Zwanzig Jahre sind vergangen, seit zum letzten Mal ein Final Fantasy für eine Konsole aus dem Hause Nintendo veröffentlicht worden ist. Nun endlich dürfen sich auch Besitzer einer Nintendo Switch 2 auf Final Fantasy VII: Remake Intergrade stürzen. Wie gut der technisch immer noch anspruchsvolle Titel sich dort spielt, klären wir für euch in unserem Kurztest.


Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix
Plattform: Nintendo Switch 2
Veröffentlichungsdatum: 22. Januar 2026
Preis: ab 49,99€*
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Metacritic | OpenCritic | IMDB


Retailversion ohne physischen Datenträger

Spiel’s noch einmal, Cloud
Über die Geschichte von Final Fantasy VII muss wohl nicht mehr allzu viel geschrieben werden. Sehr wohl aber über dessen Vermächtnis, denn keinem anderen Titel ist es in der Gesamtgeschichte der Videospiele gelungen, gleich zwei Generationen von Hardware maßgeblich zu definieren und in dem dazwischenliegenden Raum von satten zwanzig Jahren so ziemlich jeden Mitbewerber im Genre nachhaltig zu prägen. Die zeitlos brillant geschriebenen Charaktere sind längst zu unsterblichen Legenden geworden und beinahe so bekannt wie Mario. Selbst, wenn man sich mit dem Medium nie richtig beschäftigt hat, klingelt bei Namen wie Cloud Strife und Sephiroth zumindest entfernt irgendetwas im Hinterkopf. Errungenschaften, denen man nur ehrfürchtig Anerkennung zollen kann.

Das dramatisch erweiterte und dementsprechend auf drei separate Titel aufgeteilte Remake baut nicht nur auf diesen zentralen Tugenden auf, sondern verfeinert das bestehende Konzept des Originals auf Basis aktueller technischer Möglichkeiten. So kommen nicht nur Einsteiger, sondern auch eingefleischte Veteranen voll und ganz auf ihre Kosten. Alleine der erste Teil ging weltweit insgesamt über sieben Millionen Mal über die Theken, das Sequel dürfte sich ähnlich gut oder sogar besser verkauft haben. Gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die langen Exklusivrechte auf PlayStation den potenziellen Kundenstamm ordentlich eingeschränkt haben dürften. Mit der nachträglichen Veröffentlichung für Nintendo Switch 2 und XBOX Series wurden nun auch die letzten verbliebenen Lücken geschlossen. Hat ja auch nur knapp fünf Jahre gedauert.

Glücklicherweise fühlt sich das Remake nicht minder zeitlos wie das Original an. Obwohl es je nach Plattform nicht mehr ganz frisch aussieht, ist der Spielspaß ungebrochen hoch. Die filmreife Inszenierung lässt garantiert kein Auge trocken und bis zum endgültigen Abschied aus Midgar könnt ihr locker bis zu hundert Stunden Spielzeit einplanen – die Erweiterung rund um die Diebin Yuffie natürlich mit eingerechnet, welche hier übrigens ohne zusätzlichen Aufpreis gleich mitgeliefert wird.
Mit der Veröffentlichung erhalten sämtliche bestehende Plattformen via Update eine ganze Reihe neuer, optionaler Spielhilfen. Damit lassen sich unter anderem Lebens- und Magiepunkte ebenso maximieren wie die Qualität gefundener Materia. Perfekt für alle, die sich bisher erfolglos mit ein paar der schwierigeren Erfolge geplagt haben.
Kurzum: Ein absolutes Must-Play. Und während die Fassung für XBOX Series X technisch vollkommen identisch zur bereits erhältlichen Portierung für PlayStation 5 ist und daher nicht weiter besprochen werden muss, stellt sich uns doch die Frage, wie das Ganze auf der Nintendo Switch 2 läuft.
Vom Suchen und Finden der Mitte
Die kurze Antwort lautet: Gar nicht mal schlecht. Aber ich weiß, dass ihr mehr ausführlichen Informationen interessiert seid. Und wir wären nicht M-Reviews, wenn wir diesem Wunsch nicht gerne nachkommen würden. Blicken wir zunächst auf die Auflösung im Dock, wo maximal 1080p erreicht werden, ist es sehr stark abhängig von Bildschirmgröße und Entfernung des Spielers, wie ihr das Spiel verglichen mit PlayStation 5 und XBOX Series X wahrnehmt. Die technisch überlegene Konkurrenz liefert nämlich bereits im Leistungsmodus mindestens 1440p, was in einem sichtbar schärferen Bild resultiert, wobei die Auflösung situationsbedingt sogar noch höher sein kann. Unterwegs wird das Spiel auf Basis von 720p mithilfe von DLSS hochskaliert, was dank sauberer Implementierung gar nicht schlecht ausschaut.

Die allgemeine Grafikqualität bewegt sich dabei stetig schwankend irgendwo zwischen PlayStation 4 und PlayStation 5. Gerade im Segment der Texturqualität und Schattendarstellung muss man am ehesten mit Einschnitten rechnen – leider nicht auf eine Weise, bei der man ganz genau hinsehen müsste, um diese Differenzen auszumachen. Nicht selten stößt uns das Spiel mit der Nase direkt in Richtung extremst matschiger Felswände oder ähnlich unansehnlicher Oberflächen. Auch die Darstellungsdistanz wirkt im direkten Vergleich um ein ordentliches Stück eingeschränkt. Lediglich Modelle und Beleuchtung punkten mit anhaltend identischer Qualität. Zudem profitiert die Nintendo Switch 2 massiv von der internen Hochgeschwindigkeitsfestplatte, was in angenehm kurzen Ladezeiten resultiert.

Das mitunter größte Manko liegt in der Bildrate, die alternativlos auf 30 Bilder pro Sekunde beschränkt ist. Die erreicht die Konsole zwar unabhängig vom Dockmodus durchgehend zuverlässig, trotzdem fühlt sich das im Ergebnis nicht besonders gut an – selbst dann, wenn man den Titel nie woanders gespielt hat. In den ruhigeren, cineastischen Momenten mag das noch kein Problem sein, die temporeichen Kämpfe leiden dagegen sehr unter dieser technischen Einschränkung. Nicht wenige der zahlreichen Bosskämpfe fordern einem regelmäßig schnelles Reaktionsvermögen ab, was einen Leistungsmodus nur noch schmerzlicher vermissen lässt. In der Summe eignet sich diese Version nur für jene, die absolut keine andere Möglichkeit haben, das Spiel zu erleben. Selbst im mobilen Bereich gibt es mit dem ASUS ROG Xbox Ally eine bessere Option, die nicht nur besser aussieht, sondern sich auch dramatisch flüssiger spielen lässt.

Bedenkt man, dass gerade neben dem dritten Teil auch an mindestens einer Portierung von Rebirth gearbeitet wird, kann man sich schon ausmalen, dass der sehr viel leistungshungrigere Nachfolger weitere Kompromisse erforderlich machen wird. Dass die Nintendo Switch 2 nach einem halben Jahr auf dem Markt abseits des First-Party-Angebots bereits solche Schwächen offenbart, halte ich für alarmierend, bestätigt mich allerdings anhaltend in meiner zum Release geäußerten Befürchtung. Die Bedienung geht auch mit Joy-Cons anhaltend gut von der Hand, Sprecher und Soundtrack sind anhaltend exzellent. Mit knapp fünfzig Euro verlangen Square Enix für meinen Geschmack allerdings einen stolzen Preis für ein fünf Jahre altes Spiel, dem keinerlei neue Inhalte innewohnen.

„Während Geschichte, Charaktere und Inszenierung auch auf der Nintendo Switch 2 den zeitlos-genialen Charakter des Spiels unterstützen, sieht es technisch leider nicht ganz so gut aus: Gerade auf größeren Bildschirmen lassen sich die technischen Downgrades inklusive niedrigerer Auflösung im Vergleich zu anderen aktuellen Plattformen nur allzu leicht ausmachen, während die limitierte Bildrate vor allem Gefechte negativ beeinflusst. Insgesamt sehr wohl besser als auf der PlayStation 4, ist das Gesamterlebnis doch weit von dem Gesamteindruck von deren Nachfolger entfernt. Dementsprechend eignet sich der stetig schwankende und nicht gerade preiswerte Mittelweg wirklich nur für Alternativlose. Die sollten auf diesen fantastischen Titel natürlich trotzdem nicht verzichten.“


- Anhaltend ansehnliche Licht- und Effektkulissen
- Gelungene DLSS-Implementierung im tragbaren Modus
- Inhaltlich auf jeder Ebene zeitlos faszinierend
- Bis zu einhundert Stunden Gesamtumfang
- Yuffie-Episode im Paket enthalten
- Gut umgesetzte Bedienung
- Angenehm kurze Ladezeiten
- Neue, optionale Spielhilfen für sämtliche Plattformen

- Visuell stellenweise mit deutlichen Kompromissen gegenüber den übrigen Plattformen
- Bildratenbegrenzung mit unschönen Auswirkungen auf Reaktionszeit und Fluidität in Kämpfen
- Gemessen am Alter des Spiels zu teuer – zumal die physische Fassung ebenfalls nur einen Code enthält

Entsprechende Rezensionsmuster sind von uns auf eigene Kosten gestellt worden.
*Unsere Links werden nicht mit einer Monetarisierung versehen.
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