Blu-Ray: „High School Prodigies Have It Easy Even In Another World – Volume 1“

                                                      Getestet und verfasst von General M 

                                                     Ab sofort erhältlich als Blu-Ray, DVD und via Anime On Demand

81nTcgTGBmS. SL1500 High School Prodigies Have It Easy Even In Another World – ein Titel, der einem Zungenbrecher gleichkommr. Deshalb wird es mir hoffentlich niemand übel nehmen, wenn ich mich ab sofort und bis zum Ende mit den ersten drei Worten begnüge. Basierend auf der gleichnamigen Light Novel inklusive Manga aus der Feder von Riku Misora, wird auch hier die Geschichte von sieben ganz außergewöhnlichen jungen Menschen erzählt, die nach einem Flugzeugabsturz in einer komplett fremden, mittelalterlichen Welt aufschlagen und dort mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten für einigen Aufruhr sorgen. Klingt schrägt, ist aber tatsächlich ziemlich gut! 

Die erste Volume

Der japanische Premierminister Tsukasa Mikogami, Multimilliardär Masato Sanada, die Erfinderin Ringo Oroshi, Ärztin Keine Kanzaki, Journalistin/Ninja Shinobo Sarotori,  Schwertkämpferin Aoi Ichijo und der Zauberkünstler Prince Akatsuki betreten ein Flugzeug – was wie der Beginn eines seltsamen Witzes beginnt, ist hier der Anfang einer ganz und gar ungewöhnlichen Geschichte. Denn zwei Dinge haben die sonst völlig unterschiedlichen Charaktere allesam gemein: In dem, was sie tun, sind sie weltweit die unangefochtene Nummer #1. Und…sie alle sind immer noch Oberschüler! Als das Flugzeug durch ein mysteriöses Ereignis abstürzt, sehen die jungen Genies bereits ihrem Ende entgegen. Doch wie durch ein Wunder überleben alle den Absturz.

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Darüber dürfte man sich eigentlich freuen, gäbe es da nicht ein kleines Problem: Statt in der uns bekannten Welt finden sich die sensationellen Sieben beim Aufwachen im mittelalterlichen Königreich Freyjagard wieder! Dort hat vor geraumer Zeit der Adel sämtliche Macht an sich gerissen. Sämtliche Form von Religion ist streng verboten und den einfachen Bürgern drohen bereits bei kleinsten Vergehen drakonische Strafen. Zwei Völker leben hier Seite an Seite, nämlich die mit tierischen Merkmalen ausgestatteten Byuma sowie die latent magiebegabten Hyuma – obwohl deren Ausübung nur einigen wenigen Mitgliedern der Elite erlaubt ist. Nachdem Tsukasa und Co. sich auch dank der aufopfernden Pflege der Elfin Lyrule wieder erholt haben, wollen sie nun gemeinsam einen Weg zurück nach Hause finden. Doch der Absturz scheint kein Zufall gewesen zu sein, denn in verbotenen Legenden wird seit ewiger Zeit von sieben Helden aus einer anderen Welt berichtet, die den Kampf gegen einen alles Leben bedrohenden Drachen aufnehmen und Freyjagard vor dem Untergang bewahren werden.

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Als Herrschertruppen das ärmliche Dorf von Lyrule und den Byuma heimsuchen, gelingt den frisch genesenen Helden tatsächlich mühelos deren Abwehr. Dadurch geraten sie jedoch in den Fokus des lokalen Fürsten, der den Widerstand brutal im Keim ersticken will  und sich gleichzeitig Lyrule als Liebessklavin unter den Nagel reißt. Um die Elfin zu befreien und das Leid der einfachen Bevölkerung ein für allemal zu beenden, entschließen sich die Sieben dazu, die komplette Gesellschaft von Freyjagard in eine moderne Demokratie zu transformieren. Dazu wird der alte Heldenkult mal eben zu neuem Leben erweckt. Und die Bürger sind bereit an alles zu glauben, solange der Nachschub an leckerer Mayonaisse nicht abreißt. Vorher muss aber erst die Festung des Fürsten erstürmt werden. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass Demokratie ein leichtes Unterfangen ist…

Die Rezension

Ich muss gestehen, dass ich mir im Vorfeld nicht allzu viel von High School Prodigies versprochen habe. Nach der genialen ersten Staffel von The Rising of the Shield Hero war mein Bedürfnis nach Fantasy ausreichend gestillt. Zum Glück habe ich mich trotzdem auf die Serie eingelassen, die sich alleine schon durch ihre Prämisse in eine gänzlich eigenständige Richtung entwickelt und so rasch darüber hinwegtröstet, dass sich viele Elemente von Freyjagard und seinen Bewohnern kaum neu anfühlen. Am ehesten kann man die Serie als Mix aus dem bereits erwähnten Shield Hero und Dr. Stone bezeichnen. Sieben junge, mit dem Wissen der Moderne ausgestatteten Genies schicken sich hier an, eine unterdrückte Autokratie vollständig zu transformieren.

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Ein interessantes Thema, dass gut in unsere gegenwärtige Zeit passt, wo immer noch massenweise Vollidioten auf deutschen Straßen „Diktatur!“ schreien, ohne überhaupt ein Verständnis dafür zu haben, was das genau bedeutet. High School Prodigies erklärt unaufdringlich die Vorzüge einer freien Marktwirtschaft, demokratischem Verständnis und Erfindergeist, lässt dabei aber auch die Schattenseiten nicht unbeachtet. Dass die ersehnte Freiheit nicht nur durch guten Willen, sondern auch durch das Schwert erkämpft werden muss, ist da nur eine Kehrseite der Medaille. Und auch beim Handel wird vor fiesen Tricks nicht zurückgeschreckt, wenn man sich dabei selbst einen Vorteil verschaffen kann. Interessant ist auch das Thema der Religionsausübung, welches in den kommenden Episoden nochmal deutlich mehr Gewicht erhalten dürfte. Zum Glück ist man in der Realität nicht ganz so leicht zu ködern, obwohl ich für eine gute Würzcreme auch EINIGES tun würde! 

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Alles in allem bin ich echt gespannt, wie sich die ganze Geschichte entwickeln wird. Leider ist es bei zwölf Folgen geblieben, das richtige Ende der Reise erfährt man also nur über Light Novel und Manga. Dennoch gefällt mir die Serie bisher extrem gut. Der Ansatz ist wirklich spannend und die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz. Dass die Hauptfiguren natürlich allesamt ein dunkles Geheimnis hüten, braucht einen gar nicht überraschen. Da enttäuscht es umso mehr, dass die Screentime unter den „Glorreichen Sieben“ eher suboptimal verteilt wurde und zumindest innerhalb der uns vorliegenden ersten sechs Episoden primär Tsukasa und Masato im Vordergrund stehen. Das wird hoffentlich noch besser. Wer aber Lust auf eine etwas andere Fantasysaga verspürt, ist hier wirklich bestens bedient. 

Die Blu-Ray 

Technisch ist wie in den meisten Fällen bei KAZÉ alles im absolut grünen Bereich. Bei sechs Episoden und einer etwaigen Gesamtlaufzeit von etwas über zwei Stunden muss sich die Blu-Ray nie Sorgen über Kompressionsprobleme machen. Die jeweiligen Master erstrahlen in nativem 1080p – und das sieht man auch. Schärfetechnisch gibt´s absolut nichts zu beklagen, die warm-natürliche Farbgebung kommt toll zur Geltung und weiß mit einigen netten Highlights zu verwöhnen, während die Kontraste mit kraftvollen Schwarz- und Weißanteilen aufwarten. 

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Den Sound gibt es wie immer zweisprachig, sowohl Deutsch als auch Japanisch stehen im verlustfreien Format DTS-HD MA 2.0 zur Verfügung, sauber übersetzte deutsche Untertitel lassen sich für Fremdsprachenfans jederzeit zuschalten. Die Tonspuren überzeugen im Rahmen ihrer Möglichkeit mit gutem Durchsatz bei den Dialogen. Angenehm kraftvoll und dynamisch wird es, wenn die Helden zusammen mit den Dorfbewohnern die Feste des Lokalkommandanten erstürmen. Der Soundtrack muss sich hinter solchen Momenten nie verstecken und geht immer gut hörbar mit. 

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Knappe fünfzig Euro werden für die erste Volume fällig, was natürlich einen stolzen Preis darstellt. Dafür gibt´s das Release im edel verarbeiteten Mediabook mit umfangreicher Begleitung in Form eines gewohnt hochwertigen Booklets. Auf der Disc selbst finden sich In- und Outro in titelfreier Form. Preiswert sieht auf jeden Fall anders aus, qualitativ gibt es an der Aufmachung aber absolut nichts auszusetzen.

Fazit

profilbildapril„Was wäre, wenn Menschen aus der Moderne ihren Weg in eine mittelalterliche Welt fänden und dort mit ihren Fähigkeiten eine Demokratie etablieren? Wer sich diese Frage sein Leben lang gestellt hat, bekommt mit High School Prodigies nun die passende Antwort darauf geliefert. Das schon als Manga und Light Novel sehr erfolgreiche Konzept geht dabei auch in Serienform wunderbar auf, obwohl nicht alle Charaktere gleichermaßen viel Spielzeit eingeräumt kriegen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung Anfang Dezember. Technisch gibt es an der Blu-Ray absolut nichts auszusetzen. Lediglich der hohe Preis dürfte selbst manch eingefleischten Sammler abschrecken, denn abseits der guten Verarbeitung zahlt man hier wirklich viel Geld für relativ wenig Material.“ 

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