UHD: „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“

                                           
                                                 Getestet und verfasst von General M 

           Quelle Bildmaterial: „Mission: Impossible – Phantom Protokoll, ©2011 Paramount Pictures. All rights reserved.

                                                                 Ab sofort erhältlich

71ms0IqI8ML. SL1200 Nach den vielen Kontroversen, die besonders den Hauptdarsteller und Produzenten der bis dato so erfolgreichen Filmreihe, Tom Cruise, während der gesamten Veröffentlichungszeit des dritten Teils begleiteten, sah es lange Zeit so aus, als wäre „Mission: Impossible 3“ auch der letzte Film der Serie gewesen. Dementsprechend vergingen bis zum nächsten Teil nicht nur ganze fünf Jahre, auch entschied man sich dabei für ein Soft Reboot, welche den Grundstein für eine neue Trilogie legen sollte. Cruise übernahm hier erneut die Rolle des Ethan Hunt und agierte gleichzeitig abermals zusammen mit Paula Wagner als Produzent. Für den Regieposten wählte er Brad Bird, der zuvor eine überaus erfolgreiche Karriere als Animationsdirektor bei Pixar hingelegt hatte und mit „Phantom Protokoll“ sein Debut in Sachen Realfilm gab. Mit Simon Pegg, Jeremy Renner und Paula Patton als neue Teammitglieder sowie dem mittlerweile verstorbenen Michael Nyqvist als Oberschurken überzeugte der Neustart dann nicht nur durch seine Besetzung, sondern auch an den Kinokassen. Gemeinsam mit den restlichen Teilen der Reihe erschien auch Film Nummer 4 nun als brandneue UHD in den Regalen. Und die muss sich natürlich wie alle anderen Filme auch auf unserem Prüfstand bewähren.

Der Film

Um den geheimnisvollen Terroristen, der nur unter seinem Decknamen „Cobalt“ bekannt ist, festzusetzen, befreit IMF – Einsatzleiterin Jane (Paula Patton, „Warcraft“) gemeinsam mit dem frisch in den Außendienst beförderten Agenten Brandt (Jeremy Renner, „The Avengers“) sowie Hacker Benji Dunn (Simon Pegg, „Star Trek“) niemand geringeren aus einem russischen Gefängnis als Ethan Hunt (Tom Cruise, auch Produktion) – der hatte sich dort als Maulwurf eingeschleust und soll das Team mithilfe seiner Informationen nun auf die Spur von Cobalt bringen. Die führt unmittelbar hinter die Mauern des Kremls. Doch das Team wird kompromittiert und kann gerade noch so entkommen, ehe ein verheerender Bombenanschlag große Teile des historischen Regierungssitzes zerstört. Da die Russen nun unmittelbar eine amerikanische Verstrickung in den Anschlag vermuten, ruft der U.S. – Präsident das sogenannte „Phantom Protokoll“ aus, in dessen Konsequenz sämtliche Mitarbeiter des IMF für vogelfrei erklärt werden. 

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Um die wahren Hintergründe des Anschlags aufzuklären, gehen Hunt und sein Team in den Untergrund. Der wahre Verantwortliche, Cobalt, ist währenddessen darauf aus, die Welt in einen Atomkrieg zu stürzen, um der Menschheit so auf die nächste Stufe der Evolution zu verhelfen. Die Bombe dazu hat er bereits, lediglich die Aktivierungscodes befinden sich noch nicht in seinen Händen. Diese sollen bei einem Austausch zwischen seinen Männern und der Killerin Moreau in Dubai nun ebenfalls den Besitzer wechseln. Klar, dass Hunt und Co. da noch ein Wörtchen mitzureden haben…

Die Rezension

Der Neustart hat der Reihe unglaublich gut getan. Mit frischen Ideen, einer spannenden Story sowie genau dem richtigen Mix aus spektakulärer Action und augenzwinkerndem Humor besinnt sich „Phantom Protokoll“ nicht nur auf die Stärken der Reihe, sondern auch auf die seiner Darsteller. Zwar wirkt Michael Nyqvist als Antagonist über weite Strecken überraschend blass, da der Film ihm kaum mehr Screentime als nötig schenkt, um seinen Charakter wenigstens halbwegs glaubhaft etablieren zu können, vieles andere macht diesen Umstand aber mehr als wett. Die bis heute legendäre Szene, in der sich Hauptdarsteller Tom Cruise höchstpersönlich und ganz ohne Stuntman in schwindelerregenden Höhen am Burj Khalifa hinaufbewegt, sorgt nicht nur bei Zuschauern mit akuter Höhenangst für große Augen. Und das ist nur einer von vielen wunderbar in Szene gesetzten exotischen Schauwerten des Films, der an Originalschauplätzen wie Prag, Moskau und anderen edlen Lokalitäten entstanden ist. 

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Die 132 Minuten Laufzeit vergehen dabei wie im Flug. Der vierte Beitrag zur Reihe ist gleichzeitig auch der bisher Beste. Und das sahen nicht nur die Kritiker so, sondern auch die Kinozuschauer, die ihn zum erfolgreichsten Teil seit Bestehen der Filmreihe erhoben und somit deren weiteren Fortbestand in trockene Tücher wickelte. Die Chemie zwischen den Darstellern funktioniert hervorragend, was es besonders schade macht, dass es hier beim einzigen Auftritt von Paula Patton bleiben sollte. Und auch Brad Bird bewies eindrucksvoll, dass er bei der Umsetzung eines Realfilms ebenso glänzen kann wie sonst bei seinen Animationswerken. Inhaltlich sollte „Phantom Protokoll“ also in keiner Actionsammlung fehlen.

Die UHD

Nicht nur, dass die bisher erhältliche Blu-Ray bereits einen hervorragenden Job gemacht hat, auch hat sie überraschenderweise auch Deutschen TrueHD – Ton an Bord. Entsprechend hoch war die Hoffnung, dass eben dieser Ton auch seinen Weg auf die neue UHD finden würde. Doch zuerst wie immer einige Worte zur Bildqualität. „Phantom Protokoll“ entstand überwiegend auf analogem Filmmaterial, enthielt aber auch einige Sequenzen im damals noch experimentellen IMAX – Format, die selbst in gewöhnlichem Full HD absolut hervorragend aussehen. Basierend auf dem Ausgangsmaterial entstand daraus später ein natives 4K – Master, welches dann in runterskalierter Form später auch seinen Weg auf Blu-Ray und DVD fand. Und genau dieses Master hat man nun auch für die UHD herangezogen, was bedeutet, dass man es hier zum ersten Mal seit Teil 1 wieder mit einem nativen Master zu tun bekommt. Das Ergebnis ist über weitere Strecken einfach nur fantastisch und macht die Ärgernisse mit Teil 3 fast wieder vergessen. Besonders in den zahlreichen weitläufigen Außenaufnahmen lässt die 4K – Scheibe ihre Muskeln spielen und präsentiert hier sensationelle Detailtreue sowie mustergütige Plastizität. In Nahaufnahmen offeriert die UHD nicht minder detaillierte Gesichter. Auch die Schwarzwerte bewegen sich auf großartigem Niveau und fallen zu jeder Zeit kräftig und sehr imposant aus. So ist „Phantom Protokoll“ wieder ein hervorragendes, fast referenzverdächtiges Beispiel für eine gelungene 4K – Umsetzung. Zwar sorgt der Einsatz von nochmals wärmeren und kräftigeren Farben gelegentlich für eine leichte Übersaturierung, die besonders in dunklen Szenen bei den Gesichtern etwas seltsam wirkt, den vielen Panoramen und nahezu sämtlichen anderen Szenerien tut der Einsatz des erweiterten Farbraums sowie die je nach Abspielgerät zum Einsatz kommende höhere Bilddynamik von HDR10 und Dolby Vision aber sehr gut. Bildstörungen sind abseits gelegentlich auftretenden Randflimmerns keine auszumachen, dies bleibt aber dem Ausgangsmaterial geschuldet und kann entsprechend kaum geahndet werden. Dankbarerweise eliminiert die UHD nun auch den leichten Grünstich der Blu-Ray, das Bild wirkt somit wesentlich natürlicher und ausgeglichener. Kurzum, eine wirklich hervorragende Umsetzung. 

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Umso mehr stellt sich dem mittlerweile leicht verzweifelten Rezensionisten (der bin ich) die Frage, warum Paramount nicht einfach die fantastische TrueHD – Spur der Blu-Ray mit auf die UHD gepackt hat. Stattdessen hat man hier abermals nur stark komprimierten Ton im veralteten Dolby Digital 5.1 – Format untergebracht, während abermals nur die Englische Tonspur in den Genuss des höherwertigen Formates kommt. Wieso? WIESO? Die bessere Spur ist doch vorhanden! Warum also die mit hörbar weniger Wumms und Dynamik ausgestattete DVD – Variante heranziehen? Ich verstehe es nicht. Zwar kann selbst die alte Tonse auf aktuellen Heimkinosystemen überzeugen, da sie ein ebenso dichtes und prächtiges Effekt- und Raumklanggewitter abfeuert, an die höhere Qualität der TrueHD – Spur reicht sie aber erwartungsgemäß nicht ran. Noch ein Film der Reihe liegt vor mir, eingeschlossen diesem Review liegen entsprechend vier Filme hinter mir. Und je weiter ich fortschreite, desto größer wird der Groll, den ich als Cineast durch und durch gegen diese lauen, von Faulheit, Kosteneffizienz und Nachlässigkeit geprägten Veröffentlichungesmethoden von Paramount hege. So auch wieder beim Bonusmaterial. Zwar finden sich auf der beiliegenden Blu-Ray eine Handvoll durchaus interessanter, abermals recycleter Features wieder, den Löwenanteil der Extras hat man aber seinerzeit auf einer Bonusdisc untergebracht, die hier wieder mal durch Abwesenheit glänzt. So bekommt man nicht den ganzen Kuchen geboten, aber immerhin ein Stück. Und eben auf dieser Blu-Ray findet man dann auch weiterhin die wunderbare TrueHD – Spur. Hach, es ist manchmal einfach nicht schön…   

Fazit

ava4„Mit ´Phantom Protokoll´ hat Regisseur Bird die Reihe wieder zu alter, ja sogar zu bisher ungekannter Größe zurückgeführt. Hier stimmt bis auf den eher blassen Bösewicht fast alles: Tolle Schauplätze, einwandfreie Action und eine spannende Handlung sorgen gepart mit der richtigen Dosis Humor für gute zwei Stunden Vergnügen am Bildschirm. Die UHD präsentiert sich dabei besonders in Sachen Bildqualität im Referenzbereich und zeigt eindrucksvoll die Stärken des neuen Mediums auf. Unbedingte Kaufempfehlung, möchte man meinen. Ja, wenn Paramount bei der hiesigen Veröffentlichung nicht abermals so geschlampt hätte. Hier einen qualitativ schlechteren Deutschen Ton anzubieten als auf der seit Jahren erhältlichen Blu-Ray ist einfach nur unverständlich und dreist, auch der Verzicht auf einen Großteil des Bonusmaterials hierzulande nervt. So ist das Release zum vierten Mission: Impossible ein wenig wie ein dicker, gelber Pickel auf dem Gesicht von Lena Gehrke: Er macht eine hübsche Frau im Grunde nicht weniger attraktiv, stört aber trotzdem irgendwie. So müssen Komplettisten hier nicht nur die UHD ins Regal stellen, sondern auch die handelsübliche 2 Disc – Blu-Ray. Und selbst dann hat man wegen der Differenzen beim Ton immer noch nichts halbes und nichts ganzes parat.“

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