Dark Souls III™ – The Ringed City im Test (oder: Ein letztes Mal Hölle)

                                            Getestet und verfasst von General M

Vor knapp einem Jahr erschien mit Dark Souls III der offzielle letzte Teil einer Serie, welche selbst hartgesottene Gamer das Fürchten lehrte. Von uns bekam das Spiel damals trotz kleiner Schwächen eine sehr gute Wertung spendiert. Eine ganze Weile später erschien dann der erste DLC „Ashes of Ariandel“, welcher mit seinem eisigen Setting nett inszeniert war, aber dafür doch recht schnell durchgespielt war und darüber hinaus abrupt endete. Mit dem letzten DLC, der seit gestern für alle System erhältlich ist, schließt Entwickler From Software endgültig mit der Serie ab. Ein letztes Mal also erhebt sich mein Ritter mit Namen Fauntleroy um zu leiden, zu sterben und zu siegen. 

Tatsächlich macht „The Ringed City“ einiges besser als der letzte DLC. Zum einen ist das Gebiet eines der wohl Schönsten der gesamten Reihe, zum anderen bietet es die bisher knackigste Herausforderung im Spiel und hebt sich damit von dem etwas einfacheren Hauptinhalten ab. The Ringed City eignet sich dabei nur für extrem hochlevelige Veteranen, frische Charaktere oder Spieler unter Level 100 sollten die Reise gar nicht erst antreten. Der Weg zur Stadt ist unspektakulär und einfach zu erreichen, aber sobald man sich auf die ersten Pfade bewegt, wird man umgehend mit allem konfrontiert, was dem Spieler sonst Schweißperlen auf die Stirn treibt. Der verzweifelte Kampf um Deckungen, um einem nicht enden wollenden Feuersturm aus der Luft zu entgehen, ein Martyrium aus extrem starken Gegnergruppen am Boden…From Software zieht zum großen Finale nochmal alle Register. Hat man für einen Moment Ruhe und ist heile davongekommen, wartet mit einem riesengroßen Drachen gleich der Torwächter – Boss. Ich bin noch nicht mal in der Stadt angelangt und fühle mich bereits völlig ausgelaugt. Mein Herz rast, meine Hände krallen sich schwitzend um das Gamepad. Das ist Dark Souls, wie es sein sollte. Und bei Gott, ich liebe es.

20170329004415 1       Bereits der Weg zum neuen Gebiet gleich einem Albtraum, der einem alles abverlangt.  

Endlich in der Stadt angekommen, beginnt ein gefährlicher Abstieg nach unten. Leuchtfeuer gibt es nur wenige. Das erhöht den Druck noch mehr. Wer glaubt, das Schlimmste überstanden zu haben, irrt gewaltig. Spätestens jetzt wirft einem Souls alles entgegen, was es noch hat. Übermenschlich starke Gegner, Finstergeister am laufenden Band und vieles mehr. Ich werde verflucht, vergiftet und die Estus – Flakons gehen mehr und mehr zur Neige. Wo ist nur das nächste Leuchtfeuer?! 

Ein würdiger Abschluss

Eine gefühlte Ewigkeit später liegt der letzte Boss. Ich bin erleichtert und verspüre das bekannte Glücksgefühl, welches Serienveteranen nur zu gut kennen werden. Neue Waffen, Zaubersprüche und Rüstungen…habe ich auch nichts übersehen? Die Welt lädt zum Erkunden ein. Hier und da begegnet man interessanten Charaktere oder findet Verweise auf das erste Souls. Die Entwickler haben sich sichtbar Mühe gegeben, mit dem finalen DLC einen würdigen Abschluss zu finden. Und das ist absolut gelungen. Dabei hat man dennoch nie das Gefühl, aus unfairer Gründen gestorben zu sein – ein Spagat, der nachwievor meisterlich gelingt. Zwar gehören die Bosskämpfe zu den härtesten überhaupt, wer jedoch klug beobachtet und seine Mechaniken anpasst, hat gute Siegeschancen. Leider erreichen nicht alle diese Kämpfe gleiches, hohes Niveau. Aber das ist am Ende eher noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. 

20170329011309 1 Die Sichtweite ist einfach nur ein Traum. Die Stadt gehört zu den schönsten Gebieten der Reihe.

Im Gegensatz zum mittelmäßigen Ashes of Ariandel bekommt man hier für seine knapp 15€ außerhalb des Season Passes einiges geboten. Der Inhalt fühlt sich komplett und gut durchdacht an, lässt keine Fragen offen. Wer am Ende angelangt ist, wird ein letztes Mal die Befriedigung des Triumphes verspüren und anschließend weiter seiner Pfade zu New Game+ X wandeln. Dabei wird er dann sicher etwas wehmütig an dieses letzte große Abenteuer zurückblicken. Mit persönlich ergeht es so. In dem einen Spiel, wo das Leid zu einem gar masochistischen Vergnügen verkommt und man noch so oft verrecken kann – man legt den Controller ja doch erst aus der Hand, wenn der verdammte Boss besiegt wurde. Ich hoffe, From Software arbeitet bereits an würdigen Seriennachfolgern.

Fazit 

ava2 „Hut ab, From Software. Ihr habt es am Ende doch noch geschafft, einem erfahrenen und damit leidgeprüften Veteranen ein letztes Mal kalte Schauer über den Rücken zu jagen. Natürlich nur im positiven Sinne. Das Gebiet ist umfangreich, bietet viel zu entdecken und bietet die bisher härteste Herausforderung im dritten Souls. Damit ist „The Ringed City“ auch eine Hommage an eine treue, große Community, welche durch Interesse und Ausdauer dafür gesorgt haben, dass die Reihe über den asiatischen Markt hinaus überhaupt erst so groß werden konnte. Und wir, die Spieler, wir sagen Danke, From Software. Dafür, dass ihr uns so mit Hingabe habt leiden lassen. Klare Empfehlung!“

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