Review | Ys X: Proud Nordics

Abenteuer im Norden

Fast unbemerkt vom Rest der Welt haben Nihon Falcom mit der Ys-Reihe eine über fast vier Jahrzehnte vor allem in Japan erfolgreiche JRPG-Reihe geschaffen und dabei mindestens ebenso wichtige Pionierarbeit für das Genre geleistet, wie es beispielsweise ein Final Fantasy getan hat. Ys X: Proud Nordics erscheint nun als eine Art Definitive Edition, möbelt das knapp zwei Jahre alte Original kräftig auf und präsentiert sich als optimaler Einstieg für Serienneulinge. 

Entwickler: Nihon Falcom

Publisher: NIS America

Plattform: PC | PS5 | NS2

Veröffentlichungsdatum: 20. Februar 2026

Preis: ab 69,99€*

Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Metacritic | OpenCritic | IMDB


Echtgeldinhalte
Kostenloses Upgrade
Ungeschnitten


Unter Normannen

Der leidenschaftliche Abenteurer Adol Christin hat mit seinen Begleitern Dogi und Dr. Rall eine Schiffspassage gebucht, um das nordöstlich gelegene Waldreich Celceta zu besuchen. Dazu muss das Trio jedoch den Golf von Obelia durchqueren. Hier herrscht die gefürchtete Seestreitmacht Balta – ein kriegerischer Normannenstamm, der von den lokalen Einwohnern gleichermaßen geschätzt wie gefürchtet wird. Denn während sie einerseits zuverlässig den Frieden im Inselarchipel erhalten, ahnden sie Vergehen andererseits mit drakonischen Strafen. Letzteres bekommt der Schiffskapitän am eigenen Leibe zu spüren, als er die lokalen Gewässer ohne Zahlung eines Tributes zu durchsegeln versucht. In anderen Ländern wird man zwar für weniger geköpft, aber Grundgütiger!

Zustände wie in Somalia: Da will man in Ruhe eine Kreuzfahrt machen und schon wird man von Piraten überfallen. Für Adol und seine Freunde der Beginn eines spannenden, neuen Abenteuers! | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Angeführt von der Normannenprinzessin Karja wird der Kutter fachgerecht geentert und wenig später strandet unser Trio unfreiwillig im nächstgelegenen Küstendorf Carnac. Nun ist guter Rat teuer, denn für die Weiterreise mangelt es wie immer am nötigen Kleingeld. Notgedrungen will sich Adol gerade der lokalen Bürgerwehr anschließen, als ihn eine liebliche Stimme zum Strand ruft. Doch bevor der Rotschopf deren Ursprung – nämlich eine magische Muschel – genauer untersuchen kann, kommt es zur Konfrontation mit einem Griegr. Die angeblich unsterbliche Monsterrasse ist auf der Suche nach einem besonderen Medium und fällt seit kurzer Zeit immer aggressiver in die Region ein. Erst mit der ihm durch die Muschel verliehenen Kraft des Mana gelingt es Adol, den Angreifer endgültig zu vernichten. 

Jörd ist eine der drei Griegr-Generäle, hat den Angriff auf Carnac geleitet und mit der frechen Karja noch eine Rechnung zu begleichen. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Doch die neu gewonnene Macht verleiht uns nicht nur ein paar nützliche Fähigkeiten, sondern fesselt uns dreisterweise auch noch auf wenige Meter an die ebenfalls auftauchende Karja, welche in alter Familientradition ebenfalls über diese seltene Gabe verfügt. Klar, dass die kühl-kapriziöse Kriegerprinzessin über diesen Zustand alles andere als begeistert ist, auch wenn die Vorteile im gemeinsamen Kampf ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Trotzdem kann das Doppelteam nicht verhindern, dass die Griegr in der folgenden Nacht über Carnac herfallen, das Dorf plündern und einen Großteil der Bewohner in monströse Marionetten verwandeln.  Als frisch gekürter Schildbruder von Karja schnappen wir uns einen gerade so seetauglichen Kahn und blasen zur Jagd auf die drei Griegr-Generalitäten. Müssen wir sogar, denn einer der Schurken hat uns einen Todesfluch verpasst, bei dem uns nach drei Monaten die Luft ausgeht…

Ein Paradies für Abenteurer

Was folgt, ist ein je nach gewählter Schwierigkeit und individuellem Interesse an Nebenquests locker sechzig bis siebzig Stunden umfassende Odyssee in einem Setting, welches sich munter bei der nordischen Mythologie bedient und sich diese gekonnt zu Eigen macht. Die Geschichte nimmt rasch Fahrt auf und punktet mit einigen gut platzierten Wendungen, zudem machen die Interaktionen mit den drei angenehm konträr inszenierten Oberfieslingen viel Spaß. Grundsätzlich wissen die Charaktere zu überzeugen, der Dialogwitz funktioniert im Rahmen der sauber lokalisierten deutschen Texte anhaltend gut – obwohl unser Protagonist wie auch in seinen bisherigen Abenteuern weitestgehend schweigsam bleibt. Mit Karja bekommen wir dafür eine überaus redselige Verbündete zur Seite gestellt, die sich im weiteren Verlauf des Spiels glaubhaft von einer unsympathischen Jarlstochter zu einer wertvollen und warmherzigen Verbündeten wandelt. 

Nicht grün, aber effektiv: Die widerwillig aneinander geketteten Helden können sich dank Manakräften im Kampf perfekt synchronisieren. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Großes Vorwissen über die bisherigen Teile müsst ihr keines mitbringen, denn serientypisch handelt es sich auch bei dieser Episode um ein komplett eigenständiges Abenteuer aus der ereignisreichen Vita von Adol Christin – dieses Mal allerdings ohne den üblichen Gedächtnisverlust zu Spielbeginn. Als jemand, der die bisherigen Ableger nicht gespielt hat, fiel es mir überraschend einfach, mich in das Setting einzufinden. 

Ys X: Proud Nordics folgt der Tradition seiner moderneren Vorgänger und bietet gegen Echtgeld eine ganze Palette zusätzlicher Inhalte an. Neben Kostümen und anderen kosmetischen Objekten gibt es auch größere Ressourcenpakete inklusive Booster. Da sich der reguläre Spielverlauf allerdings auch ohne diese Erleichterungen durchgehend fair und belohnend anfühlt, sehen wir von einer zusätzlichen Abwertung aufgrund von Pay-2-Shortcut gerade noch ab.

Dass sich die umfangreiche und vielfältig belebte Welt erst nach und nach öffnet, hilft dabei immens. Die ersten Stunden treiben nicht nur die zentrale Handlung maßgeblich voran, sondern fungieren auch als unaufdringliches Tutorial. Und zu lernen gibt es einiges, denn gekämpft wird hier nicht nur an Land, sondern regelmäßig auch auf dem Meer. Anfänglich ist unser Schiff – die Sandras – kaum mehr als ein schrottreifer Seelenverkäufer, lässt sich aber mit den nötigen Materialien und Bauplänen mit der Zeit zu einer schwimmenden Festung mit hoher Zerstörungskraft ausbauen.

Im Heimatdorf der Balta-Streitmacht wappnen wir uns für das erste Auslaufen und schmieden neue Allianzen. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Gerettete Dörfler schließen sich unserer Sache an und bieten ihre Dienste fortan auf den unteren Decks an. Das erspart uns praktischerweise, alle Nase lang irgendein Dorf anlaufen zu müssen. Müssen wir dann doch mal an Land, geht das dank der umfangreichen Schnellreisemechanik mühelos innerhalb eines Wimpernschlages – den praktisch nicht vorhandenen Ladezeiten sei Dank. Übersichtliche Karten helfen uns dabei, in der großen Welt nicht die Orientierung zu verlieren. 

Neben vielen Verbesserungen und Erweiterungen beim Gameplay gibt es mit der nördlich gelegenen Insel Öland ein komplett neues Areal inklusive Dungeon und Kolosseum. Dazu gibt es eine neue Geschichte, in deren Verlauf wir mehr über Karjas Familie erfahren. Verglichen mit dem Original dürft ihr euch damit auf ein paar zusätzliche Stunden Spielspaß einstellen.

Gut gefallen haben mir zudem die aufgeräumten Menüs, an denen sich so manch anderer Titel noch eine dicke Scheibe abschneiden könnte. Gesprochen wird wahlweise Englisch oder Japanisch. Nicht alle Dialogpassagen wurden vertont, anders als zum Beispiel in Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties fällt das hier nicht ganz so negativ ins Gewicht. Die englischen Sprecher sind okay, können es qualitativ jedoch nicht mit dem hochmotivierten japanischen Cast aufnehmen. 

Diese gewaltigen Kolosse waren früher mal Dorfbewohner und sind jetzt nur noch willenlose Marionetten im Dienste des Bösen. Zum Glück können wir den Leuten ihre frühere Gestalt zurückgeben. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Zusätzlich zu den teilweise mit Zeitlimit ausgestatteten Nebenmissionen können wir an vielen Orten der Welt unsere Angel auswerfen, nach Sehenswürdigkeiten aller Art Ausschau halten oder die Hintergrundgeschichte durch das Auffinden von Runensteinen vertiefen. Und die niedlichen Pikkards belohnen euch mit wertvollen Gegenständen – wenn es euch denn gelingt, die flinken Kreaturen zu fangen. Ys X: Proud Nordics liefert euch eine harmonische Mischung aus Kämpfen und Erkundung. Abwechslungsreiche Dungeons inklusive mächtiger Bosse dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie epische Seeschlachten. Leichtherzige und humorvolle Interaktionen zwischen den Charakteren gleichen die eher düsteren Einschläge wunderbar aus. Kurz und knapp: Der zehnte Teil der Reihe ist wieder einmal optimales Futter für langjährige JPRG-Fans und alle, die nach einem guten Einstieg in dieses facettenreiche Genre suchen. Umso erfreulicher, dass das Franchise allmählich auch im Westen mehr und mehr Fans gewinnt. Verdient ist das allemal. 

Schiff Ahoi!

Und das trotz der Tatsache, dass Ys X: Proud Nordics nicht gerade ein Garant für Originalität ist. Vor allem beim Schiffskampf haben sich die Macher kräftig bei älteren Assassin’s Creed – Titeln bedient, lediglich die Perspektive ist eine andere. Die Neuauflage fügt den bestehenden Mechaniken einige optionale Hilfen beim Anvisieren feindlicher Schiffe hinzu und vereinfacht die Schlachten damit deutlich – wenn ihr es denn wünscht. Gleichzeitig geht das Manövrieren nun deutlich angenehmer von der Hand, was aber nicht komplett gelungen ist, da die Sandras jetzt viel zu sensibel auf unsere Eingaben reagiert und sich anfühlt, als wäre sie aus Papier. Daran hat man sich zwar nach ein paar Stunden gewöhnt, komisch fühlt es sich bis zum Ende trotzdem an. 

Eine Seefahrt, die ist lustig…überall auf der Karte lassen sich Encounter und Windkanäle finden. Letztere müssen aber erst freigeschaltet werden. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Neben zufälligen Begegnungen mit der Gringr-Flotte können wir zahllose Encounter auch ganz bewusst auslösen, indem wir in die dafür vorgesehenen Farbkegel schippern. In den lila Kegeln lösen wir einen Flottenkampf aus, während goldene Kegel uns nach überstandener Schlacht mit einem neuen Windkanal belohnen, der unsere Reisegeschwindigkeit dramatisch erhöht. Mit der Zeit lässt sich so eine Art Autobahnnetz auf hoher See freischalten, was ein ziemlich cooles Feature darstellt. Manche Orte lassen sich aber erst erkunden, wenn ihr die Sandras mit zusätzlichen Gadgets ausgerüstet habt. Es lohnt sich also, bereits besuchte Areale im späteren Spielverlauf erneut aufzusuchen. 

Die instanzierten Seekämpfe punkten mit guter Übersichtlichkeit und zugänglicher Steuerung. Die Neuauflage bietet einige zusätzliche Hilfen an. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Die meisten Gegnerschiffe saufen einfach ab, wenn ihr ihnen genug Schaden zugefügt habt, größere Kaliber zwingen euch zu einem Entermanöver inklusive mehreren Feindwellen, ehe die Belohnungen in Form von Ressourcen und Gold auf euer Konto wandern. Nehmt ihr vorher ein Festmahl mit der Crew ein, schaltet ihr temporäre Boni frei, die euch im Kampf unterstützen. Vereinzelt findet ihr auf der Karte große Festungen, bei denen ihr zunächst eine Barriere ausschalten müsst, ehe ihr den Kampf dann an Land abschließt. Je nachdem, wie viele Punkte ihr dabei insgesamt angesammelt habt, könnt ihr euch im Anschluss daran auf ein paar extrem wertvolle Belohnungen freuen. 

Ein unschlagbares Doppel

Obwohl Adol und Karja auch als Solokämpfer hervorstechen, entfaltet das facettenreiche Duo erst im Verbund sein wahres Potenzial. Wie es sich für eine waschechte Schildmaid aus dem Norden gehört, nutzt Karja im Kampf nicht nur Axt und Schild, sondern zerstört mit ihrer Eismagie problemlos gegnerische Panzerung. Adol greift bevorzugt zum Zweihandschwert und entfesselt mächtige Feuerattacken, mit denen sich das ungeschützte Fleisch problemlos wegschmelzen lässt. Via einfachem Tastendruck könnt ihr jederzeit zwischen den beiden Protagonisten hin- und herwechseln, was den zusätzlichen Vorteil hat, dass der inaktive Part schnell Lebens- und Fertigkeitspunkte regeneriert. 

Die Bosse müssen erst geschwächt werden, ehe sie sich wirklich Schaden zufügen lassen. Angenehm taktisch geht’s dabei auch zu, denn die fiesen Kreaturen verfügen allesamt über einzigartige Attacken und Taktiken. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Neue Angriffe schalten ihr entweder durch Fortschreiten im Talentbaum frei, wo ihr außerdem mit verschiedenen Edelsteinen weitere Attributboni erhaltet, oder durch das Meistern bereits bestehender Fertigkeiten. Außerdem solltet ihr während eurer Reise nach kostbaren Lehrbüchern Ausschau halten, die euch unter anderem für Handlungsfortschritte und erfolgreich absolvierte Nebenmissionen winken. Der inaktive Part kämpft übrigens autonom weiter, nutzt dabei aber leider nur Standardangriffe. Eine entsprechende Funktion, mit der man entscheiden kann, dass der Computer mit vollem Einsatz ans Werk geht, wird schmerzlich vermisst. Andererseits werdet ihr dadurch bewusst motiviert, regelmäßig die Charaktere zu wechseln, was in der Praxis wirklich wunderbar funktioniert.

Mit dem Hoverboard sind wir deutlich flotter unterwegs und können Orte erreichen, die uns bisher nicht zugänglich gewesen sind. Die Bedienung ist auf engem Terrain aber ein wenig gewöhnungsbedürftig. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Alle Gegner sind auf der Karte sichtbar und werden ohne Umwege in Echtzeit bekämpft, was ich wieder sehr angenehm finde. Spätestens, wenn man zu Beginn des fünften Kapitels alle nötigen Fähigkeiten beisammen hat, wird’s aber gerne mal ein wenig fummelig. Gerade das Umschalten zwischen Einzel- und Teamangriffen sorgt in der Hitze des Getümmels regelmäßig für Probleme. Es ist nicht gerade förderlich, wenn man eigentlich zuschlagen will und stattdessen plötzlich auf dem Hoverboard durch die Gegend schwebt. Dabei ist das Ding eigentlich ein extrem nützliches Gadget, mit dem wir nicht nur schnell über die Inseln flitzen, sondern auch sonst unpassierbare Untergründe mühelos überwinden können. Für alles andere gibt es den Manawurf, eine Art spektraler Enterhaken, der aber eine passende Möglichkeit zum Einhaken voraussetzt. 

Das Vogelvieh hat unserem Team ordentlich eingeheizt. Frisch gerupft wandern die fallengelassenen Ressourcen direkt in unser Inventar. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Ys: Proud Nordics ist ein wahres Paradies für Entdecker und leidenschaftliche Schatzsucher, denn Ressourcen aller Art und versteckte Passagen gibt es quasi überall – wenn ihr die nötigen Talente dafür mitbringt, diese auch aufzudecken. Ein wenig Backtracking bleibt euch also nicht erspart, was angesichts der bereits erwähnten Schnellreise jedoch kein Problem darstellt. Eher problematisch ist da schon die Kameraführung, welche auf engerem Raum gerne mal den Fokus verliert und einem die Übersicht arg erschwert. Dass man dabei ungewollt mal in eine Wand rollt oder ein Blockfenster verpasst, kann einem auf höheren Schwierigkeitsgraden schnell zum Verhängnis werden. Hoverboard, Elementarangriff und Co. können im Kampf übrigens auch genutzt werden und lassen sich in der Neuauflage mit einer speziellen Ressource weiter verbessern, während sich die Meisterschaft von Fähigkeiten mithilfe seltener Blitzfragmente signifikant verkürzen lässt.

Die Technik bleibt veraltet

So sinnvoll die zahlreichen inhaltlichen wie spielerischen Erweiterungen innerhalb der Neuauflage auch sein mögen, so altbacken bleibt die visuelle Präsentation, die dem aktuellen Stand des Möglichen locker zwei Generationen hinterher hängt und – von Auflösung und Bildrate einmal abgesehen – ganz sicher auch noch auf der PlayStation 3 lauffähig gewesen wäre. Selbst der eigentlich zeitlose Anime-Stil kann nicht über die tristen Umgebungen hinwegtäuschen, besonders auf dem Meer wirkt das Spiel schlicht hässlich, da spielt es auch keine Rolle, dass PlayStation 5 und Nintendo Switch 2 bereits natives 4K und geschmeidige 60 Bilder im Grafikmodus anbieten, während der Leistungsmodus bei reduzierter Auflösung sogar die doppelte Bildrate anpeilt. Die Originalversion erschien noch für die jeweiligen Vorgängermodelle und sah schon längst nicht mehr gut aus, wobei vor allem die Nintendo Switch nochmal ordentlich Federn in allen Segmenten lassen musste. 

Knackscharf und trotzdem nicht schön: Der hochauflösende Modus funktioniert einwandfrei, offenbart die veraltete Präsentation aber umso mehr. | PlayStation 5 Pro, Grafikmodus

Und so ist es eben die Nintendo Switch 2, die hier am ehesten profitiert. Selbst, wenn ihr die ursprüngliche Fassung über Abwärtskompatibilität startet, dürft ihr euch bereits über einige Verbesserungen freuen. Wer aber Ambient Occlusion, eine deutlich erhöhte Renderdistanz, bessere Schatten und dichtere Vegetation will, kommt um das Vollpreisupgrade nicht herum. Besonders ärgerlich: Bestehende Spielstände werden auf keiner Plattform übernommen, ihr müsst zwangsläufig ein komplett neues Spiel starten. Lediglich auf PC wird ein kleiner Rabatt angeboten, der in meinen Augen jedoch so niedrig ist, dass man ihn fast wieder ignorieren kann. Die Zwischensequenzen sehen dank der immer noch gut umgesetzten Charaktere nicht schlecht aus, Atmosphäre ist auf jeden Fall vorhanden. Alles in allem wird aber überdeutlich, dass die Reihe DRINGEND eine komplett neue und vor allem zeitgemäße Engine benötigt. 

„Als alter JRPG-Liebhaber bin ich immer froh, wenn ich unverhofft Zugang zu einem vielversprechenden, neuen Franchise finde. Dass mir die Ys-Reihe solange unbemerkt blieb, ärgert mich. Denn hier finde ich alles, was mir an dem Genre seit jeher so viel Freude bereitet: Eine gut erzählte Geschichte inklusive liebenswürdiger Charaktere, dynamische Kämpfe mit einzigartigem Twist und unaufdringliche Nebenbeschäftigungen. Verglichen mit dem Original ist Ys X: Proud Nordics nochmals in vielerlei Hinsicht sinnvoll verbessert worden, technisch profitieren allerdings am ehesten Besitzer einer Nintendo Switch 2. Über manch problematische Kleinigkeit lässt sich hinwegsehen, die insgesamt völlig veraltete Technik lässt sich dagegen nicht unter den Tisch kehren. Und genau die ist es am Ende auch, die diese sonst absolut empfehlenswerte Neuauflage von höheren Wertungssphären fernhält. Auf Ys XI freue ich mich jetzt aber trotzdem wie ein Schnitzel.“

  • Gut erzählte Geschichte…
  • …mit sympathischen Charakteren
  • Gelungene Atmosphäre im Setting nordischer Mythologie
  • Solide inszenierte Zwischensequenzen
  • Motivierendes, leicht zu erlernendes Kampfsystem…
  • …mit eigenständiger Identität
  • Abwechslungsreiche Dungeons und Bosskämpfe
  • Komplett ohne Vorkenntnisse spielbar
  • Angemessener Gesamtumfang ohne nennenswerte Längen
  • Viele Nebenmissionen und Aktivitäten
  • Sinnvolle spielerische Verbesserungen und Erweiterungen
  • …inklusive optionaler Hilfen
  • Fair ausbalancierte Schwierigkeitsgrade
  • Öland als komplett neuer Schauplatz…
  • …der die bestehende Geschichte weiter vertieft
  • Sehr gute japanische Sprecher
  • Saubere deutsche Lokalisierung
  • Stimmiger Soundtrack
  • Mustergütige Menüführung
  • Grafisch insgesamt völlig veraltet
  • Keine durchgehende Sprachausgabe
  • Etwas unmotivierte englische Sprecher
  • Schiffsbedienung extrem sensibel
  • Bedienung vor allem im Kampf etwas fummelig
  • Konsolen ohne Upgrade-Option für Besitzer des Originals

Entsprechende Rezensionsmuster sind uns freundlicherweise von NIS America zur Verfügung gestellt worden.

*Unsere Links werden nicht mit einer Monetarisierung versehen.

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