Getestet und verfasst von General M
Quelle Bildmaterial: „Detektiv Conan, Filme 7 und 8, ©2018 KAZÉ. All rights reserved.“
Wieder ein Grundschüler und stets darum bemüht, dass Ran nicht hinter sein Geheimnis gelangt, schart er schnell eine Bande von Amateurdetektiven um sich, während sein väterlicher Freund, der Erfinder Agasa, ihn mit immer neuen Erfindungen ausrüstet, darunter eine stimmenverändernde Fliege, ein solargetriebenes Düsenskatebord und vieles mehr. Mit der imitierten Stimme von Kogoro Mori, der im richtigen Augenblick immer per Betäubungspfeil schachmatt gesetzt wird, klärt er auch die schwierigsten Verbrechen auf, was besonders dem kompetenten Inspektor Megure und seinem Team immer einiges an Arbeit abnimmt…
Im mittlerweile siebten Film der beliebten Reihe verschlägt es Detektiv Conan samt Gefolge nach Kyoto. Dort soll der ehemalige Inspektor Mori im Auftrag eines Priesters ein vor langer Zeit gestohlenes Artefakt wiederbeschaffen. Ein geheimnisvolles Rätsel soll den Weg zum begehrten Kunstobjekt offenbaren. Da Mori damit wie immer hemmungslos überfordert ist, betrinkt er sich lieber im lokalen Teehaus und gräbt die ortskundige Geisha an. Klar also, dass die Lösung des Rätsels wieder mal in den Händen von Conan liegt. Der begegnet bei seiner Suche nach Hinweisen auch seinem alten Freund und Rivalen Heiji, der ebenfalls nach Kyoto gereist ist, um seine erste große Liebe ausfindig zu machen, an die er sich nur anhand eines besonderen Liedes erinnert. Kurzerhand tun sich die beiden Jungdetektive zusammen, müssen dabei aber schnell feststellen, dass sie auf der Suche nach dem Artefakt keineswegs alleine sind. Und anders als Conan und Keiji ist diese dritte Person gewillt, auf dem Weg zum Ziel notfalls über Leichen zu gehen…
Mit dem siebten Abenteuer der Detektiv Conan – Filmreihe hat das verantwortliche Studio wieder mal einen spannenden Beitrag abgeliefert, der besonders von seinem liebevoll in Szene gesetzten Setting lebt. Der Zuschauer erfährt nebenbei einiges über die Geschichte von Kyoto und darf sich über einigen traditionell Japanischen Flair erfreuen. Für die Lacher sorgt hier wieder mal Detektiv Mori, der abermals verzweifelt und tölpelhaft bei dem Versuch, das Herz einer Frau zu gewinnen, von einem Missgeschick ins nächste tappt. Der Subplot um Heiji´s erste Liebe wird dabei interessant in das Geschehen eingebunden, die Auflösung sorgt dabei sogar für einen wunderbar romantischen Moment. Ebenso darf man sich über ein kurzes Wiedersehen mit dem erwachsenen Shinichi freuen, dessen Begegnung mit Ran ebenfalls sehr herzerwärmend ist. Dabei bietet der Spielfilm von Anfang bis Ende Spannung am laufenden Band, das Finale ist action- und effektreich inszeniert. Alles in allem darf man sich bei „Die Kreuzung des Labyrinths“ also über einen der besseren Filmveröffentlichungen freuen, der durchgehend auf hohem Niveau zu unterhalten weiß und der zudem mit einer schlüssigen Auflösung aufwartet.
Der achte Film: „Der Magier mit den Silberschwingen“
Eines schönen Tages schneit die erfolgreiche Schauspielerin Juri in die Detektei von Kogoro Mori. Der Grund ihrer Anwesenheit: Ein neuer Brief des Meisterdiebes Kaito Kid, der ankündigt, den kostbaren Saphir, welchen die Schauspielerin bei jedem Auftritt am Finger trägt, zu entwenden. Dazu gibt es natürlich auch wieder mal ein kryptisches Rätsel zu lösen. Aus diesem interepretiert Mori, dass Kaito Kid bei der nächsten Bühnenaufführung von Juri zuschlagen will. Und tatsächlich tritt der Meisterdieb trotz umfangreicher Polizeipräsenz in Aktion, ausgerechnet in Verkleidung von Shinichi Kudo! Das provokante Wagnis von Kaito Kid allerdings scheint dieses Mal nicht aufzugehen: Nachdem Conan den Dieb gestellt hat, gelingt diesem zwar nach einer spektakulären Verfolgungsjagd abermals die Flucht, den Saphir jedoch konnte er nicht in seine Gewalt bringen. Aus Dankbarkeit für den erfolgreich verhinderten Raub lädt Juri Mori, Ran, Conan sowie die ebenfalls anwesenden Detective Boys und Professor Agasa ein, ein Wochenende in ihrem luxuriösen Ferienhaus zu verbringen. Auf dem Flug dorthin stirbt die Schauspielerin qualvoll an den Folgen einer schweren Vergiftung. Während Conan an Bord unter Cast und Crew der Bühnenaufführung nach dem Verantwortlichen sucht, stellt sich ein noch größeres Problem ein: Juri hatte vor ihrem Tod Kontakt mit den Piloten des Flugzeugs. Und die zeigen schnell ähnlich schwere Symptome. Ohne Steuermänner droht den Passagieren der vollbesetzten Linienmaschine ein tödliches Schicksal…
Film Nummer 8 beginnt zwar verheißungsvoll, hat aber dann eine gefühlt ellenlange Durststrecke der Ereignislosigkeit vor sich, ehe es zum spannenden Finale über den Wolken kommt, welches dann wieder durch eigene Längen ein wenig kaugummiartig wirkt. Bis zum Mord an Juri hat der Film abseits der kurzen, aber schön gestalteten Verfolgungsjagd zwischen Kaito Kid und Conan außer überraschend zähen Dialogen kaum etwas zu bieten, die anschließende Aufklärung geht überraschend schnell von der Bühne. All das wirkt aber im Vergleich zur drohenden Flugzeugkatastrophe sehr beiläufig. Interessant ist hier aber das ungewöhnliche Verhältnis zwischen Meisterdetektiv und Meisterdieb, welches durch die folgenden Ereignisse eine angenehm vielschichtige Dynamik gewinnt und damit einmal mehr unterstreicht, wie wichtig die beiden füreinander doch sind, obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten agieren. Für ein gutes Urteil ist dies in meinen Augen aber ebenso wie eine der vielleicht wichtigsten Szenen der gesamten Serie nicht genug. Die Geschichte hätte kompakt verteilt auf eine Seriendoppelfolge besser funktioniert, so wären dem Zuschauer viele der Längen wahrscheinlich erspart geblieben. Hochspannung kommt hier wirklich erst zum Schluss auf.
Die Blu-Ray – Veröffentlichungen
Es bleibt wie bisher: Die Deutschsprachige HD – Premiere der Conan – Filme 7 und 8 ist abermals sehr solide ausgefallen und bewegt sich auf dem gleichen guten Niveau wie die bisher von uns rezensierten Vorgänger. Den ebenfalls erhältlichen DVD´s sind die jeweiligen Blu-Rays besonders in Sachen Bild weit voraus, machen Sie doch abermals Gebrauch vom Japanischen Originalmaster. Dieses besticht durch ein wesentlich ruhigeres, detailliertes Bild und bietet zudem die besseren Kontraste. Der siebte Film bietet dabei sogar endlich mal eine überdurchschnittlich gute Farbgebung, während Film Nummer 8 sich eher bei alten Mustern bewegt und entsprechend durchgehend eher blass wirkt. Das tut dem Filmgenuss aber keinerlei Abbruch und liegt nachwievor am Erstellungsalter der Master.
Beim Ton setzt Publisher KAZÉ wieder auf Deutsch und Japanisch, jeweils verfügbar in verlustfreier DTS 5.1 – Tonspur. Große Neuigkeiten jedoch kann man auch hier nicht berichten. Frontlastig, wenige wirklich überzeugende Raumklangelemente, die wenigen Effekte wurden aber gut auf die jeweiligen Boxen verteilt, die Stimmen im Center sind zu jederzeit gut verständlich. Alles in allem auch hier gewohnt solide (und zum Glück ohne die noch nicht ganz aus meinen Ohren verschwundenen Aussetzer des vierten Films). Auf Extras muss der geneigte Käufer wie immer verzichten, dafür liegt jeder Blu-Ray ein obligatorisches Booklet mit vielen Hintergrundinformationen zu den Charakteren bei, zudem Artworks und Animationsentwürfe. Damit hat sich im Rahmen bisheriger Veröffentlichungen hier bereits eine kleine Conan – Filmbibliothek angesammelt, die sich mit den Filmen 9 und 10 sowie einer ganz besonderen Episode zum Monatsende sicher weiter vergrößern wird. Anfang August könnt ihr dann wie immer bei uns im Test nachlesen, wie die nächsten Abenteuer des Meisterdetektivs ausfallen.
Fazit
„Während der siebte Film sich guten Gewissens in die Reihe der bisher besten Conan – Spielfilme einreihen darf, bin ich mit dessen Fortsetzung einfach nicht warmgeworden. Dafür passiert bis zur Mitte des Films viel zu wenig, dafür zieht sich das Geschehen über weite Strecken einfach zu sehr hin. Zwar entschädigt das spannende Finale stellenweise dafür, ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass die Handlung im Rahmen der Serie besser und kompakter hätte umgesetzt werden können. Für Komplettisten ist das natürlich wohl dennoch kein Grund, auf eine Anschaffung zu verzichten. Und die lohnen sich alleine schon aufgrund der Technik, die in Form der Blu-Ray den bisherigen DVD´s deutlich überlegen ist.“
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