Final Fantasy X/X-2 HD Remaster – Willkommen auf dem PC!

                                    Getestet und verfasst von General M 

Vor kurzer Zeit hatte ich das große Vergnügen, Final Fantasy IX, dessen Ursprünge noch auf der ersten Generation der PlayStation liegen, in seiner aufbereiteten Version auf dem PC testen zu dürfen. Wie erwähnt, fanden über die letzten Jahre mehr und mehr Serienklassiker ihren Weg von teilweise längst vergessenen Konsolen auf moderne Computer. Obwohl lange vermutet, wurde erst Ende letzter Woche sehr kurzfristig auch die Veröffentlichung der bereits auf PlayStation 3 und PlayStation 4 portierten Version von Final Fantasy X-X-2 HD Remaster angekündigt. Die erschien dann bereits am nächsten Tag für momentan reduzierte 19.99€ auf Steam. Eine Box – Version gibt es nicht. Wie sich Tidus und Co. auf dem PC schlagen, zeigt unser Test! 

Altes Blut in neuen Venen

Die etwas ältere Generation hat seinerzeit womöglich noch die PS2 – Originalfassung des Spiels besessen. Tatsächlich gehört vor allem Teil 10 zu den besten Titeln der Reihe und stellte eine würdige Fortsetzung des neunten Ablegers dar. Die komplexe Handlung um die Hauptcharaktere Tidus und Yuna, die mit einer Vielzahl verschiedener Verbündeter den drohenden Untergang ihrer Welt Spira durch das dämonische Böse „Sin“ abzuwenden versuchen, gehört heute zu den Klassikern. Das lag mitunter auch daran, dass Teil 10 durch die damalige Leistungsfähigkeit der PS2 auch der erste Serienableger war, der mit vollständig animierter 3D – Grafik und erstmals auch einer vollständigen Sprachausgabe aufwartete. Klar, heutzutage mag man den technischen Aspekt des Spiels eher belächeln, aber wer um die Beliebtheit und Langlebigkeit gerade älterer FF – Titel weiß, wird wissen, dass Grafik nie den Reiz der Reihe ausgemacht hat. Die Erstveröffentlichung des Spiels liegt übrigens beinahe 14 Jahre zurück. Durch den großen Erfolg veröffentlichte man dann gut 2 Jahre später die Fortsetzung Final Fantasy X-2, welche die Geschichte fortsetzt und offene Fragen beantwortet. Auch dieser Teil gehört zur Sammlung dazu und bietet in Kombination mehrere Hundert Stunden Spielspaß, wenn man wirklich ALLES entdecken möchte.

FinalFantasyXHDcomparisonFür das HD – Remaster wurde das Spiel liebevoll überarbeitet und auch neue Inhalte eingefügt, in deren Genuss man bisher außerhalb des asiatischen Raums nie gekommen ist. Außerdem wurde der atmosphärische Soundtrack komplett neu eingespielt und lässt dem Spieler zu Beginn die Wahl, ob man mit alter oder neuer Vertonung spielen möchte. Zusätzlich wurde die Technik massiv aufpoliert. Da wir hier aber von einem Remaster sprechen und nicht von einem Remake (beides wird gerne miteinander verwechselt), sollte man keine grafische Offenbarung erwarten. Dennoch kann sich das Remaster sehen lassen. Die Portierung auf Auflösungen von wenigstens 1080p (PS3, PS4, PC) lassen das Spiel in Kombination mit den zumeist völlig überarbeiteten Texturen und Charaktermodellen den Klassiker in neuem Glanz erstrahlen. Der Screenshot macht das besonders deutlich anhand der Bodentexturen, der verbesserten Farbgebung und der Darstellung von Hauptcharakter Tidus. Am Spiel selbst wurde jedoch nichts verändert. Wer das Spiel kennt, wird inhaltlich keine Überraschungen erleben, so dass sich der Titel beispielsweise mit dem zur PS2 – Fassung zugehörigen Lösungsbuch gleichermaßen gut bewältigen lässt. Dafür macht es einem die Remaster – Version durchaus einfacher, die teils knackigen Kämpfe zu bestehen, indem es einige Spielhilfen integriert hat, die auf Wunsch aktiviert werden können. So kann die Anzahl feindlicher Begegnungen nach Belieben erhöht oder gesenkt werden, aber auch die Geldbörse sofort bis zum Maximum aufgefüllt werden. Puristen werden darüber nur müde lachen. Aber gerade Einsteiger, die einfach die wunderbare Geschichte erleben möchten, werden über diese Hilfen dankbar sein, die außerdem auch das Erlangen von Achievements nicht behindern. 

20160519122352 1

Obwohl die PC – Version wie sämtliche anderen Fassungen nie schneller läuft als mit 30 Frames pro Sekunde (bedingt durch die entsprechend alte Engine des Originals), so stellt sich doch zu jeder Zeit ein stabiles Bild dar, welches sich ferner durch Techniken wie verbessertes Anti – Aliasing und Beleuchtung sogar noch ein kleines Stück über der im letzten Jahr erschienenen PS4 – Version befindet. Im Gesamtbild schenken sich die Versionen zwischen PS3, PS4 und PC abgesehen von jeweils schärferen Texturen aber kaum etwas, so bleibt es guten Gewissens jedem selbst überlassen, zu welcher Variante er greifen möchte. Löblich ist auch, dass man das Problem der Controllererkennung, welches FF9 noch immer inne hat, mittlerweile in den Griff bekommen hat. Bei FFX jedenfalls wird der Controller von Anfang an korrekt erkannt und läuft wunderbar. 

Griff in die Geschichte

Über das Spiel selbst muss da beinahe nicht mehr viel gesagt werden. Wie erwähnt dreht sich der gewaltige Epos um die Geschichte des jungen Tidus, der das Medium Yuna mitsamt einer Truppe williger und vielseitiger Helden durch ein langes Abenteuer auf der Suche nach einem Weg begleitet, die alles verschlingene, scheinbar unsterbliche Monstrosität Sin zu besiegen. Vor dem herzzereißenden Ende, über das ich hier natürlich kein Wort verlieren werde, gilt es, mehrere Nebenhandlungen zu erleben, die sich unter anderem mit dem einst mysteriösen Verschwinden von Tidus Vater Jekkt drehen, der wie sein Sohn ein berühmter Blitzball – Spieler gewesen ist. Natürlich kommen auch Romanzen, Selbstfindungselemente und eben all das nicht zu kurz, was man von einem guten Final Fantasy erwartet. Teil 2 bietet dagegen eine qualiativ nicht ganz so interessante und fesselnde Geschichte, ist dennoch ebenfalls als gelungen zu bezeichnen. Die Tatsache, dass sich das Review hauptsächlich auf den ersten Teil bezieht, liegt daran, dass dieser wohl am ehesten bekannt und bei einer Kaufentscheidung maßgeblich ausschlaggebender in seiner Qualität ist. Dennoch darf die Fortsetzung natürlich nicht vergessen werden! 

20160519122525 1
 
Auch Änderungen im Kampfsystem brachte die neue Ära des Final Fantasy mit sich. Statt ATB – Balken wird je nach Charakter- und Gegnerwerten ermittelt, wer wann am Zug ist. Dabei kann man mithilfe einer eingeblendeten Übersicht taktische Vorteile gewinnen, indem man etwa bewusst den Gegner angreift, der zwischen zwei eigenen Zügen an der Reihe ist. Sollte dieser Gegner besiegt werden, fällt er aus der Gleichung und man erspart sich, den entsprechend austeilten Schaden zu kassieren. Stellenweise ist es natürlich taktisch klug, nur bestimmte Gegner anzugreifen. Eben jene zum Beispiel, die besonders ungünstige Attacken oder gar Debuffs austeilen. Das System funktioniert damals wie heute wunderbar und hat durchaus zeitlosen Charakter. Zwar levelt man durch Kampferfahrung dafür wie gewohnt automatisch auf, die Charakterentwicklung selbst bestimmt aber das bis heute einzigartige Sphärobrett. Durch von Gegnern erbeutete Items lassen sich für jeden Charakter zahllose Verbesserungen erwerben, darunter natürlich eine massive Anhebung von Werten, aber auch neue Fähigkeiten. Hier kann man dann nach Belieben bestimmen, in welche Richtung man einen Charakter entwickeln möchte, wenngleich das einfache Sphärobrett gewisse Richtungen vorgibt und erst später gravierende Abweichungen ermöglicht. Das Profi – Spährobrett dagegen lässt jedem die Wahl, ob er aus Tidus beispielsweise einen Heiler machen möchte, Wakka zu einem Zauberer etc. So ergeben sich viele verschiedene Kombinationen, die allesamt ausprobiert werden können. Natürlich sollte eine Gruppe stets gut strukturiert sein, damit gerade die anspruchsvollen Boss – Kämpfe nicht zu einer Tortur ausarten! 

Fazit und Wertung

ava „Seinerzeit war ich als Nicht – Besitzer einer PlayStation 2 außen vor, was mich immer geärgert hat. Spätestens mit der Neuveröffentlichung auf PS3 konnte ich endlich nachholen, was man eigentlich als Fan nicht verpassen sollte. Das Bündel aus FFX und FFX-2 bietet hunderte Stunden Spielspaß, erzählt dabei eine wunderbare, emotionale Geschichte und präsentiert eine liebevoll aufbereitete Grafik und gewohnt tolles Gameplay. Auf dem PC wird technisch die beste Version geboten, die Portierung kann sich sehen und spielen lassen. Fein gemacht!“

PRO: 

+ Liebevoll aufbereiteter Klassiker
+ Wunderschöner Soundtrack
+ Nach Wunsch kann jederzeit zwischen alter und neuer Untermalung gewechselt werden
+ Enorm umfangreiche Spieleklassiker
+ Präzise Bedienung mit Gamepad
+ Toll erzählte Geschichte
+ Sphärobrett fügt sich wunderbar ins Spielsystem ein
+ Blitzball macht immer noch unglaublich viel Spaß
+ Mit 19,99€ unschlagbarer Preis

CONTRA

– Nicht immer überzeugende Sprecher (Tidus)
– Teil 2 kann qualitativ nicht ganz mit dem Hauptspiel mithalten
– Cutscenes können immer noch nicht übersprungen werden

                                       GESAMTWERTUNG:       90%

Die hier veröffentlichte Meinung stellt lediglich die Meinung des Autors dar und muss nicht zwangsläufig auch die von Wrestling-Point.de, M-Reviews und allen unterstehenden Mitarbeitern sein.

©2016 Wrestling-Point.de/M-Reviews