switch 2, die im Mehrspielermodus dieselbe Bildrate anpeilt, um überhaupt Crossplay-fähig zu sein, dafür aber trotz DLSS zusätzliche Einbußen bei der Darstellung von Effektdichte, Schatten und Co. hinnehmen muss. Aufgelöst wird dabei in maximal 1080p, abseits vom Dock nochmal niedriger. In der Kampagne sind außerdem lediglich maximal 30 Bilder pro Sekunde möglich, da die Hardwarelast hier nochmal deutlich größer ausfällt. Gerade auf dem großen Bildschirm ist das kein schöner Anblick, trotzdem ist es toll, dass Besitzer einer Nintendo Switch 2 nicht außen vor gelassen werden und zusammen mit allen anderen spielen können. Das sollte man aber wirklich nur dann in Erwägung ziehen, wenn man keine alternative Plattform besitzt.

Pathtracing gibt es selbst bei der PC-Version nicht, die zudem gegenwärtig unter dem Problem leidet, dass Raytracing nicht gleichzeitig mit DLSS aktiviert werden kann, sondern lediglich mit den entsprechenden Alternativen von AMD zusammenarbeiten will. Ob das gewollt ist, oder noch im Rahmen eines Updates behoben wird, liegt gegenwärtig leider im Nebel des Verborgenen. Da sich entsprechende Beschwerden aber über das Wochenende zuhauf in allen relevanten Foren angehäuft haben, dürften wir dazu im Verlauf der kommenden Tage wenigstens einen erklärenden Kommentar erwarten. Zum Schluss noch die obligatorischen Worte zum Sounddesign, welches gewohnt hervorragend ist und besonders über eine gute Heimkinoanlage allerbeste Kriegsatmosphäre erzeugt. Die deutschen Sprecher sind wie immer Mittelmaß, alternativ könnt ihr aber eine Vielzahl zusätzlicher Sprachpakete herunterladen und das Spielerlebnis so eurem persönlichen Geschmack anpassen. Dafür überzeugt der Soundtrack nach dem elektrolastigen Vorgängern dieses Mal wieder auf ganzer Linie. Hoo-rah!

“Nach dem Trauma, welches Black Ops 7 im Vorjahr hinterlassen hat, fühlt sich Call of Duty: Modern Warfare 4 fast schon wie eine Erlösung an. Trotz horrender Logiklücken ist die Kampagne mit Abstand die beste dieser Generation und kehrt erfolgreich zu den Wurzeln der Reihe zurück. Der umfangreiche Mehrspielermodus als eigentliches Herzstück baut gekonnt auf diesen Stärken auf und bietet neben einer gewohnt motivierenden Freischaltungsmechanik für jeden Geschmack einen passenden Modus. Und die neue DMZ ist ein Schlaraffenland für alle, die den Nervenkitzel der Beutejagd vor weitläufigen Kulissen schätzen. Kleinere Kritikpunkte gibt es in allen Belangen, doch die Vorzüge überwiegend bei weitem, die Marschrichtung für die Zukunft der Reihe ist gesetzt. Wenn diese nun konsequent fortgesetzt wird, hat Call of Duty langfristig alle Chancen, auch abseits von Gewohnheitskäufern wieder vollumfänglich erfolgreich zu sein.”


- Schicke Rendersequenzen innerhalb der Kampagne
- Dichte Effekt- und Partikelkulissen
- Hervorragende Animationen im Rahmen der Kampagne
- Gelungene Rückkehr zu einer gegenwartsbasierten Setting
- Packend inszenierte Kampagne…
- …welche die Reboot-Geschichte zu einem weitestgehend guten Abschluss bringt…
- …und genau die richtige Länge hat
- Abwechslungsreiches Missions- und Leveldesign
- Brauchbar geschriebene Charaktere
- Gewohnt umfangreiches Mehrspielerpaket mit zahlreichen Komponenten für jeden Geschmack
- Gunsmith bleibt ein fantastisches Feature mit unzähligen Anpassungsmöglichkeiten…
- …und wird durch das neue Apex-System prima ergänzt
- Umfangreiches Waffen- und Zubehörarsenal
- DMZ als Spiel im Spiel
- Inklusive Variationen zwanzig neue Mehrspielerkarten
- Kill Block als neuer Modus mit bis zu 500 Variationen
- Anhaltend exzellentes Gunplay
- Gute englische Sprecher
- Sechs Schwierigkeitsgrade für jeden Anspruch
- Passender Soundtrack
- Zugängliche Bedienung über sämtliche Plattformen

- Logiklöcher bleiben allgegenwärtig
- Lachhaft oberflächliche Bösewichte
- Nicht alle offenen Fragen werden beantwortet
- Nordkoreas Diktatorenimitate muten im realen Kontext etwas seltsam an
- Unbefriedigendes Handling innerhalb der Fahrzeugpassagen
- Mehrspielermodus grafisch anhaltend nicht on par zur Kampagne
- Skill-basiertes Matchmaking alternativlos
- Operatoren teilweise hinter einer Paywall
- DMZ für Solisten weitestgehend unbrauchbar
- Nintendo Switch 2 technisch im Vergleich zu den restlichen Plattform sehr schwach




Entsprechende Rezensionsmuster sind uns freundlicherweise vorab von Activision Blizzard zur Verfügung gestellt worden.
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