Review | Clive Barker’s Hellraiser: Revival

Zwischen Himmel und Hölle

Auf den wirklich letzten Meter hat Clive Barker’s Hellraiser: Revival doch noch eine Altersfreigabe für den deutschen Markt erhalten. Das öffnet Spielern nicht nur die Toren zur Hölle, sondern uns die Tore zu einer ausführlichen Besprechung. In deren Rahmen hat uns vor allem die vorlagentreue Atmosphäre gut gefallen, während wir bei anderen Aspekten selbst kurz davor gestanden haben, uns Nägel in den Kopf zu schlagen.

Entwickler: Boss Team Games

Publisher: Saber Interactive

Plattform: PC | PlayStation 5 | Nintendo Switch 2 | XBOX Series

Veröffentlichungsdatum: 08. Oktober 2026

Preis: ab 39,99€*

Altersfreigabe: ab 18 Jahren

Metacritic | OpenCritic | IMDB


Echtgeldinhalte
Ungeschnitten


Sex, Drugs and Cenobites

Das Wort Toxisch wäre noch weit untertrieben, um die komplett dysfunktionale Beziehung zwischen Aidan und Sunny zu beschreiben. Die lebensmüde Galeriebesitzerin und das ehemalige Mitglied einer kriminellen Motorradgang lieben einander auf eine hochgradig zerstörerische Art und Weise, teilen jedoch eine gemeinsame Leidenschaft für BDSM. Nur scheint Sunny selbst das in letzter Zeit nicht mehr genug zu sein. Auf der Suche nach bisher ungekannten Höhepunkten gerät sie eines Tages in den Besitz eines geheimnisvollen Puzzlewürfels, der einem angeblich Freuden jenseits allem Irdischen versprechen soll, wenn man es denn schafft, ihn zu lösen. Genau das geschieht zufällig während einer gemeinsamen, gewohnt rabiaten und von bewusstseinserweiternden Drogen zusätzlich aufgeheizten Liebesnacht.

Auf der Suche nach immer extremeren Erfahrungen überschreiten Aidan und Sunny eine gefährliche Grenze. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

In der Konsequenz steht im Schlafzimmer plötzlich nicht mehr nur der Lörres, sondern auch Pinhead mitsamt seinen Cenobiten. Dem verlockenden Angebot, Sunny in eine Welt voller überwältigender Sensationen zu führen, kann diese nicht widerstehen und wird nur Sekunden später von unzähligen Ketten grausam zerrissen. Übrig bleibt nichts weiter als ein blutgetränktes Bettlaken und ein völlig entsetzter Aidan. Der ahnt noch nicht, dass an dem Würfel auch eine komplett geistesgestörte Sekte unter Führung des Oberpsycho Marlowe interessiert ist, die mithilfe des begehrten Objekts unter allen Mitteln den Aufstieg in die Reihe der Cenobiten erzwingen will. Aidan wird von den Mitgliedern entführt, gefoltert und droht, von Fleischkünstler Bruno in ein weiteres Stück völlig entartete Kunst transformiert werden.

Pinhead versteht es geschickt, Aidan für seine diabolischen Zwecke einzusetzen. Gesprochen wird der Nagelkopf von Originalschauspieler Doug Bradley. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Nicht gewillt, seine große Liebe einfach den Cenobiten zu entlassen, entkommt Aidan aus der Gefangenschaft und setzt sprichwörtlich Himmel und Hölle in Bewegung, um Sunny aus dem Reich der Cenobiten zurückzubringen. Kein einfaches Unterfangen, denn Pinhead und Co. sind nicht gerade dafür bekannt, einen der ihren ohne weiteres wieder freizugeben und zwingen den schuldgeplagten Lover auf einen grausamen Weg, der von Blut, Leichen und immer neuen Perversionen gepflastert ist. Ob die krude Zuneigung zu einer völlig von der Realität losgelösten Frau dieses Martyrium überhaupt wert ist, spielt dabei zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Doch Verzweiflung kann eine mächtige Waffe sein. Und die braucht Aidan auch, denn die Nacht ist lang und voller Schrecken…

Ein Albtraum aus Lack und Leder

Unzufrieden mit der filmischen Umsetzung seiner bisherigen Werke, entschied sich der Autor Clive Barker zum Ende der Achtzigerjahre, selbst als Regisseur tätig zu werden und erschuf mit Hellraiser: Das Tor zur Hölle einen absoluten Kultfilm, der nicht nur zahllose Sequels nach sich zog, sondern dem diabolischen Pinhead und seinen Cenobiten über Nacht einen Platz im Pantheon des Bösen sicherte. Die Reihe geriet immer wieder mit Jugendschützern aus aller Welt aneinander und war alleine in Deutschland lange Zeit Dauergast auf dem hiesigen Index. Fans wünschten sich bereits seit langer Zeit eine werksgetreue Adaption als Videospiel, was bisher als ausgeschlossen galt, da masochistischer Sex und Gewalt selbst heutzutage nicht gerade als massentauglich gelten. Boss Team Games haben es trotzdem gewagt und bei der inhaltlichen Ausarbeitung von Clive Barker’s Hellraiser: Revival eng mit dem legendären Schöpfer höchstselbst zusammengearbeitet.  

Im geheimen Untergrund-Sexclub der Kultisten gibt es noch deutlich explizitere Dinge zu sehen als anstößßige Neonschilder und Latexsklaven. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Das Ergebnis ist eine mit etwa sieben Stunden Spielzeit zwar relativ kurze, aber intensive Erfahrung geworden, welche sich ganz bewusst immer wieder am Rande des Zeigbaren bewegt und sich gelegentlich sogar hauchfein darüber hinauswagt. An verstörenden Sequenzen herrscht absolut kein Mangel, angefangen von düsteren Folterkellern bis hin zu einer neonverseuchten Untergrund-Bumsdiele für BDSM-Liebhaber mitsamt jeder Menge ausgefallenem Sexspielzeug wird hier wirklich alles aufgefahren, um der beklemmenden Atmosphäre der Vorlage gerecht zu werden. In einer Szene müssen wir sogar selbst das Nietenpaddel schwingen, um einem gelangweilten Clubgast den begehrten Schlüssel für das Hinterzimmer zu entlocken. Mit tonnenweise Blut und abgetrennten Gliedmaßen wird ebenfalls nicht gegeizt, weshalb es nicht verwundert, dass die hiesigen Sittenwächter die Freigabe zunächst verweigert haben.

Der Leviathan ist für Fans von Clive Barker kein Unbekannter und spielt auch hier eine wichtige Rolle. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Dabei verzichtet das Spiel ganz bewusst darauf, Aidan zu irgendeinem Zeitpunkt als sympathischen Protagonisten darzustellen und auch Sunny ist weit mehr als das in Not geratene Liebchen, welches in einer fremden Welt auf Rettung wartet. Ganz im Gegenteil, wir haben es hier mit vollständig gebrochenen Charakteren zu tun, deren individuelles Streben von purem Nihilismus angetrieben wird. Ein Ansinnen, welches von den Cenobiten natürlich nur zu gerne befriedigt wird – zu einem gewohnt hohen Preis, versteht sich. Was folgt, ist derart abwegig von jedweder Vernunft, dass man als Spieler gar nicht umher kommt, den Handlungen von Aidan mit großer Distanz zu begegnen. Und das ist auch so gewollt, denn es ist gerade diese konsequente Irrationalität der uns auferlegten Handlungen, die in Verbindung mit der durchgehend unwirklichen, fiebrigen Atmosphäre für Horror sorgt. 

Ihr wisst ja, wie es ist: Kein Survival-Game ohne Schaltkastenrätsel. Zum Glück haben die Macher auch ein paar frische Ideen auf Lager. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Dass man für die Vertonung von Pinhead außerdem niemand geringen als dessen Darsteller Doug Bradley gewinnen konnte, hebt die gelungen aus der Vorlage übertragene Stimmung nochmal auf ein zusätzliches Level. Generell hat man den ikonischen Cenobiten viel Zeit eingeräumt. Man hat hier als Spieler zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, Teil einer Erfahrung zu sein, die entwicklerseitig mit viel Liebe zum Franchise umgesetzt worden ist und weit mehr darstellt, als eine bloße Verwurstung der Lizenz, mit der man nur mal schnell ein paar Dollar einsacken will. Das muss man auf jeden Fall erkennen. Fans von Barker und seinen Schöpfungen kommen alleine deswegen voll und ganz auf ihre Kosten, auch wenn der Abspann bereits nach wenigen Stunden über den Bildschirm flimmert. Langeweile kommt dafür zu keinem Zeitpunkt auf und auch preislich hat man das Ganze absolut fair angesetzt. Am Ende ist Clive Barker’s Hellraiser: Revival aber ganz sicher kein Spiel für jeden und will es auch gar nicht sein.

Kein süßer Schmerz

Dass ich trotz dieser Stärken bei Storytelling und Inszenierung trotzdem keine höhere Wertung vergeben kann, liegt hauptsächlich an einer ganz zentralen Schwäche – nämlich dem Gameplay. Hier hat man sich ganz klar an jüngeren Ablegern bekannter Survival-Größen wie Resident Evil und Silent Hill orientiert. Gespielt wird nämlich durchgehend aus der Egoperspektive, das Inventar ist anfänglich noch sehr begrenzt und lässt sich im späteren Verlauf erweitern und Ressourcen aller Art sind bereits auf dem leichtesten von insgesamt vier Schwierigkeitsgrade knapp bemessen. Gekämpft wird in den ersten Stunden überwiegend mit provisorischen Nahkampfwaffen, später kommen Schießprügel wie Pistole, Schrotflinte und Sturmgewehr dazu, welche sich allesamt mit mehreren Upgrades individuell verstärken lassen. Auch an eine Lagerkiste zum Verstauen überschüssiger Items hat man gedacht, wobei auch deren Platz nicht unbegrenzt ist. 

Das Dreiergespann aus Zombies lässt sich mit einem explosiven Fass schnell aus der Welt schaffen. Wenn es doch nur immer so einfach wäre… | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Munition und Heilmittel können wir aus gefundenen Komponenten selbst herstellen, wenn wir über das dafür nötige Rezept verfügen, oder gegen Münzen bei der geheimnisvollen Ladenbetreiberin erwerben, die gleichzeitig als gutes Gewissen der Geschichte dient und ähnlich wie ein gewisser Kuttenträger regelmäßig zur Stelle ist, um uns die überall verstreute Spielwährung oder andere Objekte von Wert im Tausch gegen lebenswichtige Güter wieder abzunehmen. So weit, so klassisch – wäre das alles in der Umsetzung nicht so grandios frustrierend. Nahkampfwaffen können zwar mithilfe eines Reparatursets vor der endgültigen Nutzlosigkeit bewahrt werden, brechen aber im Einsatz grundsätzlich viel zu schnell und richten dabei insgesamt zu wenig Schaden an, um die Investition langfähig rentabel zu machen. Auf der anderen Seite gehen den Schusswaffen rasant die Munition aus und sind teilweise selbst aus der Nähe lächerlich unpräzise. 

Das anfangs arg begrenzte Inventar lässt sich im weiteren Spielverlauf erweitern. Trotzdem sollte man gut überlegen, welche Items man mitnehmen will. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Da uns das Spiel zudem immer wieder in aufgesetzt wirkende Situationen zwingt, in denen wir gar keine Wahl haben, als unser mühsam angespartes Arsenal zu verfeuern, hat man nie wirklich das Gefühl, dass kluges Haushalten oder die mühselige Suche nach Codes für die vielen Ressourcenschränke belohnt wird. Erst recht, da solche Ereignisse eigenartigerweise immer genau dann auftreten, wenn der Kampf gegen einen von mehreren Kugelschwamm-Bossen unmittelbar bevorsteht und man trotz kleinerer Versorgungskisten am Ende gezwungen ist, die extrem nahkampfstarken Oberfieslinge mit einer billigen Klinge als letztem, verbliebenem Mittel zu bekämpfen. Dass das absolut keinen Spaß macht, sondern ganz im Gegenteil regelmäßig zu einem bedrohlichen Blutdruck führt, lässt sich als logische Konsequenz mühelos herauslesen. Besonders deswegen, weil Aiden nicht blocken kann, sondern lediglich über rudimentäre Möglichkeiten zum Ausweichen verfügt, die uns in der Praxis jedoch kaum vor Schaden schützen, weil die Reichweite anders als die der Gegner viel zu gering ist. 

Dann doch lieber gleich in die Hölle

Nicht minder enttäuschend ist das allgemein schlechte Trefferfeedback und auch die anfänglich noch effektiven Schleichpassagen verpuffen im Angesicht der Tatsache, dass diese spätestens nach der ersten Stunde überhaupt nicht mehr zum Einsatz gebracht werden können, weil es dafür überhaupt keine Möglichkeiten mehr gibt. In der Summe lässt sich all das mit zwei Worten zusammenfassen: Miese Spielbalance. Welchen Spaß soll Survival machen, wenn einem auf gleichermaßen aufgesetzte wie forcierte Weise immer gerade dann vollständig die Taschen geleert werden, wenn man kurz vor einer kritischen Begegnung steht? Warum Lautlosigkeit proklamieren, wenn die allermeisten Begegnungen unausweichlich bleiben? Zwar eignen wir uns nach und nach mithilfe des Würfels immer neue, übersinnliche Kräfte an und dürften mithilfe von Telekinese Umgebungsobjekte, Feuer und Ketten gegen die verschiedenen (und mitunter zusätzlich gepanzerten) Gegnertypen einsetzen, aber auch deren Einsatz bleibt begrenzt. 

Im Labyrinth werden wir regelmäßig vor größere Umgebungsherausforderungen gestellt, die sich nur mit dem klugen Einsatz der Genesis-Konfiguration lösen lassen. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

So zeigt sich am Ende leider, dass es mehr benötigt, als nur die Liebe zum Franchise, sondern eben auch Know-how darüber, wie man dieses spielerisch so umsetzen kann, dass es einen mechanisch nicht spätestens zur Mitte hin komplett zu vergrauen droht. Mit demselben Problem haben Boss Team Games schon vier Jahre zuvor bei dem mittlerweile stillgelegten Evil Dead: The Game zu kämpfen gehabt und offenbar ist es seitdem nicht besser geworden. Das ist schade, weil das kleine Team wirklich ein atmosphärisch stimmiges Werk geschaffen hat. Wenn das aber spielerisch derart unsauber umgesetzt wird, wie es hier der Fall ist, erscheint mir selbst ein Preis von knapp vierzig Euro zu viel. Dass die Wertungen der Community so viel höher ausfallen als die der Fachpresse, erkläre ich mir mit dem anhaltenden Hunger der Fans. Die sind nach so vielen Jahren einfach nur froh, überhaupt mal eine stimmige Adaption des geliebten Materials zu erhalten und sind dabei offenkundig blind für deren horrende Mängel. 

Die Schleichpassagen bleiben überschaubar und spielen nach dem ersten Viertel leider kaum noch eine Rolle. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Gerade, wenn man zuletzt viel Zeit mit Silent Hill: Townfall verbracht hat, welches ebenfalls von einem eher kleinen Team verantwortet worden ist und trotzdem in sämtlichen hier kritisierten Belangen zeigt, wie es richtig geht. Selbst das bald zwanzig Jahre alte und immer noch im Giftschrank festsitzende Condemned: Criminal Origins bekommt das um Welten besser hin. Maßstäbe gibt es also mehr als genug, zumal alleine zwischen den beiden Titeln jede Menge spielerisch eher geglückte Vertreter zu finden sind. Gemessen an all dem erscheinen mir am Ende selbst vierzig Euro für zu viel verlangt.

Solide Technik, aber nicht fehlerfrei

Was man loben darf ist, dass Clive Barker’s Hellraiser: Revival trotz Unreal Engine 5 komplett ohne die sonst omnipräsenten Mikroruckler auskommt und während unseres Tests auf der PlayStation 5 Pro über weite Strecken flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde im Leistungsmodus gelaufen ist. Ausnahmen gibt es gelegentlich bei den Übergängen zwischen zwei Arealen, wo es zu einem kurzen Nachladeruckler gekommen ist und einer Szene, bei der sehr viele Gegner gleichzeitig in Fetzen gerissen worden sind. Da hat sich die CPU wieder einmal als Flaschenhals entpuppt. Auf dem Basismodell sowie der XBOX Series X ist die Bildrate im Leistungsmodus hauchfein inkonsequenter, während die dynamische Auflösung eher im Bereich zwischen 1080p und 1440p agiert. Native Unterstützung für die PlayStation 5 Pro gibt es keine, dafür löst das gegenwärtige Flaggschiff von Sony durchgehend höher auf und liefert im Konsolensegment das gegenwärtig bestmögliche Erlebnis. 

Die Atmosphäre ist mindestens so düster wie jene der Vorlage. Nur die Charaktermodelle heben sich unschön von der restlichen Kulisse ab. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Mangels PSSR wird auch dort Temporal Super Resolution – kurz TSR – zur Hochskalierung genutzt, was mit weniger Unruhen verbunden ist, als das sonst genutzte FSR, vor allem bei Haaren und Spiegelungen arbeitet die Technik allerdings nicht ganz fehlerfrei. Die PC-Version hat uns dank ihrer zahlreichen Optionen zur Feineinstellung ebenfalls überzeugt, vereinzelte Abstürze hatten wir dafür auf sämtlichen Plattformen, was besonders ärgerlich sein kann, wenn man auf der höchsten Schwierigkeitsstufe unterwegs ist, da dort nicht mehr automatisch gespeichert wird und man im Worst Case um eine Menge Fortschritt geprellt wird. Auf der Habenseite steht eine stimmige Beleuchtung, die ebenso wie Partikelkulissen und Schattendarstellung geltenden Standards entspricht, aber zu keinem Zeitpunkt über diese hinausragt. Umgebungstexturen präsentieren sich weitestgehend hochauflösend, wenngleich Außenareale insgesamt etwas trist bleiben. 

Der gruselige Chatterer jagt uns über mehrere Etappen erbarmungslos durch das Labyrinth. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Einen eher unansehnlichen Eindruck hinterlassen Charakter- und Gegnermodelle, die allesamt detailarm ausschauen und zudem ziemlich hölzern animiert worden sind. Kleines Budget, kleines Team…dafür geht das Gezeigte auf jeden Fall noch in Ordnung. Ein visuelles Feuerwerk sollte man angesichts dessen natürlich nicht erwarten. Umso mehr auf der Nintendo Switch 2, wo der Titel alternativlos auf 30 Bilder pro Sekunde begrenzt bleibt. Je nachdem, ob ihr im Dock spielt oder mit dem Spiel unterwegs seid, greift die dynamische Auflösung nochmal aggressiver zu, wodurch ein im Vergleich mit den anderen Plattformen eher matschiger Eindruck entsteht. Hinzu gesellt sich eine störende Eingabeverzögerung, die auch im Grafikmodus der anderen Konsolen auftritt – zumindest dort sollte man also auf den Leistungsmodus setzen, auch weil die visuellen Unterschiede sehr gering ausfallen. Die Portierung für Nintendos Taschenkonsole ist ambitioniert, ist aber nur dann empfehlenswert, wenn man wirklich keine andere Plattform zur Verfügung hat. 

Um einen verschlossenen Zugang zu öffnen, müssen wir zunächst mehrere Artefakte aus einer verlassenen Parkanlage besorgen. Versteht sich von selbst, dass wir dabei alles andere als alleine sind. | PlayStation 5 Pro, Leistungsmodus

Die ausschließlich englischen Sprecher – allen voran natürlich Doug Bradley – leisten gute Arbeit, deutsche Untertitel sind standardmäßig aktiviert und wurden bis auf ein paar wenige Tippfehler sauber übersetzt. Die Umgebungskulissen machen besonders in den vielen Untergrundkorridoren gut von Hall Gebrauch, das absolute Highlight bleibt jedoch das Unterkapitel im Sexclub, wo ein schönes Mittendrin im Heimgefühl vermittelt wird und auch die elektronischen Bässe wunderbar vom Subwoofer begleitet werden. Abseits davon herrscht musikalisch eher tote Hose, gerade in den Labyrinth-Sequenzen hätte ein bisschen mehr Räumlichkeit noch ein paar Pluspunkte herauskitzeln können. An der Bedienung gibt es abschließend wenig zu bemängeln. Das eingängige Bedienschema geht problemlos von der Hand, lediglich die Eingaben auf Codepads wurden nicht immer korrekt erkannt, an einer anderen Stelle konnte ich mich zudem mit Aidan nicht mehr rückwärts bewegen. Nichts, was man nicht mit einem Patch aus der Welt räumen könnte.

“Erst Halloween, jetzt Hellraiser. Der Markt mit Lizenzversoftungen altehrwürdiger Horrorfranchises scheint neuerdings zu boomen. Verwundern darf einen das nicht, schließlich warten ausgehungerte Fans seit Jahrzehnten auf werkstreue Umsetzungen außerhalb der altbekannten Formel eines Dead by Daylight. Clive Barker’s Hellraiser: Revival hat eigentlich alles, was so ein Spiel braucht: Es orientiert sich kompromisslos deftig an der Vorlage, erzählt eine passende Geschichte und erweitert den bestehenden Kosmos sinnvoll. Der guten Atmosphäre steht allerdings ein komplett misslungenes Gameplay samt Balancing gegenüber, welches sich derart gravierend auf den Gesamteindruck auswirkt, dass die guten Aspekte dagegen sanglos im Nirvana absaufen. Auch technisch kann das Spiel nicht durchgehend überzeugen und bleibt über weite Strecken solides Mittelmaß. Das geht besser, zumal man für denselben Preis momentan einen sehr viel besser inszenierten Trip nach Schottland buchen kann. So ist das Spiel am Ende höchstens was für eingefleischte Fans von Pinhead.”

  • Überwiegend gelungene Beleuchtung
  • Atmosphärisch stimmige Adaption der bekannten Vorlage
  • Gut geschriebene Geschichte, die sich perfekt ins bestehende Universum einfügt
  • Visuell um Abwechslung bemüht
  • Cenobiten sind durchgehend präsenter Teil der Handlung
  • Gut implementierte Rätsel
  • Kurz, aber knackig
  • Zwei angenehm konträre Enden
  • Gute englische Sprecher
  • Eingängige Bedienung
  • Günstiger Preis
  • Charakter- und Gegnermodelle optisch veraltet…
  • …und hölzern animiert
  • Komplett spaßbefreites, oft frustrierendes Kampfsystem
  • Nahkampfwaffen brechen zu schnell…
  • …und richten zu wenig Schaden an
  • Forcierte Events, die nur zur Inventarentleerung dienen…
  • …was Bosse als chronische Kugelschwämme noch frustrierender gestaltet
  • Keine Blockfunktion
  • Trefferfeedback lässt zu wünschen übrig
  • Schusswaffen selbst aus der Nähe elendig unpräzise
  • Schleichen nur anfangs nützlich
  • Rudimentäre, oft nutzlosee Ausweichmechanik
  • Kleinere Bugs bei Interface und Bedienung
  • Deutsche Untertitel mit kleineren Lokalisierungsaussetzern
  • Unstetige musikalische Begleitung
  • Nintendo Switch 2 leidet unter Eingabeverzögerungen
  • Überschaubarer Soundtrack
  • Kein Neues Spiel Plus

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