Die zweite Volume
Für Mob´s Bruder Ritsu, der trotz körperlicher und intellektueller Überlegenheit ganz ohne Kräfte zurecht kommen muss, stellt dessen plötzliche Beliebtheit einen Schlag ins Gesicht da. Von Neid erfüllt wünscht er sich nichts sehnlicher, als ebenfalls mit der Kraft der Telekinese ausgestattet zu sein. Deswegen wendet sich Ritsu an ein Labor, welches sich bereits seit Jahren mit der Erforschung übernatürlicher Kräfte befasst. Als Ritsu und alle anderen Kinder aus dem Labor aber von einer finsteren Organisation entführt werden, die mit den Begabten die Weltherrschaft übernehmen will, macht sich Mob trotz aller Streitereien daran, seinen Bruder aus den Klauen der Entführer zu befreien.
Hilfreich zur Seite stehen ihm dabei nicht nur ein geläuterter Teruki, auch der eigentlich böse Geist Grübchen und Mob´s Chef, der Betrüger Arataka Reigen sind mit von der Partie. Doch im Hauptquartier der Entführer warten Gegner, gegen die selbst Mob und Co. scheinbar nur wenig ausrichten können…
Die Rezension
Nachdem sich gerade die ersten Episoden als etwas träge entpuppt haben, nimmt Mob Psycho 100 mit dem Folgen 7-12 der zweiten Volume richtig Fahrt auf. Das liegt nicht nur am deutlich höheren Actionanteil, den ein Serienfinale einfach immer voraussetzt, sondern auch daran, dass sich die Erzählung nun auf eine Handvoll auserlesener Charaktere beschränkt, was dem Pacing spürbar gut tut. Wer den etwas trockenen Einstieg in die Serie überstanden hat, wird nun belohnt, alleine weil sich der trockene Humor der ersten Episoden auch über die gesamte Fortsetzung hinweg prächtig hält.
Visuell wird hier natürlich der gleiche facettenreiche visuelle Stil geboten, der Mob Psycho 100 drastisch von allen anderen Formaten unterscheidet. Der psychodelische Mix aus zahlreichen Genres ist mal kunterbunt, mal minimalistisch und manchmal möchte man glauben, dass die animierten Szenen direkt aus einem Manga stammen. In Kombination mit den furiosen Fights, von denen die zweite Volume gerade zum Finale hin mehr als genug bietet, entfaltet das verantwortliche Studio Bones ein irres Feuerwerk, dass dann auch bis zum letzten Abspann bestens zu unterhalten weiß.
Dazwischen hat mir besonders die Entwicklung von Mob und dessen Verhältnis zu seinem Bruder gefallen. Denn ganz nebenbei behandelt die Serie im Kern ja immer noch das Thema des Erwachsenwerdens. Wer Geschwister hat, kennt das Spiel der alltäglichen Konflikte sicher sehr gut. Und genau darum geht es auch hier, nur eben auf etwas unkonventionelle Weise. Hinter der in kiloweise LSD eingefärbter Inszenierung lassen die Macher also auch die Charaktere nicht links liegen. Einen gelungenen Abschluss bekommt mal also definitiv geboten.
Die Blu-Ray
Bereits die erste Volume konnte in unserem Test durch hervorragende Bildqualität überzeugen. Die zweite und letzte Volume setzt das zum Glück nahtlos fort und liefert von Anfang bis Ende dasselbe, durchgehend messerscharfe und detailreiche Bild. Saubere Konturen, knackige Kontraste und vor allem eine makellose Farbwiedergabe sind die eindeutigen Stärken der Blu-Ray, die ganz ohne irgendwelche Kompressionsschwierigkeiten daherkommt und sich zurecht in die Reihe der gegenwärtig besten, genrespezifischen HD-Transfers einreihen darf.
Der Ton kommt dabei wie schon bei der Veröffentlichung der ersten Volume im verlustfreien DTS-HD MA 2.0 – Format daher, wahlweise in Deutscher oder Japanischer Sprache. Da also nur der vordere linke und rechte Lautsprecher bedient wird, verschenkt die Serie gerade zum Finale einiges an Raumklangpotenzial. Es bleibt aber dabei: Dank guter Dynamik und kraftvoller Abmischung wird auch ohne Subwoofer und Co. einiges für die Ohren geboten. Die Dialogverständlichkeit bleibt dabei stets hervorragend und muss sich dem übrigens Geschehen nie unterordnen.
Das große Finale zu Mob Psycho 100 glänzt in Sachen Ausstattung einmal mehr. Die letzten sechs Episoden kommen verpackt im hochwertig verarbeiteten Mediabook samt 32-seitigem Booklet daher, zusätzlich liegen drei Stickerbögen dabei und auf der Disc sind neun weitere Miniepisoden enthalten. Das alles hat aber auch wie immer seinen Preis, denn mit stolzen 50€ muss man für gerade mal zweieinhalb Stunden Gesamtspielzeit ordentlich in die Tasche greifen.
Fazit
„Zugegeben, so richtig warm geworden bin ich mit Mob Psycho 100 am Anfang nicht. Dranbleiben hat sich aber definitiv gelohnt, denn hat man sich erstmal an den einzigartigen visuellen Stil gewöhnt und es im Rahmen der Serie an den Punkt gebracht, wo sich die Handlung mehr auf einige wenige Charaktere fokussiert, entwickelt sich auch das Pacing in die richtige Richtung. Was folgt ist ein cool inszeniertes, actionreiches wie humorvolles Serienfinale, dass viele Schwächen des Einstiegs wiedergutzumachen versteht. Die dazugehörige Blu-Ray überzeugt nicht nur bei der äußeren Ausstattung, sondern auch die Disc selbst punktet einmal mehr mit einem fantastischen Bild und gut abgemischtem Ton sowie ausreichend Extras, bleibt dabei aber gewohnt teuer.“
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