Manchmal muss man auf Gutes einfach ein bisschen länger warten. Der Kuchen ist noch zu heiß, das Eis noch nicht gefroren…und dann gibt’s natürlich noch Exklusivabkommen, die einen Launch auf anderen Plattformen unnötig hinauszögern. Was im Falle von Final Fantasy VII: Rebirth in dieser Form zumindest für XBOX-Nutzer gilt, trifft auf die Nintendo Switch 2 dann aber doch nicht ganz zu – hier hat man schlicht zusätzliche Entwicklungszeit benötigt. Ob die sich gelohnt hat und wie das notorisch leistungshungrige Spiel dort performt, klären wir im Kurztest.


Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix
Plattform: Nintendo Switch 2
Veröffentlichungsdatum: 03. Juni 2026
Preis: ab 59,99€*
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Metacritic | OpenCritic | IMDB


Retailversion ohne physischen Datenträger

Thirty Seconds after Midgard
Ich weiß es und ihr wisst es auch: Im Grunde wollt ihr über den Inhalt von Final Fantasy VII: Rebirth gar nichts mehr wissen. Schließlich ist rund um den Release des Spiels für PlayStation 5 wahrscheinlich alles geschrieben oder in Videoform gepresst worden, was auch nur ansatzweise interessant wäre. Weil wir uns aber auch den ganz wenigen Menschen da draußen verpflichtet fühlen, die aus unerfindlichen Gründen der Meinung sind, dass der zweite Teil der geplanten Trilogie einen idealen Einstiegspunkt in die Reihe darstellen könnte, wollen wir zum Inhalt trotzdem ein paar unverfängliche Worte verlieren. Und außerdem sollte selbst ein Kurztest nach ein bisschen was aussehen, wenn das Teil nachher als Beleg bei unserem Medienpartner eintrudelt. So viel Transparenz und Ehrlichkeit gibt’s eben nur bei uns.

Die Geschichte setzt unmittelbar nach den Ereignissen des Vorgängers ein. Cloud und seine Freunde haben es unter schweren Verlusten aus Midgard herausgeschafft und finden sich in einer für sie gleichermaßen fremden wie überwältigen Welt wieder. Denn außerhalb der dunklen Industriemetropole und dem direkten Würgegriff des Shinra-Konzerns hat sich eine gesunde Flora und Fauna entwickelt. Richtig viel Zeit, um die Eindrücke zu verarbeiten, hat die Gruppe allerdings nicht, denn Erzschurke Sephiroth ist irgendwo da draußen und hat Übles mit dem Planeten vor. Und mit der Zeit wird immer deutlicher, dass Clouds Erinnerungen an die eigene Vergangenheit möglicherweise gar nicht so real sind, wie er immer dachte.

Alternative Realitäten, geheimnisvolle Entitäten und mehr stehen im Fokus des Mittelteils, in dessen Verlauf sich den Weltenrettern sogar ein paar neue Gefährten anschließen. Und dann ist da natürlich noch Rufus Shinra, der Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um sich an Cloud und Co. für den Tod seines Vaters zu rächen. Gute 35 bis 50 Stunden könnt ihr alleine für die filmreife Hauptgeschichte einplanen, welche die bestehende Geschichte des Originals sinnvoll vertieft, ohne dabei deren ursprüngliche DNA zu vernachlässigen. So wird auch Kennern des legendären Klassikers einmal mehr viel neues geboten. Und wer wirklich alles abschließen will, was Final Fantasy VII: Rebirth an Inhalten zu bieten hat, kann locker das vierfache der Zeit einplanen. Das Beste daran: Langweilig wird das Spiel trotz seines gewaltigen Umfangs zu keinem Zeitpunkt, das garantiert alleine schon die fantastische Inszenierung.

Den Entwicklern ist es gelungen, den bereits sehr guten Einstieg in die Remake-Trilogie nochmals zu übertreffen. Umso größer ist der Hype auf das kommende Finale, für das es gegenwärtig leider immer noch keinen Termin gibt.
Mit der Veröffentlichung erhalten sämtliche bestehende Plattformen via Update eine ganze Reihe neuer, optionaler Spielhilfen. Damit lassen sich unter anderem Lebens- und Magiepunkte ebenso maximieren wie die Qualität gefundener Materia. Wer bisher anhaltend von den unfassbar brutalen Kampfherausforderungen im schweren Modus in die Knie gezwungen wurde, kann die Platintrophäe jetzt sehr viel leichter freischalten.
Final Fantasy VII: Rebirth definiert die aktuelle Konsolengeneration auf ähnliche Weise, wie es das Original seinerzeit auf der allerersten PlayStation getan hat und ist ein absoluter Pflichttitel für JRPG-Fans und alle, die es noch werden wollen. Aber um mein eingängliches Statement nochmal klarzustellen: Fangt um Himmels Willen bitte mit dem Erstling an und haut im Idealfall noch Crisis Core: Final Fantasy VII Reunion dazwischen! Alles andere würdet ihr garantiert irgendwann bitter bereuen.
Die Grenzen des Möglichen
Die Frage, die euch wie uns am ehesten interessiert: Wie läuft die Portierung denn nun auf der Nintendo Switch 2? Ist ein Spiel wie dieses, welches selbst das Basismodell der PlayStation 5 situationsbedingt in die Knie zwingen kann, überhaupt lauffähig auf der deutlich schwächeren Hardware aus dem Hause Nintendo? Denn anders als der erste Teil wurde Final Fantasy VII: Rebirth ausschließlich für Konsolen der aktuellen Generation entwickelt. Alleine die neue Open World fordert ihren Tribut, hinzu kommt die dramatisch erweiterte Partikelkulisse sowie vielbevölkerte Großstädte. Allesamt Aspekte, die nun einmal mehr erfordern als das, was die Last Gen zu leisten imstande ist, wenn man hinten raus einen brauchbaren Kompromiss aus Leistung und Qualität erzielen möchte.

Nachdem Final Fantasy VII: Remake Intergrade auf der Nintendo Switch 2 schon einige Federn lassen musste, wollten wir uns natürlich ganz genau ansehen, wie es sich bei einem nochmals leistungshungrigeren Titel wie diesem verhält – und waren positiv überrascht. Denn die Macher haben hier weit mehr getan, als eine einfache Portierung hinzulegen. Stattdessen hat man das Spiel mit einiger Sorgfalt spezifisch an die Hardware der Taschenkonsole angepasst. Um die CPU vor allem in den Städten zu entlasten, werden NPCs in einer gewissen Distanz quasi eingefroren, um Ressourcen freizuschaufeln. Das hat außerdem den Vorteil, dass die ursprüngliche Anzahl an Nichtspielercharakteren nicht auf Kosten der Immersion verringert werden muss. Kleine Tricks wie diese können in der Summe eine Menge ausmachen und gerade solche Aspekte machen eine schwierige Umsetzung wie diese interessant.

Wenig überraschend bleibt es trotzdem bei einer maximalen Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde. Hinzu kommt eine im Vergleich zum Vorgänger nochmals aggressiver zu Werke gehende dynamische Skalierung. Im Schnitt erreicht das Spiel außerhalb des Docks Werte zwischen 380p und 756p, wobei sich die Auflösung in Städten und epischeren Gefechten eher im unteren Drittel einpendelt. Innerhalb des Docks sieht es sehr ähnlich aus, hier aber bei Werten zwischen 540p und 1080p. DLSS kommt dabei erneut zum Einsatz, was gerade in den unteren Bereichen absolut unerlässlich ist, um ein halbwegs klares wie detailreiches Bild zu produzieren. Kleinere Bildrateneinbrüche in der Open World, bzw. den aufwändig in Echtzeit gerenderten Zwischensequenzen lassen sich trotzdem nicht vermeiden, im dichten Ortsgemenge kann die Bildrate auch mal in den mittleren Zwanzigerbereich abdriften. Im Ergebnis bleibt eine grundsolide Spielbarkeit, zumal ihr im Vergleich zu den “Großen Brüdern” zu keinem Zeitpunkt auf irgendwelche Inhalte verzichten müsst.

Auf der anderen Seite lohnt sich der Kauf auch hier nur dann, wenn ihr abseits der Nintendo Switch 2 über keine alternative Plattform verfügt und | oder bevorzugt unterwegs spielen wollt. Besonders auf einem einigermaßen großen Bildschirm sieht die Umsetzung nämlich trotz aller Bemühungen im Vergleich eher bescheiden aus. Alleine die unzureichende Kantenglättung sorgt für beständige Unruhen an Objekt- und Charakterrändern, die allgemeine Texturauflösung wurde abseits der immer noch ansehnlichen Charaktere deutlich reduziert, gleiches gilt für die Schattenqualität. Es gibt sichtbar weniger Vegetation und im Angesicht der verringerten Zeichendistanz zeigt sich das Spiel hier weitaus anfälliger für zufällig ins Bild poppende Objekte. Lediglich die Ladezeiten sind identisch kurz zur Konkurrenz. Und obwohl ich verstehen kann, dass man sich diesen zusätzlichen Entwicklungsaufwand auch irgendwo vergüten lassen muss, halte ich den stolzen Preis von knapp siebzig Euro für ein im Kern mehrere Jahre alten Titel schlicht für überzogen.

Insgesamt ist es aber auf jeden Fall eindrucksvoll, was das Team von Square Enix hier abgeliefert hat. Ein so massiv von der Open World angetriebenes Spiel wie dieses und das auch noch mit anspruchsvoller Optik auf der Konsole überhaupt spielbar zu machen, ist eine starke Leistung. Wie man mit den Ergebnissen am Ende für sich und natürlich den Geldbeutel umgehen will, muss jeder für sich entscheiden.
Natürlich haben wir auch einen gründlichen Blick auf die XBOX-Version werfen können. Hier sieht’s ähnlich gut aus wie auf der PlayStation 5. Beide Fassungen sind visuell nahezu identisch, allerdings löst die XBOX Series X im Leistungsmodus geringfügig höher auf, während die PlayStation 5 dafür unter gleichen Voraussetzungen stabilere Bildraten offeriert. Da das für die allermeisten eher am Rande interessant sein dürfte und wir diesen Artikel voll in den Fokus der Nintendo Switch 2 stellen, bezieht sich unsere Wertung ausschließlich darauf.
Eine Existenzberechtigung möchte ich der Version keinesfalls absprechen – und trotzdem, das möchte ich ganz ehrlich sagen, spielt sich Final Fantasy VII: Rebirth auf allen anderen Plattformen einfach besser und sieht dazu noch um deutlich hübscher aus. Bei der Bedienung muss man übrigens nicht mit Einschränkungen rechnen, denn egal ob mit Joy-Con oder Pro Controller geht alles wunderbar einfach von der Hand.

“Unter normalen Umständen wäre Final Fantasy VII: Rebirth ein klarer Kandidat für eine hohe Wertung. Inszenierung, Technik und Gameplay wirken wie aus einem Guss. Und eine dramatischere Geschichte mit erinnerungswürdigeren Charakteren gibt’s fast nirgendwo sonst. All das sind Stärken, die nahtlos auf die Nintendo Switch 2 übertragen worden sind – mit Ausnahme der Technik. Denn obwohl man absolut anerkennen muss, dass den Machern mit der Umsetzung eine fast unmögliche Herausforderung gelungen ist, bleiben die dafür nötigen Kompromisse offensichtlich. Die im Vergleich zu allen anderen Plattformen deutlich abgespeckte Darstellungsqualität sowie die trotz DLSS unverkennbar niedrige Auflösung ziehen den Wertungsspiegel einmal mehr ordentlich nach unten. Erschwerend hinzu kommt der in meinen Augen viel zu hohe Preis. Wer gar keine andere Option hat, um das Spiel zu erleben, kann natürlich problemlos zugreifen. Am Ende gibt es aber bessere – und billigere – Möglichkeiten, diesen modernen Klassiker zu erleben.”


- Anhaltend ansehnliche Licht- und Effektkulissen
- Gelungene DLSS-Implementierung im tragbaren Modus
- Inhaltlich auf jeder Ebene zeitlos faszinierend
- Bis zu zweihundert Stunden Gesamtumfang
- Gut umgesetzte Bedienung
- Angenehm kurze Ladezeiten
- Neue, optionale Spielhilfen für sämtliche Plattformen

- Visuell stellenweise mit drastischen Abstrichen gegenüber den übrigen Plattformen
- Bildratenbegrenzung kann Kämpfe mit hoher Reaktionsanforderung negativ beeinflussen
- Viel zu teuer



Entsprechende Rezensionsmuster sind uns freundlicherweise von Square Enix zur Verfügung gestellt worden.
*Unsere Links werden nicht mit einer Monetarisierung versehen.
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