Review | 4K UHD | Blu-Ray | Scary Movie

Das Original ist zurück

Wo der Horror der Gegenwart selbst immer mehr zur Parodie wird, braucht es dringend…eine neue Parodie! Mit Scary Movie kehren die Wayans Brothers Jahre nach ihrem gleichnamigen Debut zum Franchise zurück und nehmen dabei nicht nur erneut zahlreiche Gruselfilme aufs Korn, sondern rechnen gleichzeitig auch erbarmungslos mit dem woken Denken ab. Wir haben Blu-Ray und 4K UHD pünktlich zum anstehenden Heimkinostart für euch gesichtet.

Vertrieb: Paramount Pictures via LEONINE Distribution

Erstveröffentlichung: 2006

Veröffentlichungstermin: 25. September 2026

Darsteller: Anna Faris, Marlon Wayans, Regina Hall, Shawn Wayans und andere

Format: 4K UHD | Blu-Ray | DVD

Preis: ab 14,99€*

Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

IMDB | Metacritic




Der Film

Jahrzehnte sind vergangen, seit Cindy Campbell (Anna Faris) mit Müh und Not einem maskierten Killer entkommen konnte. Jetzt ist das Gruselgesicht zurück und hat es dabei ausgerechnet auf Cindys jüngste Tochter Tuesday abgesehen. Während die sich im Krankenhaus von ihren lebensbedrohlichen Verletzungen erholt, macht sich ihre große Schwester Sara (Olivia Rose Keegan) zusammen mit ihrem verdächtig verdächtigen Freund Jack auf die Suche nach der entfremdeten Mutter. Mittlerweile ordentlich ergraut, hat sich die paranoide Cindy in ein mit Todesfallen gespicktes Haus zurückgezogen und verweigert jedwede Mithilfe, da sie in dem Angriff auf Tuesday eine Falle wittert, mit der sie selbst zurück in die Öffentlichkeit gelockt werden soll. 

Die Jahre sind nicht spurlos an Cindy vorbeigegangen: MAGA, Schnaps und Paranoia sind eine gefährliche Mischung, bei der vor allem die beiden Töchter komplett auf der Strecke geblieben sind. | 4K UHD

Gleichzeitig haben ihre alten Freunde die Traumata der Vergangenheit längst hinter sich gelassen. Brenda (Regina Hall) und der trotz kirchlicher Intervention immer noch latent homosexuelle Ray (Shawn Wayans) sind mittlerweile verheiratet und Eltern von Zwillingen. Die beiden Teenies sind über den Angriff auf Tuesday ebenso schockiert wie der Rest der komplett woke-gewaschenen Clique, zu der außerdem der notorische Stoner Shortie (Marlon Wayans) zählt, welcher trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch in der Schule festhängt. Bei den gemeinsamen Überlegungen wird schnell klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Killer auch sie ins Visier nehmen wird.

Als absoluter Meister der Verkleidung lockt Ghostface selbst argwöhnische Opfer geschickt in die Todesfalle. | 4K UHD

Nach einem neuerlichen Angriff von Ghostface schlagen Sara und Jack auf der Suche nach Hinweisen ausgerechnet beim ehemaligen Officer Doofy auf, der im ersten Teil für die Morde verantwortlich war und immer noch isoliert in einem Wohnwagen lebt, weil ihm niemand gesagt hat, dass die COVID-Pandemie längst vorüber ist. Und entgegen aller Ankündigungen erklärt sich auch Cindy bereit, ihre Tochter zu unterstützen. Trotz vereinter Kräfte kann die Gruppe nicht verhindern, dass der Killer weitere Opfer fordert und sich dabei auch nicht vor Geschlechtsidentitäten und Pronomen aufhalten lässt…

Die Rezension

Scary Movie – also das Original – begann als Familienprojekt der Wayans Brothers und sollte nach dem ebenso erfolgreichen zweiten Teil auch als solches fortgesetzt werden. Nachdem das damals verantwortliche Studio Miramax allerdings nicht gewillt war, den Brüdern für den angedachten dritten Teil mehr Geld zu zahlen, verfolgte man mit White Chicks zunächst ein anderes Projekt. Gleichzeitig entschied man sich bei Miramax, die Reihe ohne die Brüder fortzusetzen, was die Macher aber nicht davon abhielt, deren ursprüngliche Idee als Basis beizubehalten. In der Folge kam es zum Zerwürfnis, weswegen auch Anna Faris ursprünglich nicht mehr an Scary Movie 3 mitwirken wollte, aber ebenso wie Regina Hall vertraglich dazu verpflichtet war.

Shorty, Brenda und Ray geraten nach all den Jahren erneut in den Fokus von Ghostface und haben seitdem absolut nichts dazugelernt. | 4K UHD

Im Anschluss daran folgten zwei weitere Filme, die aber qualitativ nicht mehr mit den ersten beiden Teilen mithalten konnten. Die einst so erfolgreiche Parodiereihe war kreativ völlig ausgeblutet und hatte außer müde aneinandergereihten Kalauern selbst anspruchslosen Vielsehern nichts mehr zu bieten. Nach dem Untergang der Studiobosse Bob und Harvey Weinstein gelang es der neuen Führung offenbar, die bestehenden Risse erfolgreich zu kitten. Für die Wayans-Brüder war die Rückkehr zu ihrem erfolgreichen Franchise eine Herzensangelegenheit und gleichzeitig auch das erste gemeinsame Projekt seit über siebzehn Jahren. Klar, dass auch der Rest der ehemaligen Besetzung sich nicht lange bitten lassen musste, lediglich für Shannon Elizabeth fand man in dem ohnehin schon mit zahllosen Charakteren keinen Platz mehr, stellte deren Rückkehr jedoch für einen weiteren Ableger in Aussicht. 

Die bunt gemischte Truppe diskutiert über das weitere Vorgehen des Killers. | 4K UHD

Parodiert werden dieses Mal hauptsächlich die jüngeren Scream-Filme, aber auch das Reboot von Halloween. Weitere erfolgreiche Genrevertreter der letzten Jahre, zum Beispiel Terrifier, The Substance und M3GAN werden zumindest am Rande bedacht. Dazwischen gibt’s Anspielungen auf fanatische MAGA-Anhänger, besonders süffisant wird allerdings mit dem woken Wahnsinn abgerechnet, der die westliche Welt über ein Jahrzehnt im ideologischen Würgegriff hatte. Und weil Provokation immer noch die beste PR darstellt, wurde genau damit auch vor dem offiziellen Kinostart aggressiv geworben. Mit Erfolg übrigens, denn bei überschaubaren Kosten von gerade einmal dreißig Millionen Dollar spielte der Film beinahe das Zehnfache wieder ein und war damit sogar erfolgreicher als Scream 7. Wischt man das alles einmal beiseite und konzentriert sich auf den fertigen Film, fällt das Ergebnis aber eher ernüchternd aus. 

Shorty erlebt sein ganz persönliches K-Pop Demon Hunters. Selbst der erfolgreiche Animationsfilm ist vor den Machern nicht sicher. | 4K UHD

Die Grundidee ist dabei gar nicht mal schlecht, denn mit dem sogenannten Rebootquel ist über die Jahre ein komplett neues Subgenre entstanden, bei dem gerade bis zur Besinnungslosigkeit fortgeführte Reihen wie Scream bekannte Charaktere immer wieder zurückholen und diese mit einer neuen Generation zusammenwerfen, um ein möglichst breites Publikum anzulocken. Genau diesen Umstand macht sich auch Scary Movie zunutze und treibt dieses Konzept spätestens zum Finale ganz bewusst ins Absurde. Gleichermaßen unterhaltsam ist die Tatsache, dass sich die Charaktere der inhaltlichen Ungereimtheiten des Films permanent bewusst sind und diese auch ansprechen. Trotzdem wirkt das Werk über weite Strecken furchtbar uninspiriert und baut bei Humor und Besetzung zu sehr auf Masse statt Klasse, wodurch nur wenige Gags wirklich zünden und sich permanent viel zu viele belanglose Charaktere auf dem Bildschirm tummeln.

Special Officer Doofy meldet sich nach langer Abstizenz zurück zum Dienst. Dass der Trottel im ersten Teil der Killer war, wird von den Beteiligten weitestgehend ignoriert. | 4K UHD

Das Problem ist, dass sich seit dem Erstling nicht nur das Genre selbst weiterentwickelt hat, sondern eben auch das Publikum. Und das verlangt substanziell zwangsläufig mehr als N-Bomben am Fließband, um gut unterhalten zu werden. So schön es auch ist, die alte Besetzung wieder vereint zu sehen: Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen. Stattdessen wird Film an Film ohne nachvollziehbaren roten Faden aneinandergereiht. Man kann sich freuen, dass Parodien nach einer langen Durststrecke wieder einen Platz im Kino gefunden haben und die Leute endlich wieder Gelegenheit haben, über offensiven Humor lachen zu dürfen. Der darf zukünftig dann aber gerne etwas intelligenter und pointierter ausfallen, eben so, wie seinerzeit das Original. Von dem ist man hier qualitativ leider meilenweit entfernt. 

4K UHD und Blu-Ray: Das Bild

Gedreht wurde vollständig digital, nämlich mit der Sony CineAlta Venice 2, die am Output bis zu 8.6K anlegt. Gefinisht wurde allerdings als 4K Digital Intermediate und genau das ackert nun auch unter der Haube von Blu-Ray und 4K UHD. Nachdem wir die letzten Tage und Wochen überwiegend ältere Filme auf dem Tisch liegen hatten und die technische Seite entsprechend umfangreich ausgefallen ist, kann man sich hier beinahe kurzfassen, denn schon die Blu-Ray sieht durchgehend fantastisch aus und löst feine Details in Gesichtern, auf Kleidung sowie im Hintergrund gut sichtbar auf. Dazu gibt’s eine angenehm warme Farbabmischung mit leicht erdigem Einschlag. Gerade die Primärtöne kommen hier schon angenehm kraftvoll rüber. 

Die Blu-Ray (Slider →) sieht schon ziemlich gut aus, kann es bei der Feinauflösung unter anderem beim Boden im Vordergrund aber nicht mit der 4K UHD (Slider ←) aufnehmen. Die höherpreisige Scheibe differenziert außerdem hauchfein besser und bringt Farben nochmals kraftvoller zur Geltung.

Die farbliche Differenzierung bleibt durchgehend gewährleistet und erreicht ein Niveau, dass man normalerweise eher im höherpreisigen 4K-Segment verorten würde. Auf das Hinzufügen von Körnung hat man verzichtet, so dass Scary Movie mit einem blitzsauberen Bild aufwartet. Wenn man überhaupt etwas kritisieren will, dann das gelegentlich nicht ganz so überzeugende Schwarz innerhalb der Nachtszenen, wo es dann auch mal zu leichten Unruhen kommen kann. Das ist aber auch schon alles und kaum der Rede wert. Wandert man von dort zur 4K UHD rüber, fallen die Unterschiede entsprechend gering aus – trotz erweitertem Farbraum nach Rec.2020, HDR10 und Dolby Vision. 

Mehr Kraft im Rot, dazu mehr Plastizität...davon abgesehen trennt Blu-Ray (Slider →) und 4K UHD (Slider ←) abseits des dunkleren Masterings nicht allzu viel.

Die nativ auflösende Scheibe pusht feine Details und Texturen nochmal etwas mehr in den Vordergrund, außerdem werden sämtliche Farben intensiviert und auch im Schwarzbereich legt die 4K UHD ein Schippchen mehr Kraft obendrauf, wodurch die wenigen Kontrapunkte der Blu-Ray komplett aus der Welt geschafft werden. Das etwas dunklere Mastering bringt je nach Einstellung etwas mehr Plastizität in die Gesichter. Um das alles wirklich wahrnehmen zu können, muss man aber schon ganz genau hinsehen oder extrem nahe am Bildschirm sein. Dementsprechend eignet sich das Upgrade am ehesten für absolute Enthusiasten, die aus dem Master das bestmögliche Ergebnis herausgekitzelt wissen wollen. Alle anderen sind mit der exzellenten Blu-Ray bereits bestens bedient. 

4K UHD und Blu-Ray: Der Ton

Typisch Paramount gibt es für die deutsche Tonspur wieder einmal nur Dolby Digital 5.1, während der englische O-Ton mit Dolby Atmos inklusive verlustfreiem TrueHD-Kern aufwartet. Ob man das bei so einem Film braucht, ist natürlich Ansichtssache. Und wir alle wissen längst, dass man die Kuh nicht nach ihrem Einband bewerten soll. Gerade weil der Major in den letzten Jahren trotz veraltetem Format ein paar echte Kracher für die Heimkinoanlage abgeliefert hat. Im Fall von Scary Movie haben wir jedoch mit einer eher mittelmäßigen deutschen Abmischung zu tun. Zwar gibt’s durchgehend gute und vor allem nachvollziehbar platzierte Räumlichkeit und auch der Subwoofer darf in passenden Szenen satt ans Werk gehen, trotzdem klingt das in der Summe nicht immer so dynamisch, wie es eigentlich sein müsste. 

Gale schluckt zwar nicht mehr, weiß aber immer noch, wie man Doofy geschickt um den Finger wickelt…im wahrsten Sinne des Wortes. | 4K UHD

Das merkt man besonders an den Dialogen im Center, denen es irgendwie an Kraft mangelt. Kraft wohlgemerkt, nicht Verständlichkeit. Da ist man von Paramount definitiv besseres gewohnt. Das ist besonders schade, weil ich mich nach all den Jahren extrem darauf gefreut habe, passend zu den Darstellern auch deren deutsche Sprecher wieder gemeinsam zu hören. Dass man vor allem Kai Taschner, der seit jeher auf den “echten” Ghostface in Scream spricht, als Killer gewinnen konnte, verleiht der Parodie echt nochmal eine ganz neue Tiefennuance. Umso ärgerlicher, dass es in der Summe nicht so gut klingt, wie es könnte und müsste – so, wie es nämlich der O-Ton tut. Hier ist genau die Dynamik vorhanden, die man im Deutschen vermisst, außerdem darf der Subwoofer nochmal kräftiger zulangen. 

Ghostface lädt zum Tee. | 4K UHD

Die zusätzliche Höhenebene nimmt ein paar der Schockeffekte mit nach oben, was die Immersion nochmal ordentlich anhebt, obwohl die dazugehörigen Momente eher rar gesät sind, überwiegend dominant bleibt dort allerdings der Soundtrack. Essentiell ist das alles nicht, sondern wie so oft mehr ein nettes Extra für Besitzer einer passenden Heimkinoanlage. Ob wir es bei der deutschen Fassung schlicht mit einem Abmischungsfehler zu tun haben, oder der Tontechniker gerade sein Hörgerät in der Wartung hatte, bleibt letztendlich offen. Das ist jetzt auch keine absolute Katastrophe, nur eben auch nicht toll.

Die Extras

Insgesamt vier Featurettes liegen der Veröffentlichung mit einer Gesamtlaufzeit von etwas über fünfundzwanzig Minuten bei. Wirklich informativ ist das Material allerdings nicht, wenn man sich primär für Einblicke in die tatsächliche Produktion interessiert. Stattdessen geht es hier überwiegend um die Darsteller und die gemeinsame Zeit am Set. Man merkt einfach, wie viel Spaß der ursprüngliche Cast hatte, nach all den Jahren wieder gemeinsam vor der Kamera zu stehen. Das ist aber auch alles, was man im Rahmen der Extras erfährt und auch hier wäre sicher viel mehr möglich gewesen. 

“Es gibt diese wenigen Momente, da funktioniert Scary Movie richtig gut. Leider kann man diese Momente locker an einer Hand abzählen. Daran ändert auch die Rückkehr der ursprünglichen Macher nichts. Zu viele nutzlose Charaktere, zu viele billige Gags…teilweise drängt sich das Gefühl auf, dass die Wayans Brothers mit ihrem Humor irgendwo in den frühen 2000ern steckengeblieben sind. Auch der pointierte Witz des Originals fehlt hier weitestgehend. Wenn man wirklich werbewirksam alles und jeden beleidigen will, sollte man damit spätestens bei der Intelligenz des Publikums aufhören. Blu-Ray und 4K UHD bieten ein herausragendes Bild, dafür klingt die deutsche Synchronfassung teils überraschend kraftlos und auch bei der Bonusausstattung wird man am Ende eher enttäuscht zurückgelassen.”


Quelle Bildmaterial: ©Paramount Pictures. Im Vertrieb von LEONINE Distribution. All rights reserved.

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